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Fußball-Regionalliga

TStarke Reaktion in Hannover: D/A dominiert erste Halbzeit und siegt 2:1

Jannes Wulff bereitete das 2:0 in Hannover für Miguel Fernandes vor.

Jannes Wulff bereitete das 2:0 in Hannover für Miguel Fernandes vor. Foto: Struwe (Archiv)

D/A beweist nach dem bitteren Rückschlag im Titelrennen viel Mentalität und gewinnt durch eine starke Leistung bei der Mannschaft, die zuvor die Topteams verzweifeln ließ.

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Von Jan Bröhan
Samstag, 18.04.2026, 18:05 Uhr

Drochtersen. „Wir müssen die Kräfte bündeln“, sagte Trainer Oliver Ioannou vor dem Spiel in Hannover und der anstehenden Englischen Woche. Die Personaldecke bei Hannover 96 II ist überschaubar, unter anderem sind Matti Cebulla und Haris Hyseni gesperrt. Kapitän Nico von der Reith ist nach seiner Verletzungspause wieder am Start, zudem stehen Torhüter Patrick Siefkes, Liam Giwah, Tjorve Mohr, Nikola Serra, Matti Steinmann, Robin Kölle, Miguel Fernandes, Dennis Rosin, Jorik Wulff und Jannes Wulff in der Startelf.

Die Alternativen auf der Ersatzbank sind Justin Plautz, Maurits Nagel, Jelldrik Dallmann, Philipp Aue und Luca Daginnus.

Der Kommentator der Live-Übertragung bringt die Situation von D/A vor dem Anpfiff auf den Punkt. „Drochtersen kommt aus der Woche der Wahrheit“, sagt er und bezieht sich auf den Pokalfinaleinzug in Oldenburg und der anschließenden Niederlage im Ligaspiel gegen Oldenburg, wodurch „D/A sich aus dem Titelrennen verabschiedet hat“.

Keine Spur von einem Knacks

Die Drochterser zeigen bei der zweitbesten Mannschaft der Rückrunde aber eine bemerkenswerte Reaktion. Hannover besiegte Oldenburg und Jeddeloh und holte ein Remis gegen Tabellenführer und Titelfavorit Meppen. D/A aber dominiert, keine Spur von einem psychologischen Knacks.

In der vierten Minute hat der Gastgeber zwar eine gefährliche Halbchance, als der Stürmer einen Querpass knapp verpasst. Dann sind es aber die Drochterser, die durch ihr hohes Angriffspressing die Spielkontrolle schnell an sich reißen.

In der zehnten Minute befreit sich D/A mit feinem Kombinationsspiel aus der eigenen Hälfte. Fernandes wird im Rücken der 96er Abwehr freigespielt, doch sein erster Ballkontakt ist zu unsauber für einen guten Abschluss. Die folgende Ecke wird durch einen Serra-Kopfball gefährlich.

In der 13. Minute rollt der nächste ansehnliche D/A-Angriff. Wieder nur Ecke. Der Mohr-Kopfball verfehlt das Tor weit.

In der 20. Minute zieht D/A wieder feinen Kombinationsfußball auf. Es springt aber einmal mehr nur ein Eckball heraus. Doch Matti Steinmann bekommt den zweiten Ball etwa 20 Meter vor dem Tor und packt einen Sonntagsschuss aus halbrechter Position aus. Das 1:0, super in den Winkel des langen Ecks geschlenzt. Steinmann war gegen Oldenburg noch der große Pechvogel, als ihm das Eigentor zum 0:1 missglückte.

D/A kontrolliert das Spiel und will mehr

In der 35. Minute fährt die Gastmannschaft einen nächsten sehenswerten Angriff über mehrere Stationen. Jannes Wulff passt dann mit viel Übersicht auf den rechts durchstartenden Fernandes, der in den Strafraum zieht und ins lange Eck kompromisslos zum 2:0 abschließt.

Der nächste Verletzte bei D/A: Nikola Serra musste in Hannover schon in Hälfte eins ausgewechselt werden.

Der nächste Verletzte bei D/A: Nikola Serra musste in Hannover schon in Hälfte eins ausgewechselt werden. Foto: Struwe (Archiv)

In der 43. Minute muss Serra verletzt raus, für ihn kommt Aue. Und zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, in der 45. Minute, muss D/A den 1:2-Anschlusstreffer schlucken. Hannover unterbindet eine Ballstafette der spielbestimmenden Drochterser und schaltet gekonnt um. Der 19-jährige Tom Hobrecht vollendet den Konter mit seinem zehnten Tor in den letzten acht Spielen.

Zweite Hälfte nicht mehr auf dem hohen Niveau

Nach der Pause sind die Gastgeber besser im Spiel, haben mehr Spielanteile, sind aber im Schlussdrittel eher harmlos.

Es ist nicht mehr die unterhaltsame Partie wie noch in Hälfte eins. D/A spielt seine Erfahrung aus, sucht aber nicht mehr die zwingende Offensive. Chancen sind Mangelware.

Spannung kommt aus D/A-Sicht nur noch in der Schlussphase auf. Woher der Schiedsrichter die lange Nachspielzeit von fast acht Minuten, in denen Hannover noch einige Standards in den Strafraum von Siefkes bringen darf, nimmt, bleibt sein Geheimnis.

Letztlich aber gewinnt D/A souverän bei der Mannschaft, die zuvor die anderen drei Topteams der Liga geärgert hat.

Die nächsten Spiele: HSC Hannover - D/A (Mi., 22. April, 18 Uhr); D/A - Altona (So., 26. April, 15 Uhr).

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