TStandort für Supermarkt festgelegt: Hier sollen Bargstedter künftig einkaufen
An diesem Standort soll sich zukünftig ein Nahversorger in Bargstedt ansiedeln. Foto: P. Meyer
Ein bekannter Supermarkt will sich in Bargstedt ansiedeln. An welchem Standort, das entschied jetzt der Bauausschuss. Anwohner äußerten ihre Sorge über Lärm und Verkehr.
Bargstedt. Schon seit längerem bekundet die Firma Netto ihr Interesse daran, in der Gemeinde Bargstedt eine Filiale zu eröffnen. Nachdem die neu geplante Ortsmitte auf dem Gelände des ehemaligen HANSA-Landhandels als Standort vom Tisch war, wurde eine Alternative gesucht. Zwei mögliche Standorte fasste die Gemeinde ins Auge und ließ diese durch ein Planungsbüro prüfen. Welche am Ende die beste ist, darüber stimmte jetzt der Bargstedter Bauausschuss ab.
Fußläufig einkaufen: Vorteile durch die Nähe zum Wohngebiet
Zur Auswahl stand zum einen die Fläche Eckbusch, gegenüber der Firma Quelle Holzbau - zwischen der Landesstraße L123 und der Straße Vierjahreszeiten, in der Nähe des Wohngebietes Nördlich Achtern Hogern.
Zum anderen wurde eine Ackerfläche nördlich der L123 und östlich der Poststraße geprüft. Diese liegt fußläufig zum Ortskern.
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Mit der Prüfung beider Standorte wurde das Planungsbüro cappel + kranzhoff beauftragt. Die Standorte wiesen laut Gutachten deutliche Unterschiede hinsichtlich städtebaulicher und raumordnerischer Eignung auf.
Demnach biete der westliche Standort Eckbusch klare Vorteile: unter anderem eine gute Einbindung in bestehende Siedlungsstrukturen und geringere Eingriffe in Natur und Landschaft. Mögliche immissionsschutzrechtliche Konflikte, etwa durch zusätzlichen Kundenverkehr, gelten laut Gutachten aufgrund bestehender Festsetzungen im Bebauungsplan, wie Abstandsregelungen und Lärmschutz, als voraussichtlich beherrschbar.
L123 wirkt wie eine Barriere
Für den östlichen Standort, die Ackerfläche nördlich der L123, sieht das Gutachten zwar geringere immissionsschutzrechtliche Einschränkungen, benennt jedoch erhebliche städtebauliche und raumordnerische Nachteile. Vor allem die Lage im Außenbereich, die fehlende Anbindung an das bestehende Siedlungsgefüge sowie die Barrierewirkung der Landstraße sprächen gegen diesen Standort. Eine Integration wäre erst im Zuge weiterer baulicher Entwicklungen denkbar.

Der Ausschuss entschied sich gegen diesen Standort an der Kreuzung Landstraße/Poststraße in Bargstedt. Foto: P. Meyer
Das Planungsbüro bewertet daher den Standort Eckbusch als derzeit besser geeignet. Und auch die Politik ist sich einig und spricht sich geschlossen dafür aus. „Dennoch braucht es eine sensible Abwägung mit dem Thema Verkehr“, so Kai Boinowitz (FWG). „Wir wollen nicht, dass das Neubaugebiet die Zuwegung für den Nahversorger wird.“ Ausschussmitglied Hannes Düwer (CDU) ergänzt:„Wenn wir die Chance auf einen Nahversorger haben, sollten wir sie nutzen. Sonst stehen wir irgendwann ohne da.“
Sorge um viel Lärm und Verkehr
Bereits vor der Entscheidung äußerten einige Bürgerinnen und Bürger im voll besetzten Sitzungssaal ihre Bedenken. Anwohner des Neubaugebietes kritisierten den Standort Eckbusch und befürchten ein deutlich höheres Verkehrsaufkommen vor ihrer Haustür. „Es wäre wichtig für unsere Kinder, dass sich Lösungen finden. Gerade in einem Wohngebiet, das zum Wohnen da ist“, so einer der Bürger.
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Bargstedts Bürgermeister Ulrich Rathjens (SPD) zeigt Verständnis für die Sorgen: „Natürlich müssen wir vermeiden, dass die Anwohner durch zusätzlichen Verkehr belastet werden.“ Über mögliche Lösungen werde der Rat zu gegebener Zeit beraten.
Wunsch: Nahversorger mit großem Non-Food-Sortiment
Auch an anderer Stelle gibt es Kritik - diesmal an der Wahl des Nahversorgers. Axel Römer, Vorsitzender des Heimatvereins Ohrensen, wünscht sich, dass ein zukünftiger Nahversorger das Angebot in Bargstedt auch jenseits von Lebensmitteln bereichert.

An diesem Standort soll sich zukünftig ein Nahversorger in Bargstedt ansiedeln. Foto: P. Meyer
Der bestehende Edeka Duvenhorst, ein Familienbetrieb in dritter Generation, biete eine große Bandbreite. Neben frischen Back- und Fleischwaren, gibt es hier eine Poststelle, eine Geschenkeabteilung sowie Schulmaterialien. „Wir können uns in Bargstedt nicht erlauben, dass es diese Angebote irgendwann nicht mehr gibt. Gerade für ältere Menschen“, erklärt Römer sein Anliegen.
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Wie es mit den Extra-Services des Edekas aussieht, welche Verträge etwa mit der Post geschlossen wurden, sei der Gemeinde nicht bekannt, erklärt Ulrich Rathjens. Den Appell nehme er aber gerne in die Beratungen auf. Weiter betont der Bürgermeister, dass die Gemeinde in ständigem Austausch mit der Familie Duvenhorst sei und sie stets in die Planung einbezogen habe. Das Projekt Nahversorgung begrüße die Familie ausdrücklich.
Bis Netto kommt dauert es noch
Der Standort am Eckbusch hat eine Fläche von rund 11.000 Quadratmetern. 5000 davon würde Netto benötigen, die anderen 6000 Quadratmeter stünden als weitere Gewerbeflächen zur Verfügung. Bis am Eckbusch letztlich ein Netto entsteht, wird noch etwas Zeit vergehen. „Mindestens zwei Jahre“, schätzt Ulrich Rathjens. Zunächst brauche es einen Investor, der sich mit dem Konzern einig wird. Außerdem müsse die Fläche als Sondernutzungsfläche ausgewiesen werden. Erst dann könne das Vorhaben wirklich beginnen.
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