TSt. Pankratii Brüderschaft: Gelebte Gemeinschaft für gute Zwecke
Beim 612. Stiftungsfest der St. Pankratii Brüderschaft (von links): Mario Jirka, Stefan Krause, Thomas Stelzer. Foto: Brüderschaft
Die St. Pankratii Brüderschaft von 1414 hat am Sonnabend ihr 612. Stiftungsfest gefeiert.Traditionell ging es dabei um auch darum, Spenden zu sammeln.
Stade. Die älteste der vier Stader Brüderschaften kam dazu im Restaurant Vier Linden zusammen. Gastgebender Bruder war in diesem Jahr Stefan Krause. Die Leitung des Fests übernahm der präsidierende Ältermann Johann-Heinrich Buhrfeind. Das Stiftungsfest wird seit Jahrhunderten nach festen Regeln gefeiert und verbindet Geselligkeit mit einem klaren sozialen Auftrag. Ziel ist die Sammlung von Spenden für hilfsbedürftige Bürgerinnen und Bürger sowie soziale Projekte in Stade.
Den Trinkspruch auf die Landeswohlfahrt hielt Arne Kramer. Er sprach über Optimismus, Verantwortung und die Bedeutung von gesellschaftlichem Zusammenhalt. Gerade in herausfordernden Zeiten sei es wichtig, nicht nur Probleme zu benennen, sondern gemeinsam Lösungen zu suchen. In der Rede und Gesangseinlage auf den gastgebenden Bruder würdigte Thomas Stelzer den beruflichen und persönlichen Lebensweg von Stefan Krause. Krause ist Diplomingenieur und Kfz-Sachverständiger mit eigener Firmengruppe. Besonders hervorgehoben wurde sein ausgeprägter Wissensdurst, der ihn unter anderem zu einem Masterstudium am Hanse-Campus Stade im Bereich Faserverbundwerkstoffe führte.
In der traditionellen Damenrede hob Lars Fritsch mit Humor und Anerkennung die Rolle der Frauen hervor. Er würdigte ihren Einsatz, ihre Organisation und ihren Gemeinschaftssinn, der das Wirken der Brüderschaft in hohem Maße mitträgt. Pastor Volker Dieterich-Domröse eröffnete das Tischgebet. Pastorin Sonja Domröse gab den Anwesenden einen historischen Überblick über den Schutzpatron Sanct Pancratius als Symbol der Brüderschaft und erläuterte die Entstehung, Geschichte und Bedeutung der einzelnen Symbole. Der 1. Stadtrat Lars Kolk sprach für die Hansestadt Stade, schilderte den Stader Brand von 1765 und würdigte die damalige bis heute andauernde Spendenbereitschaft der St. Pankratii Brüderschaft. Für die Gäste sprach Joachim Breitfeld. In seinen herzlichen Dankesworten erfuhren die Anwesenden, wie es klingt, wenn bayrischer Dialekt auf Plattdeutsch trifft.
Im Rahmen des Tabakskollegiums wurden zudem fünf neue Brüder in die Gemeinschaft aufgenommen. Dies unterstreicht die Lebendigkeit der Brüderschaft und ihre Verankerung in der Stadtgesellschaft. Ein Höhepunkt des Abends war das traditionelle mittelalterliche Menuett, eröffnet vom gastgebenden Bruder und dem Gastgeber des Vorjahres. Beim anschließenden Festball wurde bis in die frühen Morgenstunden getanzt und gefeiert.
Die St. Pankratii Brüderschaft von 1414 blickt auf eine mehr als 600-jährige Festtradition zurück. Bis heute verbindet sie diese mit aktivem wohltätigem Engagement und gelebter Gemeinschaft in der Hansestadt Stade.
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