TNeuer Name für die Bitterbrücke in Buxtehude?
Der Name Bitterbrücke ist fester Bestandteil im Sprachgebrauch vieler Buxtehuder Bürger. Foto: Wisser
Der SPD-Vorschlag zur Umbenennung sorgt für Diskussionen. Warum die anderen Fraktionen das ablehnen und welche Alternativen diskutiert werden.
Buxtehude. Soll die sogenannte Bitterbrücke zwischen Ostfleth und Breite Straße in der historischen Buxtehuder Altstadt in „Brücke der Kinderrechte“ umbenannt werden? Diesen Vorschlag macht die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Buxtehude. Sie wird sich damit aber wohl nicht durchsetzen.
Schade, dass das, was der Volksmund erfunden hat, weggenommen werden soll
Cord Lühmann, Mitglied Stadtentwicklungsausschuss
Die Brücke in der Verlängerung der Breiten Straße besitzt offiziell überhaupt keinen Namen. Viele Buxtehuder nennen sie aber Bitterbrücke, weil sie mehrere Jahrzehnte die Verbindung zu einem der beliebtesten Buxtehuder Geschäfte war: Schlachter Bitter am Westfleth. Regelmäßige Schlangen vor den Verkaufstresen waren dort bis 2016 Standard.
Volksmund-Benennung Bitterbrücke soll bleiben
Durch den Kauf und den Erhalt von Häusern am Westfleth sammelte die Familie Bitter auch Verdienste um den Erhalt der Altstadt. Der Betrieb schloss nach dem Tod des Seniorchefs Klaus Bitter. Direkt am Zugang zur Westfleth-Passage gibt es eine bronzene Schweinefamilie als Hinweis auf die ehemalige Schlachterei.

In diesem Haus am Westfleth war viele Jahre die Schlachterei Bitter beheimatet. Foto: Wisser
„Mit der Umbenennung der Brücke können wir mit wenig Aufwand ein Signal mit großer Reichweite aussenden“, erklärt SPD-Ratsherr Gerrit Steffens den Vorschlag seiner Fraktion. An der Brücke fänden regelmäßig positive politische Veranstaltungen statt, die so auch für Kinderrechte werben. Da es an der Brücke keine Anwohner gebe, gebe es auch fast keine Kosten oder Verwaltungsaufwand bei einer möglichen Adressenumstellung.
Emotionales Statement für die Bitterbrücke
Bei den anderen Fraktionen im Rat fand die Idee, einen Ort in der Stadt mit Kinderrechten zu benennen, grundsätzlich Zustimmung. Die Bitterbrücke soll es aber auf gar keinen Fall sein. Bitter sei 20 Jahre am Westfleth sein Nachbar gewesen, sagte Cord Lühmann, zugewähltes Mitglied im Stadtentwicklungsausschuss für die CDU.

Eine bronzene Schweinefamilie erinnert in der Westfleth-Passage an den Schlachter Bitter. Foto: Wisser
Die Familie Bitter habe Häuser gerettet. „Schade, dass das, was der Volksmund erfunden hat, weggenommen werden soll“, sagte Lühmann. Das sollte aus Sicht der CDU kein grundsätzliches Nein zum Thema Kinderrechte sein. Die CDU-Ratsfrau Arnhild Biesenbach schlug vor, einen Platz zu suchen, der in der Nähe einer Einrichtung für Kinder liegt.
Gute Idee, aber Standort nicht geeignet
Für die FDP sprach sich der Fraktionsvorsitzende Michael Hübner für den Erhalt des inoffiziellen Namens Bitterbrücke aus. „Der Name hat sich in der Stadt etabliert.“
Auch Ulrich Felgentreu von Bündnis 90/Die Grünen teilte diese Meinung. Felgentreu: „Das ist eine gute Idee, aber der Standort ist nicht geeignet.“
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Der SPD-Fraktionsvorsitzende Nick Freudenthal grifft die Argumente der anderen Fraktionen auf. „Es geht uns nicht darum, die Verdienste von Bitter zu schmälern“, sagte er. „Wir greifen die Anregungen auf und suchen einen anderen Ort für die Kinderrechte“, sagte er. Seine Idee, die Verwaltung solle einen passenden Ort finden, sah er aber nicht unterstützt.
Verwaltung will sich an Suche nicht beteiligen
Stadtbaurätin Michaela Springhorn bat darum, ihre Mitarbeiter damit nicht zu belasten: „Das ist eher Kür als Pflicht, und wir sind dabei, uns auf die Pflichtaufgaben zu konzentrieren“, sagte die Chefin der Bauverwaltung. Ratsherr und SPD-Vorsitzender Christian Krüger kündigte daraufhin an, bis zur politischen Sommerpause einen abgestimmten und mehrheitsfähigen Vorschlag vorzulegen.
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Der Name Bitterbrücke ist fester Bestandteil im Sprachgebrauch vieler Buxtehuder Bürger. Foto: Wisser