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Hallenfußball

TSo wird aus dem Sportcampus die Arena für den Stader Hallenzauber

22 Meter lang und 4 Meter breit sind die Kunstrasenstücke, die die Firma Scholz im Sportcampus verlegt.

22 Meter lang und 4 Meter breit sind die Kunstrasenstücke, die die Firma Scholz im Sportcampus verlegt. Foto: Berlin

Tonnenweise Kunstrasen, meterlange Werbebanden: In einem Tag bereiten Profis und Helfer den Sportcampus für den Stader Hallenzauber vor. Ein Blick hinter die Kulissen.

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Von Daniel Berlin
Freitag, 02.01.2026, 16:30 Uhr

Stade. Die sportliche Planung des Stader Hallenzaubers haben die Organisatoren vom VfL Güldenstern Stade um Turnierchef Torben Milbredt längst abgeschlossen. An zwei Wochenenden rollt der Fußball bei acht Turnieren im Stader Sportcampus. Damit der Ball aber überhaupt rollen kann, bauen Profis und Ehrenamtliche den Campus in weniger als einem Tag zur Hallenfußball-Arena um.

300 Kilogramm wiegt eine Rolle Kunstrasen.

300 Kilogramm wiegt eine Rolle Kunstrasen. Foto: Berlin

Turnierchef Torben Milbredt (rechts) weist die Helfer ein.

Turnierchef Torben Milbredt (rechts) weist die Helfer ein. Foto: Berlin

Am Samstag, 3. Januar, um 9 Uhr wird der Schiedsrichter das erste Spiel anpfeifen. Die U9-Junioren spielen zum Auftakt des Hallenzaubers um den Sparkassen-Cup. 26 Stunden vorher startet Gastgeber VfL Güldenstern Stade mit einer logistischen Meisterleistung.

2000 Quadratmeter Kunstrasen auf 11 Rollen

Es ist Freitag um 6.30 Uhr. In einer Lagerhalle der Firma Nagel in Stade-Ottenbeck hievt ein Kran elf Kunstrasen-Rollen auf den Hänger eines Lkw von Lindemann. Eine Rolle ist 22 Meter lang und 4 Meter breit. 300 Kilogramm bringt solch ein Teil auf die Waage. Ausgelegt im Sportcampus bedeckt der Kunstrasen später knapp 2000 Quadratmeter des Hallenparketts. Der Kunstrasen darf auf keinen Fall nass werden.

Der Spediteur hat nur ein kurzes Zeitfenster. Eine Dreiviertelstunde lang hört es an diesem Morgen mal kurz auf zu schneien und zu regnen. In dieser Phase liefert der Fahrer den Kunstrasen nach Riensförde. Aufgerollt sehen die Teppiche aus wie riesige Torpedos.

Bernd Meyer ist Prokurist bei Scholz in Stade. Der Mann gibt sich gelassen, während seine Kollegen in der Halle den Kunstrasen verlegen. „Der Ball wird pünktlich rollen“, sagt Meyer am frühen Vormittag. Die Profis verlegen zuerst den Mittelstreifen mit dem Anstoßpunkt. Danach arbeiten sie sich auf beiden Seiten bis zu den Torauslinien vor.

Turnierchef bindet Mannschaften zum Helfen ein

Während die Arbeiter die hellgrünen und dunkelgrünen Teppiche an den langen Kanten mit schwarzem Klettband aneinanderheften, wuseln die Helfer schon mit Banden und den Toren durch die Halle. 15 Profis aus verschiedenen Stader Firmen werkeln an diesem Vormittag im Sportcampus. 20, 30 Helfer hat Torben Milbredt organisiert.

Fußballerinnen der C-Jugend putzen die Werbebanner.

Fußballerinnen der C-Jugend putzen die Werbebanner. Foto: Berlin

Die C-Juniorinnen des VfL Güldenstern Stade putzen in einer Umkleidekabine den Staub von den Werbebanden. Die Spieler der ersten Männermannschaft und der U19 tragen die Banden in die Halle. Die Rundumbande soll später für ein schnelles Spiel ohne große Unterbrechungen sorgen.

Krzysztof Lorenc und andere Helfer kümmern sich um die Deko der Sponsoren.

Krzysztof Lorenc und andere Helfer kümmern sich um die Deko der Sponsoren. Foto: Berlin

Riesige Winkel fixieren die Banner rings um das Spielfeld. Weil diese Winkel nicht einfach im Parkett verschraubt werden dürfen, halten Seile auf Zug die Konstruktion später zusammen. „Beim Aufbau ist mittlerweile Routine eingekehrt“, sagt Torben Milbredt. Alle Teile sind durchnummeriert. Am Eingang zum Spielfeld hängt ein Plan. Jeder Helfer kann ablesen, wohin eine Bande gehört. Kurz vor Mittag steht das erste Tor.

Attraktive Preise bei der Tombola

Helfer der Werbepartner blasen Luftballons auf. Wegweiser kleben an Türen und Wänden. Im hinteren Teil der Catering-Lounge drapieren Spielerinnen des ersten Damenteams die Preise der Tombola. Ein 55-Zoll-Fernseher steht in der ersten Reihe vor dem Gabentisch. Sponsoren spendeten Smoothiemixer, Waffeleisen und Heißluftfritteusen.

Caja Bösch von der ersten Frauenmannschaft des VfL Güldenstern Stade drapiert die Tombola-Preise.

Caja Bösch von der ersten Frauenmannschaft des VfL Güldenstern Stade drapiert die Tombola-Preise. Foto: Berlin

Nach und nach entsteht das Herz des Sportcampus. Das Spielfeld. „Die Rollen müssen sich auslegen“, sagt Bernd Meyer. Leichte Wellen im Kunstrasen sind bald verschwunden. Spezialisten reinigen danach final das Grün. Am späten Nachmittag beginnt der Technikcheck in der Arena. Boxen, Mikrofone, Anzeigetafel, Streams - alles soll am Samstagmorgen perfekt funktionieren.

Feuerwehr überwacht Rasen und Banden

Die Stader Feuerwehr schaut sich am Ende des Tages Rollrasen und Banden an. Bürokraten nennen diese Teile im Sportcampus zusätzliche Brandlastträger. Feuerwehrleute haben diese Teile während der Turniere immer im Auge.

Von all dem Stress, den die Profis und die freiwilligen Helfer des Vereins nur wenige Stunden zuvor hatten, werden die Kinder am Samstagmorgen nichts merken. Die U9-Junioren laufen in die Halle ein, springen gekonnt über die Banden, und dann breitet sich vor ihnen eine 2000 Quadratmeter große künstliche Wiese aus. Sie wollen nur kicken und das erste von acht Turnieren gewinnen.

Gegen Mittag steht das erste Tor im Sportcampus.

Gegen Mittag steht das erste Tor im Sportcampus. Foto: Berlin

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