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TSie machen ihre „Ballerbude“ für das Hurricane-Festival flott

Werkeln und Chillen: Das schließt sich bei der „Veeser Ballerbude“ nicht aus. Sofas dürfen natürlich nicht fehlen. Am Freitag sind die Freunde beim Hurricane in Scheeßel am Start.

Werkeln und Chillen: Das schließt sich bei der „Veeser Ballerbude“ nicht aus. Sofas dürfen natürlich nicht fehlen. Am Freitag sind die Freunde beim Hurricane in Scheeßel am Start. Foto: Heyne

Vier Anhänger, sieben Kühlschränke und eine Dachterrasse: Wenn am Freitag das Hurricane-Festival startet, ist eine Schar junger Leute gut vorbereitet. Was steckt dahinter?

Von Ulla Heyne Donnerstag, 18.06.2026, 11:37 Uhr

Scheeßel. Ende der 80er Jahre war das Phänomen der Kornkreise, also Spuren vermeintlicher Ufo-Landungen im Getreide, ein viel erörtertes Mysterium. Der örtlich fast ebenso legendäre Begriff gleichen Namens auf dem Womo-Platz Ost beim Hurricane Festival ist hingegen eindeutig irdischen Ursprungs. Und ein Mysterium ist die Herkunft der im Vorjahr mehr als 500 zu einem mehrstöckigen Kunstwerk gestapelten leeren Korn-Flaschen auch nicht.

Die Spurensuche führt auf einen Resthof in Westervesede. Hier werkeln knapp eine Woche vor dem Hurricane rund 15 junge Leute. Die „Veeerser Ballerbude“, wie das 2024 erstmals gehisste Banner an einem der vier Anhänger verrät, entspringt einem Freundeskreis.

Sandra Hillermann, Basti Bassen und Lea Hollmann freuen sich aufs „etwas andere Hurricane-Erlebnis“.

Sandra Hillermann, Basti Bassen und Lea Hollmann freuen sich aufs „etwas andere Hurricane-Erlebnis“. Foto: Heyne

Die 20- bis 30-Jährigen aus der Region zelebrieren das jährliche Hurricane Festival auf dem Eichenring auf ihre ganz eigene Weise. „Um die Bands geht es eher weniger“, meint Basti Bassen, der sich im Vorjahr gerade mal einen Bühnenauftritt angesehen hat. Es gehe „eher darum, zusammen auf dem Campingplatz zu feiern und zusammen eine gute Zeit zu haben“. Und das wollen hier alle, die vor dem Festival emsig sägen, hämmern oder dem Treiben von einem der ausrangierten Sofas aus zusehen, ein Kaltgetränk in der Hand.

Sie machen Hurricane-Festival mit kühlen Getränken zur Mega-Party

Das Vorurteil, das junge Leute planlos, unorganisiert und chaotisch sind, wird durch den Partytruck aus vier Anhängern widerlegt, die festivaltauglich gemacht werden. Hier findet sich alles, was man zum Feiern benötigt, und noch mehr: Ein Anhänger dient dem Transport und der Lagerung der Getränke. Cola, Tonic und auch reichlich Prozentiges wurden auf Paletten mit einem Gabelstapler verladen.

„Das sind 370 Kilogramm Zucker – und das nur für die Cola“, gibt einer der Aktiven seine Rechenkünste zum Besten. Der reine Alkohol der mehr als 500 Flaschen Korn an Bord wird nicht zusammengerechnet.

Zu den Aktiven der Kerntruppe kommen am Hurricane-Wochenende rund 40 „Affiliierte“ aus der Whatsapp-Gruppe und zahlreiche andere Gäste. Gegen eine Spende dürfen sie mit trinken – oder einfach nur die Aussicht von der Dachterrasse genießen. Die wurde gerade neu gedeckt und mit einer neuen Leiter versehen.

„Schon praktisch, wir haben einige Handwerker dabei, die das mal eben machen“, sagt Bassen, „und natürlich viele Landwirte, das sind Allrounder.“ Die meisten hier stammen von Höfen, die ihre Flächen vermieten und haben somit Freikarten, der Rest kauft sich regulär ein Ticket. Geschlafen wird zu Hause, aber zum Chillen oder Zurückziehen steht ein Bauwagen bereit, in dem sich die jungen Leute auch über das Jahr manchmal treffen.

200 Stunden Arbeit für ein Party-Wochenende beim Hurricane

Und sonst? Sieben Kühlschränke, mehrere Grills, einen Airfryer für Pommes, ein Currywurst-Schneider, dazu eine Soundanlage - was die Veeser „Ballermänner“ auffahren, ist mehr als imposant. Ein Ballenlader wird eigens für das jährliche Event hergerichtet, Sofas und Sessel gestemmt.

Das Logo für das überdimensionale Banner stammt von ChatGPT. Während einige die Stichsäge sprechen lassen, um Fenster mit Klappen abzudichten, testen andere bereits die optimale Mische.

Mehr als 200 Arbeitsstunden stecken in der Vorbereitung

„Nicht alle Arbeit ist effizient“, kommentiert Sandra Hillermann, eine der beiden Frauen in der Runde. Die entspannte Atmosphäre sollte nicht darüber hinwegtäuschen: In den Vorbereitungen für die jährliche Sause stecken mehr als 200 Arbeitsstunden, vermutlich mehr – so genau wird das hier nicht gezählt. Auf Schönheit kommt es hier nicht an, als Tisch fungiert eine Kabeltrommel, „Hauptsache es funktioniert“, fasst Lea Hollmann aus Deepen die Devise zusammen.

Um sich ihren Platz zu sichern, trafen sich die Festivalisten am Anreise-Donnerstag um 5 Uhr morgens. So richtig streitig macht ihnen den Stammplatz aber wohl eh keiner. Nicht umsonst will niemand in ihrer Nähe stehen. Das ungeschriebene Gesetz: „Womo Ost, da ist Chaos“, grinst Hillermann.

„Etwas Dummes muss immer mit“

Doch ganz so wild wie früher gehe es auch hier nicht mehr zu: „Wir werden älter.“ Nichtsdestotrotz: „Etwas Dummes muss immer mit“, meint Hollmann. Neben den Aufklebern mit Sprüchen, die schon gedruckt sind, waren das schon mal eine Kinderrutsche, ein Akkordeon oder eine Carrerabahn; das Einhorn-Piñata „Jens“ war nach dem ersten Festivaltag Geschichte.

„Wir haben auch mal über einen Pool nachgedacht, aber aus hygienischen Gründen wieder verworfen“, erzählt Bassen. Dieses Mal dabei: einige Pappmaché-Enten und eine Heimorgel. „Das hier ist ein Festival für sich“, meint Hollmann – man glaubt es ihr

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