TSolarstrom und Videokameras: Das ist neu im Horneburger Freibad
Die Zäune um das Freibad hielten Vandalen nicht davon ab, im Freibad zu wüten. Foto: Buchmann
Ab dem 16. Mai empfängt das Horneburger Freibad wieder Badegäste. Preiserhöhungen gibt es dieses Jahr keine. Dafür überwachen zukünftig Videokameras das Bad.
Horneburg. Baulich tut sich etwas im Horneburger Schwimmbad. Die Samtgemeinde lässt aktuell das Pumpenhaus sanieren - und technisch aufrüsten. Auf dem Dach soll eine neu installierte Photovoltaik-Anlage zukünftig Solarstrom liefern.
Eine neue PV-Anlage soll zukünftig die Betriebskosten des Freibads senken. Foto: Buchmann
Zudem prüfe man aktuell eine weitere Fläche für eine zweite Anlage. „Wir erhoffen uns so eine bessere Deckung der Energiekosten von bis zu 50 Prozent“, sagt Mirko Sturm. Am Solar-Upgrade beteiligt sich neben der Samtgemeinde Horneburg der Freibad-Förderverein und die Bürger-Energie-Genossenschaft Altes Land und Horneburg, die die erste Anlage installieren ließ.
Horneburg muss Viertelmillion für Freibad zuschießen
„Die Betriebskosten müssen sinken, um das Freibad über die nächsten Jahre erhalten zu können“, sagt Genossenschaftsvorstand Tim Friederichs. Ab April soll die neue Anlage in Betrieb gehen.
Lokale Wirtschaft
T Horneburg: Leerstand und drei neue Läden in der Einkaufsstraße
Das Freibad bleibt weiterhin ein „Luxusgut“ für die Samtgemeinde, sagt die stellvertretende Fachbereichsleiterin Andrea Hunold. Denn die Einnahmen reichen nicht aus, um die Kosten für den Badebetrieb zu decken. Etwa 250.000 Euro muss die Kommune jährlich für das Freibad zuschießen, sagt Kämmerer Mirko Sturm.
Vier Kameras überwachen zukünftig das Freibad
Auf dem Dach des Pumpenhauses haben die Handwerker jedoch neben Solarpanelen noch etwas anderes montiert: Zwei Videokameras, ebenso wie auf dem Dach des Kassenhäuschens. Ab dieser Saison wird erstmals eine Videoüberwachung im Horneburger Schwimmbad eingeführt, bestätigt Hunold.

Am Pumpenhaus wurden ebenfalls zwei Kameras installiert. Foto: Buchmann
Grund für diese Maßnahme seien die Vandalismus-Vorfälle in den letzten zwei Jahren. Im April 2024 waren Unbekannte in das Freibad eingebrochen, hatten Gegenstände beschädigt und im Bad gebadet sowie geduscht.
Keine Aufzeichnung während des Badebetriebs
Drei Monate später folgte der nächste Einbruch, bei dem Unbekannte Spielgeräte beschädigten, Sitzbänke ins Wasser warfen und einen Sonnenschirm anzündeten. Schadenshöhe: mehrere Tausend Euro.

Zwei Kameras auf dem Kassenhäuschen haben das Freibad im Blick. Foto: Buchmann
Die Videoüberwachung soll präventiv wirken, also potenzielle Täter abschrecken, sagt Hunold. Insgesamt vier Kameras überwachen großflächig das Gelände sowie die Becken. Insbesondere die Zäune bei den Liegewiesen seien beliebte Einstiegspunkte, so Hunold. Aufzeichnen sollen sie nur außerhalb der Betriebszeiten, um das Material im Schadensfall mit der Polizei auszuwerten.
Badegäste regten Überwachung an
Während des Badebetriebs sollen die Kameras nicht aufzeichnen, um keine Persönlichkeitsrechte zu verletzen. Ein Schild am Eingang soll Besucher zukünftig auf die Videoüberwachung hinweisen.
Die Idee, das Freibad mit Kameras zu überwachen, sei auch von Badegästen angeregt worden, sagt Mirko Sturm. Der Förderverein des Freibads unterstützt ebenfalls die Maßnahme. „Wir haben die beschädigten Sachen mit Spenden ersetzt und hoffen, dass die Kameras abschreckend wirken“, sagt die Vereinsvorsitzende Rosita Poppe.
Für die Verwaltung war das Thema eine Abwägungsfrage. „Der Brandschaden hat gezeigt, wie risikoreich so ein Vorfall sein kann“, erklärt Sturm die Entscheidung. Es sei Glück gewesen, dass das Feuer nicht auf die Gebäude übergesprungen war.
Keine Preiserhöhung beim Freibad-Eintritt
Es gibt auch an der Schwimmbadkasse gute Nachrichten für die Badegäste: „Die Preise für die Badesaison 2026 bleiben gleich“, sagt Andrea Hunold. Die Einzelkarte für Erwachsene kostet wie im Vorjahr 5 Euro, der Preis für ermäßigte Einzelkarten etwa für Jugendliche oder Senioren liegt bei 2,30 Euro.

Per QR-Code können Badegäste das Drehkreuz im Horneburger Freibad passieren. Foto: Buchmann/Archiv
Der Vorverkauf für die Saisonkarten hat bereits begonnen. Über die Homepage der Samtgemeinde können Interessierte noch bis zum 18. Mai verschiedene Dauerkarten zu einem ermäßigten Vorverkaufspreis bestellen.
Letzte Badesaison: Fast 9000 Besucher weniger
Erwachsene zahlen so nur 108 Euro statt 118 Euro für die ganze Badesaison bis 19. September, Jugendliche 53 Euro statt 58 Euro. Bestellen und bezahlen kann man die Karten direkt über den Online-Shop der Samtgemeinde.
Einzelkarten bekommen Besucher nicht online, sondern über den Verkaufsautomaten sowie die Freibadkasse. Die Saisonkarten können Vorbesteller ab Saisonbeginn (16. Mai 2026) direkt am Kassenhäuschen abholen.
Im vergangenen Jahr besuchten 40.013 Badegäste das Freibad in Horneburg - fast 9000 weniger als in der Saison 2024. Woran lag das? Für Schwimmmeister Martin Vieweg war ein Grund das Wetter: „Der letzte Sommer war sehr durchwachsen.“ Dafür sei die Badesaison unfallfrei verlaufen. Vieweg: „Das ist auch mal schön.“
Copyright © 2026 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.