TSchäden und Krankheiten: Das sind die wichtigsten Tierversicherungen
Ob beim Spielen oder Spaziergehen: Fellnasen richten schnell auch mal Schaden an. Versicherungen können hier den Geldbeutel schonen. Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn
Haustiere können unerwartete Kosten verursachen. Welche Versicherungen sind sinnvoll? Das TAGEBLATT hat beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) nachgefragt.
Sind Tiere nach deutschem Recht wirklich Sachen?
Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) wurden Tiere lange rechtlich als Sachen behandelt. Seit einer Gesetzesänderung 1990 stellt Paragraf 90a klar: „Tiere sind keine Sachen. Sie werden durch besondere Gesetze geschützt.“ Hierzu zählt in Deutschland das Tierschutzgesetz. Weiter heißt es: „Auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist.“
Das bedeutet: Tierhalter haften für Schäden, die ihre Tiere verursachen, ähnlich wie für Schäden durch leblose Gegenstände. Allerdings berücksichtigt das Gesetz heute stärker das Wohlbefinden von Tieren.
Gibt es Tiere, die man versichern muss?
In Niedersachsen sowie fünf anderen Bundesländern gilt für Hundehalter eine gesetzliche Pflicht zur Hundehaftpflichtversicherung. Der Grund: Hundehalter haften für alle Schäden, die ihr Tier verursacht. Ohne Versicherung droht die Haftung mit dem gesamten Privatvermögen.
Kein lebendes Geschenk
T Nach Weihnachten werden immer besonders viele Tiere ausgesetzt
Abgedeckt sind Personenschäden, Sachschäden und Vermögensschäden Dritter, aber nicht in der eigenen Familie. Auch ungewollte Deckakte können versichert sein. Kosten etwa für Rettungseinsätze durch die Feuerwehr sind standardmäßig nicht in einer Tierhalterhaftpflichtversicherung enthalten.
Brauchen Pferdehalter eine spezielle Haftpflichtversicherung?
Pferde sind Fluchttiere und können bei Panik erhebliche Schäden anrichten. Die private Haftpflichtversicherung deckt solche Risiken meist nicht ab. Deshalb ist eine Pferdehalterhaftpflichtversicherung für Schäden an Dritten oder fremden Gegenständen dringend zu empfehlen.
Die Versicherung sollte auch Deckschäden und Fohlen in den ersten Lebensmonaten abdecken. Tierhüter oder fremde Reiter kann der Halter mitversichern, sich selbst etwa bei einem Sturz jedoch nicht – hier hilft eine private Unfallversicherung.
Für wen lohnt sich eine Tierkrankenversicherung?
Eine Tierkrankenversicherung übernimmt Kosten für ambulante und stationäre Behandlungen, Operationen, Medikamente und Diagnostik. Besonders sinnvoll ist sie für Tiere mit hohem Krankheitsrisiko wie etwa Freigänger-Katzen. Je nach Tier und Rasse gibt es unterschiedliche Tarife.
Schnee und Kälte
Wie Halter ihre Haustiere im Winter schützen können
Vorerkrankungen müssen bei Vertragsabschluss angegeben werden. Die Versicherung erstattet nur medizinisch notwendige Behandlungen – kosmetische Eingriffe sind meist ausgeschlossen.
Was ist der Unterschied zwischen einer Tierkrankenversicherung und einer OP-Versicherung?
Die Tierkrankenversicherung deckt ein breites Spektrum von Vorsorgeuntersuchungen über Medikamente bis hin zu Operationen ab. Die OP-Versicherung hingegen übernimmt nur die Kosten für Operationen und Nachbehandlungen, ist dafür aber deutlich günstiger.
Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.