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Handy aus - Leben an

TSmartphone-Experiment in Stade: Vier Tipps für gesunden Handykonsum

Ein Teenager guckt auf ein Handy, während er auf einer Matratze liegt (gestellte Szene).

Ein Teenager guckt auf ein Handy, während er auf einer Matratze liegt (gestellte Szene). Foto: Annette Riedl/dpa

Erwachsene sind im Schnitt vier Stunden täglich am Handy, Jugendliche sogar sieben Stunden. Zeit, die im analogen Leben fehlt. So gelingt mehr digitale Selbstbestimmung.

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Von Lena Stehr
09.09.2026, 05:50 Uhr

Stade. Jacob Weizman war als Jugendlicher und in seinen ersten Jahren im Job permanent erreichbar und im Grunde ständig online, sagt der 36-Jährige bei einem Termin in der Stader Realschule ProMint. „Das Handy war das erste am Morgen und das letzte am Abend.“ Das hatte Konsequenzen. Jacob Weizman bekam ein Burn-out. Und hat danach sein Leben umgekrempelt.

Weniger Stress und mehr Gelassenheit im Alltag

Er gründete „Smartphone aus - Leben an“, im vergangenen Jahr erschien das gleichnamige Buch. Jacob Weizmans Ziel: Menschen dabei helfen, mit weniger Bildschirmzeit Stress zu reduzieren und zu mehr Gelassenheit zu finden. Es gehe dabei nicht um Verzicht auf Technik oder Verbote, sondern um eine bewusste Entscheidung für mehr Leben, sagt er.

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In seinem vierwöchigen Programm, das derzeit an der Stader Realschule ProMint läuft, beschäftigen sich Schüler, Lehrer und Eltern zunächst mit ihrem Nutzungsverhalten. Sie lernen Schritt für Schritt, wie sie wieder mehr Kontrolle über ihren Handykonsum bekommen. Und überlegen sich, was sie mit der gewonnenen Zeit machen wollen.

Denn das kennt wohl jeder. Mal eben kurz dem Kumpel eine Nachricht schicken oder Mails checken - und plötzlich sind 30 Minuten vergangen. Weil man doch noch schnell auf Insta oder TikTok war und der Algorithmus einen ausgetrickst hat. „Wir können aber auch gegensteuern“, sagt Jacob Weizman.

Tipp 1 - die 30-Minuten-Regel

Die ersten und die letzten 30 Minuten des Tages handyfrei verbringen. „Nicht gleich morgens zum Smartphone greifen, sondern erstmal aufstehen, duschen, frühstücken, meditieren oder was auch immer“, sagt Jacob Weizman. Abends das Smartphone dann ganz bewusst 30 Minuten vor dem Schlafengehen weglegen - und auch nicht mehr aktivieren.

Tipp 2 - das handyfreie Schlafzimmer

„Kauft euch einen Wecker und verbannt das Handy aus dem Schlafzimmer“, sagt Jacob Weizman den Jugendlichen. Wenn das Smartphone nicht neben dem Bett liege, könne man auch nicht eben mal schnell danach greifen. Das Gehirn kann sich besser entspannen.

Tipp 3 - Push-Nachrichten ausschalten

Agieren statt reagieren. Wer nur aktiv nach neuen Nachrichten guckt und nicht auf jedes Piepen oder Brummen reagiert, gewinnt mehr Selbstkontrolle und macht sich weniger abhängig.

Tipp 4 - Offlinezeiten einplanen

Beim Spazierengehen oder Sport machen einfach mal das Handy zu Hause lassen. Oder am Wochenende ganz bewusst Zeit ohne Smartphone einplanen.

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„Allein diese vier Dinge umzusetzen bringt schon ganz viel“, sagt Jacob Weizman. Er selbst komme inzwischen auf zwei Stunden Handyzeit und etwa 50 Aktivierungen am Tag. Laut einer Studie der OECD verbringen Erwachsene im Schnitt vier Stunden täglich am Handy, Zwölf- bis 17-Jährige sogar sieben Stunden.

Dabei ist mehrfach belegt, dass exzessiver Handykonsum Sucht und Depressionen fördert und andere psychische Erkrankungen verstärken kann. Ein Problem vor allem für Kinder und Jugendliche ist zudem, dass sie Cybermobbing, Hassrede, Fake News und jugendgefährdenden Inhalten auf ihrem Handy oft ungeschützt ausgesetzt sind.

Soziale Medien sollten am besten nur von Jugendlichen genutzt werden, die älter sind als 16, sagt Jacob Weizman. „Ein gesunder Umgang damit ist unglaublich schwierig, auch für Erwachsene. Ich nutze social media deshalb gar nicht mehr.“

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