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TStader Hilfskonvoi: Dankbare Ukrainer übernehmen Rettungsfahrzeuge

Schlüsselübergabe: Carsten Kettler von der DLRG Horneburg/Altes Land übergibt symbolisch den Robur-Fahrzeugschlüssel an Vasyl Dutsehak aus der Ukraine.

Schlüsselübergabe: Carsten Kettler von der DLRG Horneburg/Altes Land übergibt symbolisch den Robur-Fahrzeugschlüssel an Vasyl Dutsehak aus der Ukraine. Foto: Vasel

TAGEBLATT-Redakteur Björn Vasel begleitet den siebten Hilfskonvoi in die Ukraine. Schlüsselübergabe an der Grenze - ausgemusterte Rettungsfahrzeuge rollen Richtung Front.

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Von Björn Vasel
Freitag, 15.05.2026, 17:33 Uhr

Landkreis. Um 12 Uhr rollt der Hilfskonvoi am Freitag über die polnisch-ukrainische Grenze bei Hlynytsi/Korczowa. Lilly Makukh, Leiterin eines Hilfsfonds in Lwiw (Lemberg) sitzt am Steuer des ersten Fahrzeugs - einem Rettungswagen. „Der Großteil der Hilfsgüter geht in den Osten, nach Charkiw und Saporischschja“, so Makukh. Die Städte liegen nahe der 1200 Kilometer langen Frontlinie, gebeutelt von täglichen Drohnen- und Raketenangriffen.

Täglich heulen die Sirenen

Die medizinischen Güter helfen laut Makukh auch Menschen, die bei Bombenangriffen in den Städten verletzt wurden - Zivilisten und Veteranen, „die vom Krieg schwer gezeichnet sind, psychisch und körperlich, viele haben Arme oder Beine verloren“. Auch in Lwiw, 80 Kilometer hinter der Grenze, heulen täglich die Sirenen, Drohnen- und Raketenangriffe „sind für uns Alltag“, so die junge Frau am Steuer des Rettungswagens.

Übergabe: Gruppenfoto mit der ukrainischen Helfergruppe nach dem Auftanken vor der Grenze.

Übergabe: Gruppenfoto mit der ukrainischen Helfergruppe nach dem Auftanken vor der Grenze. Foto: Vasel

Die Hilfe im Wert von 250.000 Euro werde als Zeichen der Solidarität sehr geschätzt. „Wir verteidigen auch die Freiheit Europas und Deutschlands“, sagt die Ukrainerin.

Sein Sohn kämpft an der Front

Am Freitagmorgen waren die neun Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge an die Ukrainer übergeben worden - verbunden mit einem Gruppenfoto mit den Flaggen.

Der Ukrainer Vasaly Dutsehak übernahm den Robur-Schlüssel von Carsten Kettler (DLRG): „Mein Sohn kämpft an der Front, die Hilfe aus dem Landkreis Stade berührt mich sehr.“

Fotos sind nur vor dem Grenzübergang erlaubt. Dieser ist ein Hochsicherheitsbereich. Die Polen sind in Sorge. 2025 verübten Russen einen Sprengstoffanschlag auf eine wichtige Bahnstrecke im Grenzgebiet.

Polnische Grenzbeamte unterstützen den Hilfskonvoi

Die polnischen Grenzer waren - nach Kontrolle der Papiere - sehr kooperativ, der Konvoi musste nicht stundenlang auf einer Lkw-Spur warten - wie die Berufskraftfahrer. Der Hilfskonvoi rollte über eine top ausgebaute Autobahn zur Grenze - kaum war sie fertiggestellt, begann der Krieg.

Trotz bester Vorbereitung kann immer etwas schiefgehen. Bis zum Freitagnachmittag läuft aber alles nach Plan. Laut Grischa Kaflowsky, der die Verteilung der Hilfsgüter in der Ukraine koordiniert, kamen die Fahrzeuge gut voran und erreichten noch am Nachmittag die Stadt Lwiw.

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