TSportvereine sind sauer: Buxtehude sperrt drei Sporthallen zeitgleich
Sportstadt Buxtehude? Da melden die Vereine derzeit Zweifel an. Foto: Wisser
Buxtehude und seine Sporthallen: Eine Geschichte voller Pleiten, Pech und Pannen. Nun kommt ein weiteres Kapitel hinzu. Was steckt hinter den plötzlichen Schließungen?
Buxtehude. Die großen Sportvereine Buxtehuder SV und SG Buxtehude-Altkloster sind verärgert über die Kommunikation der Stadt. Am vergangenen Freitag erfuhren sie von der zeitgleichen Sperrung der Zweifeldhalle an der Halepaghen-Schule (HPS, glatter Hallenboden), der alten Halle Nord (Brandschutzsanierung) und der Sporthalle in Immenbeck (Wasserschaden).
„Wir als Verein haben jetzt die Arbeit und den Ärger. Wir müssen innerhalb weniger Tage vieles organisieren. Andere Sachen müssen jetzt liegenbleiben“, sagt BSV-Vorstandssprecherin Nina Djafari. Der stellvertretende BSV-Vorstandssprecher Stefan Hebecker ergänzt, dass er in den vergangenen Tagen viel Zeit damit verbracht habe, Mitglieder zu beruhigen. Es habe Forderungen nach Rückzahlungen und Drohungen von Vereinsaustritten gegeben.
Schwere Zeiten für Vereinsführungen in Buxtehude
Susanne von Arciszewski, Vorsitzende der SG Altkloster, kritisiert die Buxtehuder Verwaltung. „Die Kommunikation der Stadt ist in diesem Fall wirklich misslich“, sagt sie. Für die Führung von Sportvereinen in Buxtehude sei es eine schwierige Zeit.

In der alten Halle Nord hat der BSV jahrzehntelang seine Bundesliga-Spiele ausgetragen. Wenn die Sanierung der Halle Süd abgeschlossen ist, soll sie abgerissen werden. Foto: Wisser
„Dass die alte Halle Nord nur bis Jahresende genutzt werden kann, ist von uns immer so kommuniziert worden“, entgegnet der Erste Stadtrat Ralf Dessel die Kritik. Auch in den Gesprächen mit der Handball-Marketing des BSV sei dies immer gesagt worden.
„Die Kollegen haben am Freitag abschließend zusammengesessen und anhand des Gutachtens entschieden, dass die Halle geschlossen bleibt, weil die Verletzungsgefahr zu groß ist. Danach gab es sofort die Kommunikation in Richtung Vereine und Schule“, so Dessel.
Tauschaktion der Vereine rettet die Trainingszeiten
Trotz der beiden Schließungen (Nord und HPS) konnten die Vereine viele Sportangebote durch den Tausch von Zeiten retten. Kleinere Gruppen nutzen in den kommenden Wochen das BSV-eigene Fitnesszentrum Kraftwerk. Die dadurch frei werdenden Hallenzeiten nutzen BSV-Gruppen.

Die Zweifeldhalle der Halepaghen-Schule. Sie ist für den Vereins- und Schulsport geschlossen. Foto: Wisser
Die alte Halle Nord und die HPS-Zweifeldhalle sollen nach den Osterferien wieder genutzt werden können. Für die Halle in Immenbeck gibt es zur Wiedereröffnung keine Informationen. Die Schließungen haben keinen inhaltlichen Zusammenhang, fallen aber in den gleichen Zeitraum.
Schneemassen: Vorsorgliche Schließung der Hallen
Das Drama begann mit den Schneemassen in der vergangenen Woche. Die Stadtverwaltung schloss die städtischen Hallen vorsorglich für eine Woche und kontrollierte die Beschaffenheit.
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„Wir haben uns die große Räumaktion bei Toom angeschaut und uns dann Sorgen um unsere eigenen Dächer gemacht“, sagt Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt (parteilos). Das Dach des Baumarkts war mit Hilfe der Feuerwehr vom Schnee befreit worden. Das Ergebnis der Kontrollrunde in den Hallen: Es gibt einen Wasserschaden in der Halle in Immenbeck. Deshalb ist diese jetzt geschlossen.
Grundlage Gutachten: Stadt sperrt die HPS-Zweifeldhalle
Schwerwiegender ist die Sperrung der Zweifeldhalle der HPS in der Konopkastraße. Sportler beschweren sich seit fast eineinhalb Jahren über den glatten Hallenboden, der eine erhöhte Verletzungsgefahr darstellt. Im Herbst hatte die Stadt ein Gutachten dazu in Auftrag gegeben. Auf dessen Grundlage entschied die Stadt, die Halle zu sperren. „Die Oberfläche des Bodens muss erneuert werden“, sagt Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt.

Mit diesem Aushang informiert die Stadt, dass die Halle an der Halepaghen-Schule geschlossen ist. Foto: Wisser
Betroffen sind neben dem Vereinssport auch die Schüler des Gymnasiums. Die kleine HPS-Halle ist für viele Sportarten nicht geeignet. Einige Eltern der HPS-Schüler wussten von der Sperrung der Halle am Dienstag noch nichts. Andere hatten eine Ahnung, da über Whats-App-Chats der Eltern ein Sportfest mit dem Hinweis auf den glatten Hallenboden abgesagt worden war.
Die Odyssee der Buxtehuder Rhönrad-Turner
Die Rhönrad-Abteilung des Buxtehuder SV ist gleich mehrfach vom Hallen-Chaos betroffen. Die Aktiven kritisierten bereits länger den glatten HPS-Hallenboden. Nach einem Beinahe-Unfall im Herbst 2025 zogen sie die Reißleine: Entweder gibt es eine andere Halle oder es gibt kein Training mehr für die 45 Aktiven, hieß es damals. Daraufhin bekamen die Sportler Zeiten in der alten Halle Nord.

Die Rhönrad-Turner des Buxtehuder SV starten auf nationaler Ebene: Emilia Scheffer hat es schon zu deutschen Meisterschaften geschafft. Foto: privat
Die Halle ist nach der Fertigstellung der neuen Halle Nord fast leer. Die Schüler der Integrierten Gesamtschule und die Vereine einschließlich der Handball-Frauen-Bundesliga-Mannschaft sind in die neue Halle umgezogen. Genutzt wurde nur der Kraftraum der Handballerinnen.
„Wir haben uns gefreut. Wann hat man schon eine ganze Halle für sich“, sagt eine Beteiligte gegenüber dem TAGEBLATT. Die Halle sei ohnehin 20 Jahre lang sportliche Heimat des Vereins gewesen.
Diese Freude fand aber am vergangenen Freitag ein abruptes Ende. Die BSV-Rhönrad-Abteilung erfuhr, dass die alte Halle Nord über Wochen nicht mehr genutzt werden kann. Der Grund dafür sind die lange geplanten Brandschutzarbeiten.
Alte Halle Nord nächstes Jahr Ausweichquartier
Die Sanierung ist notwendig, weil die alte Halle Nord als Ausweichquartier genutzt werden soll. Die Schüler des Schulzentrums Süd sollen dort Sport machen, wenn ab 2027 ihre eigene Sporthalle saniert und erweitert wird. Danach folgt der Abriss der alten Halle Nord.
Im Ergebnis zieht die Rhönrad-Abteilung wieder um. Diesmal geht es in die Sporthalle der Berufsbildenden Schulen Buxtehude. Dort haben die BSV-Leichtathleten auf einen Hallenteil verzichtet. Die Schule in Trägerschaft des Landkreises Stade stellt einen Raum für einen Teil der Rhönräder zur Verfügung.
Rhönräder haben einen Durchmesser von bis zu 2,35 Meter. Weder der Transport noch die Lagerung sind einfach. Die Sportler nehmen deshalb ihre Geräte zu Auswärtsfahrten nicht mit. Sie nutzen die Sportgeräte des Gastgebers.
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Durch die Sperrung der HPS-Halle sind der BSV mit 4000 Mitgliedern und die SG Altkloster mit 2100 Mitgliedern betroffen. „Auch in dieser kritischen Zeit funktioniert die Zusammenarbeit der Vereine“, sagt Stephan Griebel. Das sei eine gute Erfahrung. Der Vorsitzende des SV Ottensen ist Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Sportvereine.
Europa-Pokal in Buxtehude: Lösung für Doppelspieltag
Im Zusammenhang mit den Hallenschließungen konnte die Stadtverwaltung ein Problem zugunsten der Vereine lösen. Am Sonntag, 22. Februar, trägt nach Informationen aus dem Stadthaus der Handball-Bundesligist VfL Oldenburg ein Europa-Pokal-Heimspiel in der neuen Halle Nord aus. In Oldenburg gebe es keinen geeigneten Hallenplatz an diesem Tag.

Die neue Halle Nord hat einschließlich der Außenanlagen fast 30 Millionen Euro gekostet. Foto: Wisser
Einen Tag vorher, am Samstag, 21. Februar, spielt der Buxtehuder SV sein Heimspiel gegen TuS Metzingen ebenfalls in der neuen Halle Nord. Um diesen hochkarätigen Doppelspieltag nicht zu gefährden, werden Jugend-Handball-Punktspiele in die alte Halle Nord verlegt. Die Sanierungsarbeiten werden für dieses eine Wochenende unterbrochen.
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