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Solidarität

TStart in Stade: Siebter Hilfstransport ist unterwegs in Richtung Ukraine

Am Mittwochabend ging es los: Sascha Kaflowsky (von links), Vizekonsul Borys Drogomyretskyi, Grischa Kaflowsky, Landrat Kai Seefried und Konsulin Olha Novytska in Stade.

Am Mittwochabend ging es los: Sascha Kaflowsky (von links), Vizekonsul Borys Drogomyretskyi, Grischa Kaflowsky, Landrat Kai Seefried und Konsulin Olha Novytska in Stade. Foto: Vasel

Es ist der bislang größte Ukraine-Hilfstransport aus dem Landkreis Stade. 40 Helfer aus den Reihen der Blaulicht-Organisationen sind am Mittwochabend in Stade abgefahren.

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Von Björn Vasel
Mittwoch, 13.05.2026, 09:13 Uhr

Stade. Landrat Kai Seefried hat am Mittwochabend in Stade mit Konsul Borys Drogomyretskyi den siebten Hilfskonvoi vor dem Katastrophenschutzzentrum des Landkreises verabschiedet - ein Ort mit Symbolkraft, errichtet auch als Antwort auf den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. „Unser Ziel bleibt der Sieg - für unser gemeinsames Haus Europa“, sagte der Ukrainer Grischa Kaflowskij vor der Abfahrt. Er koordiniert die Verteilung der Hilfsgüter in seiner Heimat.

„Wir müssen alles tun, um meine Landsleute zu unterstützen“, sagt Kaflowskij. Allein in der Nacht zu Mittwoch habe Russland mehr als 200 Drohnen auf sein Land abgefeuert. Die gespendeten Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge und medizinischen Hilfsgüter würden dringend benötigt.

Der Ukrainer Grischa Kaflowskij setzt weiter auf Europa.

Der Ukrainer Grischa Kaflowskij setzt weiter auf Europa. Foto: Vasel

„Es gibt keinen sicheren Ort in der Ukraine mehr“, sagt Vizekonsul Drogomyretskyi mit Blick auf die massiven Angriffe aus Russland. Aus seine Heimatstadt sei von schweren Angriffen gezeichnet. Konsulin Olha Novytska sagt: „Diese Aktion rettet Leben. Für viele Ukrainer sind das gute Nachrichten in schweren Zeiten.“

Ukraine-Konvoi

00:32 min

Mit dem siebten Hilfstransport in Richtung Ukraine bringen 40 Freiwillige aus den Feuerwehren und Hilfsorganisationen im Kreis Stade unter der Führung des stellvertretenden Stadtbrandmeisters der Freiwilligen Feuerwehr der Hansestadt Stade, Wilfried Sprekels, diesmal Hilfsgüter im Wert von knapp 250.000 Euro an die polnisch-ukrainische Grenze. Sie sind fast 24 Stunden unterwegs. Dort übernehmen am Freitag ukrainische Einsatzkräfte aus Sicherheitsgründen den Konvoi.

Größter Hilfskonvoi unterwegs in die Ukraine

Neun Fahrzeuge für Feuerwehren und Rettungsdienste gehen in die Ukraine. „Diese sind komplett ausgestattet und sofort einsatzbereit“, sagt Sprekels, ehemaliger Leiter der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle des Landkreises Stade. „Es ist uns ein Herzensanliegen, den Feuerwehrleuten, Notärzten und Notfallsanitätern in der Ukraine zu helfen, die seit mehr als vier Jahren unter den widrigsten Bedingungen fast Übermenschliches leisten. Sie sind echte Helden“, so Sprekels.

In diesem Jahr sind Ehrenamtliche aus den Reihen der freiwilligen Feuerwehren, des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), der Johanniter-Unfallhilfe und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) mit von der Partie, das TAGEBLATT begleitet den Konvoi. Sie werden insgesamt 2400 Kilometer zurücklegen.

TAGEBLATT-Reporter Björn Vasel (rechts) fährt mit auf dem Konvoi.

TAGEBLATT-Reporter Björn Vasel (rechts) fährt mit auf dem Konvoi. Foto: Privat

Landrat Kai Seefried lobte das Engagement der Freiwilligen. Der Landkreis Stade stehe weiter fest an der Seite der Opfer der russischen Invasion. „Krieg und Terror dürfen keine Antwort sein, Krieg darf in Europa nicht zur Normalität werden“, betonte der Landrat.

Die Hilfstransporte „sind unser Beitrag, um das Leid der Zivilbevölkerung zu lindern“. Dass die Spendenbereitschaft auch nach mehr als vier Jahren Krieg gegen die Ukraine so groß sei, mache ihn dankbar und stolz, sagt Seefried. Der neunte Hilfstransport ist der bislang größte.

Zusätzliche Lkw werden im Katastrophenschutzzentrum in Stade-Ottenbeck mit Spenden beladen.

Zusätzliche Lkw werden im Katastrophenschutzzentrum in Stade-Ottenbeck mit Spenden beladen. Foto: Vasel

Deshalb sind auch zwei ukrainische Sattelzüge unterwegs - mit Verbandsmaterial, Rollatoren, Rollstühlen, Gehhilfen sowie Einsatzkleidung und technischem Gerät. Auch Stromgeneratoren, Beatmungsgeräte, Pflegebetten und eine Feldküche werden überführt. Die Kreisverwaltung um den Hilfs-Koordinator Daniel Beneke arbeite eng mit dem Generalkonsulat in Hamburg zusammen: „Über unsere direkten Kontakte ist sichergestellt, dass alle Hilfsgüter zielgerichtet in der Ukraine eingesetzt werden.“

Erstmals beteiligt sich die Freiwillige Feuerwehr Buchholz am Konvoi. Die Brandschützer überführen ein Löschfahrzeug für ihre Partnerstadt Brody, die in der Nähe von Lwiw liegt.

Weitere Spenden für die Ukraine sind willkommen

Die Hilfsaktion soll fortgesetzt werden. Spenden können unter dem Stichwort „Ukraine-Hilfe Landkreis Stade“ auf folgende Konten eingezahlt werden:

• DRK-Kreisverband Stade Flüchtlingshilfe gGmbH, IBAN: DE 91 2419 1015 1009 3346 00

• Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. – Regionalverband Bremen-Verden, IBAN: DE 16 3702 0500 0004 3107 18.

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