TSchock in Buxtehude: Oberschule soll später kommen
Die Realschule und das Gebäude sollen Bestandteil der neuen Oberschule werden. Foto: Wisser
Die Stadt Buxtehude will die Gründung der Oberschule erneut verschieben. Schulleiterinnen, Eltern und Politiker sind entsetzt - und üben scharfe Kritik an der Verwaltung.
Buxtehude. „Wir können nicht mehr. Wir haben kaum noch Anmeldungen und brauchen eine Perspektive.“ Mit diesen Worten beschreibt Heike Gross, kommissarische Leiterin der Hauptschule Süd in Buxtehude, die prekäre Lage ihrer Schule.
Heike Groß ist kommissarische Leiterin der Hauptschule Süd in Buxtehude. Foto: Wisser
Gemeinsam mit Hanka Schwedt, der Leiterin der Realschule Süd, äußerte sie offen ihren Ärger und ihre Verwunderung über die erneute Verzögerung bei der Gründung der Oberschule am Schulzentrum Süd bei der Sitzung des Schul- und Bauausschusses. Zum zweiten Mal will die Stadtverwaltung den Starttermin verschieben – nun auf das Schuljahr 2028/2029.
Die Stadtverwaltung scheitert am Stichtag
„Wir wurden einen Tag vor der Sitzung informiert“, erklärte Schwedt. Beide Schulleiterinnen hatten mit der Steuerungsgruppe intensiv daran gearbeitet, die Voraussetzungen für einen Start im Schuljahr 2027/2028 zu schaffen.

Hanka Schwedt ist Schulleiterin der Realschule Süd in Buxtehude. Foto: Wisser
Umso größer war der Schock, als die Stadtverwaltung mitteilte, den Termin nicht einhalten zu können. Der Grund: Die Stadt sieht sich außerstande, den Antrag als Schulträger rechtzeitig bis zum Stichtag, 31. Oktober 2026, bei der Landesschulbehörde einzureichen. „Es geht hier um 800 Schüler. Die Unsicherheit bei Lehrern, Eltern und Schülern ist enorm“, betonte Schwedt.
Das sind die Gründe für die Verzögerung
Die Stadt nennt drei Gründe für die Verzögerung. Erstens plant sie eine Elternbefragung, um herauszufinden, welche weiterführenden Schulen die Eltern der Viertklässler bevorzugen.
Laut Fachbereichsleiterin Gaby Wehrens soll dies die formale Beteiligung der Eltern sicherstellen. Zweitens müsse geprüft werden, ob der gymnasiale Zweig der Oberschule die Fünfzügigkeit der beiden Buxtehuder Gymnasien oder der Integrierten Gesamtschule gefährden könnte. Drittens solle die neue Schülerzahlenprognose berücksichtigt werden. „Wir müssen die gesamte Stadt im Blick behalten“, erklärte Wehrens. Eine fundierte Entscheidung sei derzeit nicht möglich.
Ignoriert die Verwaltung einen Ratsbeschluss?
Zudem befürchtet die Stadtverwaltung, dass der Kreistag und seine Gremien dem Oberschulantrag nicht rechtzeitig zustimmen könnten. Der Landkreis Stade, als Träger der Gymnasien, muss dem gymnasialen Zweig zustimmen. Wehrens verwies außerdem auf laufende Gespräche zwischen Stadt und Landkreis über eine mögliche Übertragung der städtischen Gymnasien in die Trägerschaft des Landkreises.

Die gemeinsame Sitzung von Schul- und Bauausschuss in Buxtehude dauerte fast vier Stunden. Foto: Wisser
Viele Beteiligte widersprechen dieser Darstellung. Ein einstimmiger Ratsbeschluss aus dem Mai 2025 legt die Gründung der Oberschule mit gymnasialem Zweig fest. „Ich hätte erwartet, dass die Verwaltung diesen Beschluss umsetzt“, sagte Marc Höper, Vorsitzender des Stadtelternrats und Mitglied im Schulausschuss. Aus seiner Sicht stellt sich die Frage nach dem gymnasialen Zweig nicht mehr.
Debatte über Abgabe der Gymnasien bleibt ebenfalls offen
Nach TAGEBLATT-Informationen fordert das Landesamt für Schule und Bildung zwar die Einbindung der Eltern, doch eine Fragebogenaktion sei nicht erforderlich. Die Beteiligung des Stadtelternrats genüge - und diese habe bereits stattgefunden. Axel Keusemann, Dezernent des Landesamtes, war bei der Sitzung in Buxtehude dabei. Das Argument Kreistag überzeugte die Zuhörer auch nicht: Bis zum 31. Oktober finden noch zwei Kreistagssitzungen statt.
Die Diskussion über die Abgabe der Gymnasien bleibt ebenfalls offen. Eine kurzfristige Entscheidung zugunsten des Landkreises gilt als unwahrscheinlich. Vieles deutet darauf hin, dass die Stadt die Gymnasien vorerst behält.
Kommunalpolitik
T Hitzige Debatte und eine Kehrtwende um Buxtehuder Sporthalle
Sanierungsstau
T 208 Millionen Euro: So modernisiert Buxtehude seine Grundschulen
Beobachter sind sich einig: Es ist schwer vorstellbar, dass der Landkreis das Gymnasium Süd übernimmt, das eng mit den anderen Schulen am Schulzentrum Süd verknüpft ist. Gleiches gilt für die Halepaghen-Schule, deren Sanierungskosten weiterhin unklar sind.
Bürgermeisterin soll Oberschulstart retten
In der Politik stieß die Verschiebung auf scharfe Kritik. „Wir können nicht zulassen, dass ein ganzer Jahrgang darunter leidet, dass wir nicht fertig werden“, sagte Nick Freudenthal, Vorsitzender der SPD-Fraktion. „Ich bin entsetzt und traurig“, fasste Ulrich Felgentreu (Grüne), Vorsitzender des Schulausschusses, die Stimmung zusammen.
Aus nach 73 Jahren
T Grob schließt – Letztes Spielwarengeschäft in Buxtehude gibt auf
Bauarbeiten
T B73 in Buxtehude gesperrt: Droht ein Pendlerdrama?
„Ich appelliere an Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt, die Oberschule zur Chefsache zu machen und das Projekt zu retten“, forderte Elternvertreter Marc Höper.
Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.