Ehe

TSpontan-Hochzeit: Die schönsten Bilder der Trauungen im Landkreis Stade

Über die Aktion „Einfach heiraten“ freuten sich die Besucher der Kirche Nikolai zu Borstel.

Über die Aktion „Einfach heiraten“ freuten sich die Besucher der Kirche Nikolai zu Borstel. Foto: St. Nikolai Borstel

Besonderes Datum: Am 26.06.2026 wurde in vielen Kirchen im Landkreis „einfach“ geheiratet und gesegnet – und damit viel mehr als sonst. Die Foto-Eindrücke von einem extrem heißen Freitag.

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Von Sabine Lohmann
30.06.2026, 08:00 Uhr

Besondere Momente in Jork-Borstel

Von der Aktion „Einfach heiraten“ war Pastorin Anika Röling von der Kirchengemeinde St. Nikolai zu Borstel begeistert. Bei der Gemeinschaftsaktion der drei Kirchengemeinden Jork, Borstel und Estebrügge wurden 7 kirchliche Trauungen und 17 Segnungen gezählt. Von den Paaren - im Alter von ganz jung bis alt - kamen neun aus Jork, zwei aus Stade und jeweils ein Paar aus Estebrügge, Steinkirchen, Hamburg, Lüdenscheid, Waldachtal, Teterow und Mommenheim.

Mit einem Glas Sekt wurde vor der Kirche St. Nikolai zu Borstel angestoßen.

Mit einem Glas Sekt wurde vor der Kirche St. Nikolai zu Borstel angestoßen. Foto: St. Nikolai Borstel

Ein besonderer Moment für die Liebe im Garten der Kirche St. Nikolai zu Borstel.

Ein besonderer Moment für die Liebe im Garten der Kirche St. Nikolai zu Borstel. Foto: St. Nikolai Borstel

In der Kirche St. Nikolai zu Borstel wurden Paare gesegnet oder getraut.

In der Kirche St. Nikolai zu Borstel wurden Paare gesegnet oder getraut. Foto: St. Nikolai Borstel

Paare und Familien nutzen die Aktion „Einfach heiraten“ in der St.-Nikolai-Kirche in Borstel.

Paare und Familien nutzen die Aktion „Einfach heiraten“ in der St.-Nikolai-Kirche in Borstel. Foto: St. Nikolai Borstel

Wegen der Hitze war der Trauplatz draußen im Schatten aufgebaut, hier waren die Temperaturen gut auszuhalten, erzählt die Pastorin. Auch einige Planschbecken wurden zur Abkühlung aufgestellt.

„Alle haben sich sehr gefreut über diesen Moment für das Paar und die Liebe“, berichtet die Pastorin. „Es waren tolle kleine Mini-Andachten, mit Live-Musik und viele besonderen Momenten.“

Sieben kirchliche Trauungen und 17 Segnungen wurden in der Kirche St. Nikolai zu Borstel gezählt.

Sieben kirchliche Trauungen und 17 Segnungen wurden in der Kirche St. Nikolai zu Borstel gezählt. Foto: St. Nikolai Borstel

Ein Moment der Ruhe im Baumschatten vor der St.-Nikolai-Kirche in Borstel.

Ein Moment der Ruhe im Baumschatten vor der St.-Nikolai-Kirche in Borstel. Foto: St. Nikolai Borstel

Wegen der Hitze war der Trauplatz draußen im Schatten St. der Kirche Nikolai zu Borstel aufgebaut - so waren die Temperaturen gut auszuhalten.

Wegen der Hitze war der Trauplatz draußen im Schatten St. der Kirche Nikolai zu Borstel aufgebaut - so waren die Temperaturen gut auszuhalten. Foto: St. Nikolai Borstel

So war für zwei Gäste im Alten Land - beide verwitwet und älter - der Segen so wichtig, dass sie dafür extra einen Tag vorher angereist waren. Das Paar hatte von der Aktion gehört und nach einem Feierort in der Region gesucht - und war in der Ferienwohnung des Küsters untergekommen.

Ein anderes Paar - beide Ärzte - war direkt von einer Operation herbeigeeilt, um noch den letzten Zeitslot zu erwischen und vor den Traualtar zu treten. Ein Paar hatte auf den Tag genau seinen 27. Hochzeitstag. Ein weiteres hatte vor Jahrzehnten katholisch geheiratet und wollte sich jetzt evangelisch segnen lassen.

In Bliedersdorf ließen sich viele Paare segnen oder trauen

„Einfach geheiratet“ wurde auch in der Katharinenkirche in Bliedersdorf. „Es war sehr berührend zu sehen, wie schön so eine Trauung oder Segnung zu zweit sein kann, wenn man wirklich nur für sich ist“, teilt Pastorin Mira Neckel mit.

Sie wollten sich noch einmal als Familie segnen lassen: Katharina und Florian Neuber mit Maja und Felix.

Sie wollten sich noch einmal als Familie segnen lassen: Katharina und Florian Neuber mit Maja und Felix. Foto: Meira Winkelmann

Maren und Mano Waldvogel feierten ihre kirchliche Trauung mit gut 40 Menschen in der Katharinenkirche in Bliedersdorf.

Maren und Mano Waldvogel feierten ihre kirchliche Trauung mit gut 40 Menschen in der Katharinenkirche in Bliedersdorf. Foto: Meira Winkelmann

Sie sagten „Ja“ in der Feldsteinkirche in Bliedersdorf.

Sie sagten „Ja“ in der Feldsteinkirche in Bliedersdorf. Foto: Meira Winkelmann

In der Feldsteinkirche in Bliedersdorf wurde von 12 bis 19 Uhr „einfach geheiratet“ und gesegnet.

In der Feldsteinkirche in Bliedersdorf wurde von 12 bis 19 Uhr „einfach geheiratet“ und gesegnet. Foto: Meira Winkelmann

Von 12 bis 19 Uhr hatte sie gemeinsam mit Vikarin Marielle Seligmann aus Neukloster Paare aus Bliedersdorf, Hedendorf, Schragenberg/Nottensdorf, Beckdorf und Hollern-Twielenfleth gesegnet (acht) oder kirchlich getraut (zwei).

Ein Selfie nach der Trauung: Marcus und Nina Preuß haben in der Feldsteinkirche in Bliedersdorf geheiratet.

Ein Selfie nach der Trauung: Marcus und Nina Preuß haben in der Feldsteinkirche in Bliedersdorf geheiratet. Foto: Privat

In den ersten drei Stunden hatten sie gut zu tun. Michael und Oxana Düsmann-Stark sowie Ulrike und Matthias Staats kamen nach der standesamtlichen Trauung in Horneburg mittags in die Feldsteinkirche. Staats hatten vorher angefragt: Sie seien beide keine Kirchenmitglieder, fänden die Aktion aber toll, und ein Segen wäre ihnen wichtig. Die beiden Paare stießen gemeinsam aufeinander an und ließen sich segnen. Ein weiteres Paar kam mittags spontan vorbei: Berhard Borreck und Britta Kalbow sind schon länger verheiratet.

„Diese Segnungen waren sehr emotional. Bei den einen wurde mehr gelacht, bei den anderen floss auch die eine oder andere Träne“, erzählt Pastorin Mira Neckel.

Zwei Familien brachten ihre Kinder mit, darunter Katharina und Florian Neuber mit Maja und Felix. Sie wollten sich noch einmal als Familie segnen lassen.

Für ihre kirchliche Trauung brachten Maren und Mano Waldvogel Freunde und Familie mit, sodass gut 40 Menschen die Kirche füllten. Danach feierte die Hochzeitsgesellschaft im Gemeindehaus.

Nachmittags wurde es ruhiger. Wegen der Hitze blieben einige Paare, die spontan kommen wollten, lieber zu Hause, erfuhr die Pastorin später.

Holger und Bianca Scholz ließen sich kirchlich trauen - ganz bewusst nur zu zweit ohne ihre drei Kinder. Vor etwa 20 Jahren hatten sie nur standesamtlich geheiratet. Als sie von der Aktion erfuhren, beschlossen sie: Das machen wir. Dafür ließen sie sich extra neue Eheringe anfertigen; Bianca Scholz trug denselben Brautstrauß wie vor 20 Jahren.

Liebe lag in der Luft in Oldendorf

„Es war natürlich heiß unterm Talar, aber das Wetter hat für eine sommerliche Leichtigkeit gesorgt, es lag soviel Liebe und Zufriedenheit und Gelassenheit in der Luft, das war himmlisch“, erzählt Pastorin Stephanie Müller von St. Martin in Oldendorf. 20 Paare, die sich trauten - von einem standesamtlich frisch getrauten Paar bis zum Goldhochzeitspaar, kamen aus den Kirchengemeinden Assel, Himmelpforten, Oldendorf und aus Stade. Die meisten waren schon länger standesamtlich verheiratet und nutzten die Aktion nun für die kirchliche Trauung.

Pastorinnen, Musik und Fotografin - die Kirchengemeinde Oldendorf hatte alles für die feierlichen Momente vorbereitet.

Pastorinnen, Musik und Fotografin - die Kirchengemeinde Oldendorf hatte alles für die feierlichen Momente vorbereitet. Foto: Müller

Ein strahlendes Paar im Sonnenschein in Oldendorf: Corinna Stier und Holger Göbel. Die beiden wurden vom Kindergarten überrascht, in dem er als Erzieher arbeitet.

Ein strahlendes Paar im Sonnenschein in Oldendorf: Corinna Stier und Holger Göbel. Die beiden wurden vom Kindergarten überrascht, in dem er als Erzieher arbeitet. Foto: Kirchengemeinde Oldendorf

Das Pastorinnen-Trio (von links) Alyssa Bartz (Assel), Stephanie Müller (Oldendorf) und Johanna Gorka (Himmelpforten) unter dem Traubogen vor der Kirche in Oldendorf.

Das Pastorinnen-Trio (von links) Alyssa Bartz (Assel), Stephanie Müller (Oldendorf) und Johanna Gorka (Himmelpforten) unter dem Traubogen vor der Kirche in Oldendorf. Foto: Gorka

Im ganzen Landkreis Stade wurde am Freitag „einfach“ geheiratet, so wie hier in der Kirche Nikolai zu Borstel.

Im ganzen Landkreis Stade wurde am Freitag „einfach“ geheiratet, so wie hier in der Kirche Nikolai zu Borstel. Foto: St. Nikolai Borstel

„Es sind so kleine Wunder passiert“, berichtet die Pastorin: So kam ein Paar, das sich spontan trauen lassen wollte, zufällig genau zum noch einzig freien Zeitslot in die Kirche. Kurios auch: Die standesamtliche Trauzeugin eines Paares schlenderte just zu dem Zeitpunkt über den Kirchhof, um einkaufen zu gehen, als das Paar sich unterm Traubogen segnen lassen wollte. Besonders auch: Die Tochter eines Paares sang mit einem Pop-Duo für ihre Eltern. Corinna Stier und Holger Göbel wurden vom Kindergarten überrascht, in dem er Erzieher ist.

„Es war wunderschön zu erleben, wie viele Menschen diese Aktion angesprochen hat, wie viele gesagt haben: Das war genau das richtig für uns“, so die Pastorin. Bei „einfach heiraten“ stand „die Liebe der Paare im Mittelpunkt und der Wunsch nach einem Segen für ihre Liebe, nicht die große Organisation eines Festes“. Das habe viel Anspannung genommen. „Die Paare konnten im Moment und wirklich ganz da sein. Da war so viel Berührtsein, so viel Verbundenheit - ach einfach schön.“

Segnungen in der kühlen Kirche in Stade

In der St.-Wilhadi-Kirche in Stade haben sich am Freitag zwei Paare segnen lassen, teilt Pastorin Ann-Katrin Hamsch mit. Ein Ehepaar kam mit Voranmeldung, das andere spontan vorbei. Die Eheleute aus Stade beziehungsweise aus Hannover waren älter als 60. Wegen der Hitze wurde - anders als ursprünglich geplant - auf Segnungen draußen auf der Kirchwiese verzichtet. Stattdessen genossen die Brautpaare die Kühle in der Kirche. Und: „Es gab natürlich auch eine Hochzeitstorte.“

Berührende Gespräche im Kirchgarten in Buxtehude

13 Paare aus Buxtehude und dem Kreis Rotenburg haben im Kirchgarten und auf dem Turm der St.-Petri-Kirche in Buxtehude geheiratet oder sich segnen lassen; die Hälfte kam spontan. Das Alter war durchmischt - vom alten Ehepaar nach der Goldenen Hochzeit mit dem Rollator bis zum jungen Paar gleich nach dem Standesamt.

„Einfach heiraten“ in der St.-Petri-Kirche in Buxtehude: 13 Paare haben geheiratet oder sich segnen lassen.

„Einfach heiraten“ in der St.-Petri-Kirche in Buxtehude: 13 Paare haben geheiratet oder sich segnen lassen. Foto: St. Petri Buxtehude

Pastor Chris Hasemann hatte vorab die Nord-Ost-Ecke des Turmes geschmückt, denn bei der Hitze sei der Schatten wichtig und nach den 96 Stufen nötig gewesen. Er habe viel Schönes beobachtet, erzählt er. Menschen blieben stehen, fragten, guckten, festliche Orgelmusik erklang jede halbe Stunde zum Einzug der Paare. Dafür stand Kreiskantorin Sybille Groß sechs Stunden lang auf der Orgelempore bereit.

Vom Flair durch das Streetpiano auf dem Petriplatz schwärmt Pastor Hasemann, von der Deko im Kirchgarten und auf dem Turm, von den berührenden Gesprächen im Kirchgarten bei der Begrüßung und Anmeldung der Paare sowie hinterher bei einem Gläschen Apfelsecco an den Stehtischen unterm Baum.

Zwei Paare werden noch gesegnet: Bei einem Paar war der Turmaufstieg wegen eines gebrochenen Fußes nicht möglich, beim anderen musste die Segnung wegen einer Chemotherapie geschoben werden.

Über die Aktion „Einfach heiraten“ freuten sich die Besucher der Kirche Nikolai zu Borstel.

Über die Aktion „Einfach heiraten“ freuten sich die Besucher der Kirche Nikolai zu Borstel. Foto: St. Nikolai Borstel

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