TSportstadt Buxtehude ehrt ihre Besten in der neuen Halle Nord
Emilia Scheffer (links) und Nicola Ehlers beherrschen das Rhönrad meisterlich. Foto: Weil
Während vielerorts die Fußball-Weltmeisterschaft stärker in den Fokus rückt, wurden in Buxtehude Sportler ganz anderer Disziplinen für herausragende Leistungen geehrt.
Buxtehude. Bei der Sportlerehrung für das Jahr 2025 zeichnete Buxtehudes Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt in der Halle Nord mehr als 120 sportlich Aktive aller Altersklassen für ihre Erfolge aus. Die meisten Athletinnen und Athleten waren persönlich vor Ort, um die insgesamt 38 Gold-, 2 Silber- und 50 Bronzemedaillen sowie 38 Urkunden für „Jugend trainiert für Olympia“ entgegenzunehmen.
Auf keinen Fall Rhönradturnen
Zum Start der Veranstaltung stellte Matthias Weiß von der Sparkasse Harburg-Buxtehude die gesellschaftliche Bedeutung des Sports heraus und sprach allen Geehrten seine persönliche Anerkennung aus. Er selbst sei zwar einigermaßen sportlich, könne mit meisterlichen Leistungen aber nicht mithalten. Mit Katja Oldenburg-Schmidt entspann sich ein augenzwinkernder Austausch über die Frage, welche Sportart man vielleicht gemeinsam ausprobieren sollte. Bis zum Ende der Veranstaltung wurde die Frage zwar nicht geklärt, aber ganz sicher wird es nicht Rhönradturnen.
Viel Applaus für die Erfolge der Leichtathleten
Für ihre Erfolge in dieser turnerisch anspruchsvollen wie ästhetischen Sportart wurden Emilia Scheffer und Nicola Ehlers vom Buxtehuder SV geehrt.

Klaus Wilkens ist seit 20 Jahren in der Tischtennissparte der SG Buxtehude-Altkloster engagiert. Insbesondere für seinen Einsatz für die Jugendförderung erhielt er eine besondere Auszeichnung. Foto: Weil
Gemeinsam mit Teamkolleginnen zeigten sie dem staunenden Publikum ihr Können. Mitglieder des BSV waren auch bei den Ehrungen im Bereich Leichtathletik stark vertreten. Da Leichtathletik nicht nur unterschiedliche Laufdistanzen und Sprung- und Wurfarten, sondern auch noch verschiedene Mehrkampfvarianten umfasst, gab es Applaus für eine Vielfalt an Bestleistungen.
Konzentrationssport aus Frankreich
Die SG Buxtehude-Altkloster dagegen stellte eine ehrwürdige Mannschaft, die erstmals ausgezeichnet wurde. Mit Hinweisen wie „Konzentration“ und „Frankreich“ wollte die Moderatorin das Publikum erraten lassen, um welche Sportart es geht. Aber Jutta Westphal, die als gut gelaunte Sprecherin der acht Teammitglieder agierte, meinte pragmatisch, der Aufdruck auf den Shirts habe doch schon längst „verraten“, dass sie Pétanque spielten.

Die Pétanquemannschaft mit Jutta Westphal als Sprecherin ermutigt Bürgermeisterin Oldenburg-Schmidt, den Sport mit den Kugeln mal auszuprobieren. Foto: Weil
Westphal erklärte ihren Sport, mit dem die Mannschaft gerade in die Regionalliga aufgestiegen ist, als eine Mischung aus Schach - wegen Taktik und Konzentration - sowie Ballsport, weil ein gutes Gefühl für die Kugeln wichtig sei.
Schützengilde mit Sportgerät aus dem 3D-Drucker
Viel Erfahrung und Gefühl beim Zielen benötigen auch die Schießsportler mit den verschiedenen Sportgewehren und -pistolen, von denen insgesamt 16 Personen aus drei Vereinen Ehrungen erhielten. In der Schützengilde wird zusätzlich mit einem Gerät geschossen, das im ersten Moment eher nach Betäubungspfeilen und Großwild klingt: dem Blasrohr.
Bezirksschützenverband
Blasrohrschützen erzielen Ergebnisse auf Spitzenniveau
Beachvolleyball
T Ungeschlagen zu WM-Gold: Buxtehuderin feiert unerwarteten Triumph
Vater Andreas und Tochter Ziva Brünkmann erklärten nach der Veranstaltung den besonderen Reiz dieses ungewöhnlichen Sports: „Es macht einfach Spaß, weil es eben etwas Besonderes ist und im Team und bei Wettkämpfen ein großartiges Gemeinschaftsgefühl herrscht“, schwärmte die 14-Jährige.

Ute Röhrs, Jana Malchow, Andreas Brünkmann, Ziva Brünkmann und Ann-Kathrin Ziegeler (von links) haben Spaß und Erfolg mit dem Blasrohr. Foto: Weil
Ihr Vater ergänzte: „Wir trainieren ohne Trainer, einfach durch Ausprobieren. Außerdem kann man seine Ausrüstung für relativ wenig Geld selbst bauen. Es gibt nur wenige Regeln dafür zu beachten, und das Mundstück etwa kann man mit einem 3D-Drucker herstellen.“
Mit Ball: Eine Weltmeisterin aus Buxtehude
Eine echte Weltmeisterin hat Buxtehude auch zu bieten: Julia Kopf gewann im vergangenen Jahr die Beachvolleyball-WM in ihrer Altersklasse. Sie erzählte im Gespräch, dass ihre Spielpartnerin aus Berlin komme und gemeinsames Training gar nicht möglich sei. Dennoch hätten sie auf dem Feld sehr gut zusammengefunden.

Beachvolleyball-Weltmeisterin Julia Kopf und Ultraläufer Kay Giese ernteten Bewunderung für ihre Leistungen. Foto: Weil
Dabei hilft sicher die jahrzehntelange Erfahrung der Sportlerin. Julia Kopf spielt bereits seit ihrer Kindheit Volleyball in der Halle, und auch im Sand ist sie seit fast 30 Jahren dabei.
Ein erstes und ein letztes Mal in der neuen Halle
Da Julia Kopf weiterhin Meisterschaften spielt, könnte sie vielleicht auch zukünftig an der Sportlerehrung teilnehmen, denn Mehrfachehrungen sind gar nicht selten. Eine wird in ihrer jetzigen Rolle aber nicht mehr dabei sein.

Schachspieler Ralf Schöngart blickt schon auf viele Sportlerehrungen zurück. Foto: Weil
Im Gespräch mit Schachspieler Ralf Schöngart sprach Katja Oldenburg-Schmidt an, dass dies ihre letzte Sportlerehrung sei. Im auch von ihr während der gesamten Veranstaltung genutzten Sportler-Du gab er zurück: „Für dich ja - bei mir ist noch lange nicht Schluss.“
Leider funktionierte die Tontechnik der neuen Halle nicht optimal. Eine Art Echo machte es dem Publikum, darunter Mitglieder des Rates und des Ausschusses für Schulen und Sport, schwer, das gesprochene Wort zu verstehen.
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