Zähl Pixel
Städtebau

TStades Schiffertor: So schön soll der Eingang in die Altstadt werden

Der Schiffertorkreisel direkt nach seiner Fertigstellung. Jetzt wird links und rechts des Kreisverkehrs geplant und gebaut.

Der Schiffertorkreisel direkt nach seiner Fertigstellung. Jetzt wird links und rechts des Kreisverkehrs geplant und gebaut. Foto: Martin Elsen

Der erste Eindruck ist nicht so prall: Daher will Stade den Eingang zur Altstadt am Schiffertor deutlich einladender gestalten. Was ist konkret geplant?

author
Von Lars Strüning
Dienstag, 02.12.2025, 14:40 Uhr

Stade. Die Stadtverwaltung schreibt es in ihrer Diskussionsvorlage für die Politik selbst: Das Schiffertor als einer der wichtigsten Zugänge in die Altstadt wird dem Anspruch eines einladenden Tors zur Stadt nicht gerecht. Gestaltung und Material wirkten unattraktiv und teilweise provisorisch. Das soll sich ändern.

Die Fläche am Backeltrog zwischen Schiffertorkreisel und Altstadt soll aufgewertet werden.

Die Fläche am Backeltrog zwischen Schiffertorkreisel und Altstadt soll aufgewertet werden. Foto: Strüning

Wer sich aus Richtung Stadeum kommend gen Innenstadt bewegt und den drei Jahre alten Kreisel am Schiffertor überquert, wird die Fläche dahinter an Backeltrog und Pottwärder bald kaum mehr wiedererkennen. Im dritten Quartal 2026 sollen die Umbauarbeiten starten, im Sommer 2027 sollen sie beendet sein. Möglich macht dies das Städtebau-Förderbauprogramm „Stade - Altstadt“. Stadtplaner und die Landschaftsplaner von Arbos haben sich einiges ausgedacht.

Außengastronomie und eine Freitreppe zum Wasser

Das Areal wird komplett umgekrempelt und aufgewertet. Ziel: mehr Wasser erleben. Das gilt gleichermaßen für Einheimische wie für Gäste. Dafür wird das alte Börnewehr als „identitätsstiftendes Element der Stadtgeschichte“ sichtbarer gemacht und deutlich besser in Szene gesetzt als bisher. Börne steht für die alte Viehtränke der Stadt. Die Stadt erhalte damit „eine klar erkennbare, hochwertige Eingangssituation mit Bezug zum Wasser“, heißt es im Papier der Stadtverwaltung.

An der Ecke zur Stockhausstraße soll eine kleinteilige gastronomische Nutzung möglich sein, um den neuen Platz am alten Börnewehr auch am Abend zu beleben. Bauminseln werden gepflanzt, um Schatten zu spenden, ergänzt von heimischen, insektenfreundlichen Stauden. Damit sollen auch ökologische und klimatische Ziele verfolgt werden. Sitzgelegenheiten werden geschaffen, ein Trinkwasserbrunnen ist geplant. Damit soll den heißer werdenden Sommern Rechnung getragen werden.

Für Radfahrer werden neue Bügel angeschafft, um nachhaltige Mobilität in der Stadt zu fördern. Der motorisierte Verkehr wird niveaugleich über die Straßen geführt, was sich temporeduzierend auswirken soll. Der Weg Richtung Stockhausstraße wird im gleichen Stil gepflastert.

Zentraler Punkt bei der Sanierung des Platzes ist der Bau einer Freitreppe zum Wasser der Schwinge hin am Backeltrog. Hier liegt auch der Anleger, wo demnächst Kanuten oder flache Boote festmachen können. Damit soll dem Ziel eines durchgehend benutzbaren Flusses vom Burggraben beim Stadeum bis zum historischen Hansehafen am Fischmarkt näher gekommen werden. Dafür ist eine weitere Maßnahme entscheidend.

Unterführungen weg - mehr Platz für Wassersportler

In einem zweiten Bauabschnitt, womöglich erst 2027, soll das Börnewehr saniert und die wenig ansehnlichen Unterführungen und Treppenanlagen für Radler und Fußgänger zurückgebaut werden. Das schafft Platz für die Wassersportler, die wiederum im Fokus der stadteigenen Gesellschaft Stade Marketing und Tourismus liegen.

Dieser Zweig soll in Zukunft eine größere Rolle spielen im touristischen Angebot der Stadt. Zudem werden in diesem Bereich die Mauern am Schwingeufer erneuert. Diese Ideen können erst dann umgesetzt werden, wenn die Stadt grünes Licht aus Berlin erhält, dass die Zuschüsse fließen, diesmal aus dem Programm Landschaftswerte 2.0.

Die Unterführungen am Schiffertorkreisel, hier die Seite am Backeltrog, sollen zurückgebaut werden. Auf dem Wasser sollen demnächst Boote vorbeiziehen können.

Die Unterführungen am Schiffertorkreisel, hier die Seite am Backeltrog, sollen zurückgebaut werden. Auf dem Wasser sollen demnächst Boote vorbeiziehen können. Foto: Strüning

Insgesamt investiert die Stadt in beide Projekte 1,66 Millionen Euro, die sich jeweils zu einem Drittel Stadt, Land und Bund teilen. Schon 2024 wurden der Stadt für diverse Maßnahmen 3,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Dieses Jahr kommen noch einmal 2,1 Millionen Euro dazu. 300.000 Euro fließen in die Modernisierung des Stadtteils Hahle und weitere 800.000 Euro in die Harschenflether Vorstadt.

Die Stadt ist sich sicher: „Am Schiffertor entsteht ein einladender, klimaresilienter Stadteingang, der den historischen Ort respektiert, das Stadtbild stärkt und den Bereich zu einem attraktiven Ankunftsort mit hoher Aufenthaltsqualität weiterentwickelt.“

Copyright © 2025 TAGEBLATT | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel