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Zukunft ungewiss

TStader Festival vor dem Aus? MAMF-Veranstalter senden Hilferuf und Appell

Das „Müssen alle mit“-Festival (MAMF) findet seit 2013 in Stade statt. In diesem Jahr steigt es am Samstag, 22. August. Das Line-up besteht aus herbst, MAJAN, lovehead, Magda, MilleniumKid und Headliner Juli.

Das „Müssen alle mit“-Festival (MAMF) findet seit 2013 in Stade statt. In diesem Jahr steigt es am Samstag, 22. August. Das Line-up besteht aus herbst, MAJAN, lovehead, Magda, MilleniumKid und Headliner Juli. Foto: SMTG

Gestiegene Kosten und ein schleppender Ticketverkauf treiben die MAMF-Veranstalter um. In der schwierigen Gesamtgemengelage spielt auch der Stader Sechsfachmord eine Rolle.

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Von Lena Stehr
13.08.2026, 08:35 Uhr

Stade. Wird es im kommenden Jahr wieder ein Festival in Stade geben oder findet das MAMF am 22. August 2026 zum vorerst letzten Mal statt? Die Stade Marketing und Tourismus GmbH (SMTG), die das Musikevent im Bürgerpark seit 2013 veranstaltet, spricht von einer ungewissen Zukunft.

Festivalsterben in ganz Deutschland

„Nach dem diesjährigen MAMF werden wir entscheiden müssen, ob und in welcher Form es weitergehen kann“, heißt es in einer Mitteilung. Steigende Kosten und ein verändertes Besucherverhalten treiben die Veranstalter um. Damit sind sie nicht alleine.

Erst kürzlich berichtete der NDR über das Sterben von Festivals mit Besucherzahlen im vierstelligen Bereich. Abgesagt wurde für dieses Jahr das Wilwarin in Ellerdorf im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Auch das Rockhouse Festival in Loxstedt sowie das Meadow Festival in Bayern, das Ancient Echoes Festival in Sachsen und das Subwood Festival in Rheinland-Pfalz fielen aus.

Fürs kommende Jahr sind bereits das Skandaløs-Festival (Kreis Nordfriesland), das Lalafestival in Negenharrie (Kreis Rendsburg-Eckernförde) und das Langeln Open Air (Kreis Pinneberg) abgesagt.

Vor ein paar Jahren war das MAMF noch ausverkauft

Das MAMF schwächelt laut SMTG bereits seit dem vergangenen Jahr. Damals feierten um die 2200 Menschen im Bürgerpark. Die beiden Jahre davor sei das Festival mit 3000 Besucherinnen und Besuchern noch ausverkauft gewesen. „Die Leute haben weniger Geld und überlegen sich vielleicht genauer, wofür sie es ausgeben“, sagt SMTG-Geschäftsführer Dr. Andreas Schäfer.

Können Festivalfans in diesem Jahr zum letzten Mal beim MAMF in Stade feiern?

Können Festivalfans in diesem Jahr zum letzten Mal beim MAMF in Stade feiern? Foto: Thomas Ertmer

Gleichzeitig seien die Veranstaltungskosten fürs MAMF - von der Toilettenaufsicht bis zum Bühnenaufbau - seit der Corona-Pandemie um ein Viertel gestiegen. Trotzdem herrschte in diesem Jahr zunächst Zuversicht. „Der Ticketverkauf lief gut an“, sagt Schäfer. Bis die Gewalttat in Stade mit sechs Todesopfern die Menschen erschütterte.

Ticketverkauf brach nach dem Sechsfachmord ein

Schlagartig seien danach die Zahlen eingebrochen und die Frage stellte sich, ob das MAMF überhaupt stattfinden sollte. „Niemand kann diese schreckliche Tat ungeschehen machen und wir können auch nicht so tun, als wäre nichts passiert“, betont der SMTG-Chef.

Doch das MAMF sollte ganz bewusst nicht abgesagt werden. Weil es gerade in schwierigen Zeiten Orte der Begegnung brauche. Das sieht auch der Verein Stade aktuell so.

„Die Menschen sehnen sich nach Normalität“, sagt Lorenz Leuchtenberger aus dem Vorstand des Vereins Stade aktuell. Das MAMF sei deswegen eine gute Gelegenheit, um Zuversicht zu verbreiten, Solidarität zu zeigen und den Zusammenhalt zu fördern.

Der Verein Stade aktuell tut viel für ein positives Image der Stadt, macht unter anderem mit einer Plakatkampagne Werbung für Stade.

Der Verein Stade aktuell tut viel für ein positives Image der Stadt, macht unter anderem mit einer Plakatkampagne Werbung für Stade. Foto: Strüning

„Wir sehen auch, dass viele Menschen zu den Open-Stage-Konzerten und den Fischmarkt-Sessions in die Stadt kommen, um eine gute Zeit zu haben“, ergänzt Amir Afschartabbar, Vorsitzender von Stade aktuell. Es sei wichtig, den Menschen mit Aktionen und Veranstaltungen etwas Positives zu bieten und so auch den vielen Negativ-Schlagzeilen über Stade entgegenzuwirken.

Imageverlust lässt sich nicht in Zahlen messen

Es stehe außer Frage, dass das Tötungsdelikt mit sechs Opfern in einer Stader Jugendhilfeeinrichtung oder auch die Vorfälle im Bereich der Clankriminalität einen Einfluss auf das Image der Stadt hätten, sind sich Vertreter von SMTG und Stade aktuell einig. In Zahlen lasse sich das aber nicht messen.

So habe eine Umfrage der SMTG unter Stader Hoteliers ergeben, dass die Buchungslage durchgängig sehr gut sei - sogar besser als im vergangenen Jahr, berichtet SMTG-Tourismus-Chef Frank Tinnemeyer. Und die Stader Wohnmobilstellplätze seien genauso gut besucht wie 2025. In der Innenstadt seien mehr Menschen unterwegs als im Vorjahr. Das zeige die Passantenfrequenzmessung.

„Die Stimmung ist schlechter als die Lage“, sagt Andreas Schäfer. Inzwischen würden auch die Ticketverkäufe fürs MAMF wieder etwas besser laufen. Vielleicht auch, weil die SMTG stark die Werbetrommel gerührt hat. Vor allem im Hamburger Raum, wo viele Stammgäste des MAMF leben. Doch jetzt seien vor allem die Menschen aus Stade und Umgebung gefragt, das Festival zu unterstützen, damit es eine Zukunft hat.

Appell: Alle müssen mitmachen

„Der Name ist Programm. Alle müssen mitmachen“, betont auch Amir Afschartabbar. Sowohl Stade aktuell als auch die SMTG würden immer wieder Möglichkeiten schaffen, als Stadtgesellschaft zusammenzukommen. Die Bürgerinnen und Bürger müssten die Angebote bloß annehmen.

www.mamf-stade.de

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