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Niedersachsenpokal

T„Stimmung im Eimer“: D/A muss nach Pokalpleite den Gegner beklatschen

Jannes Wulff reklamiert Handspiel im Jeddeloher Strafraum. Die Pfeife des Schiedsrichters bleibt stumm.

Jannes Wulff reklamiert Handspiel im Jeddeloher Strafraum. Die Pfeife des Schiedsrichters bleibt stumm. Foto: Struwe

D/A verliert das Pokalfinale gegen Jeddeloh mit 0:3. Vor dem Anpfiff herrscht Optimismus, nach dem Abpfiff pure Enttäuschung. So lief das denkwürdige Endspiel.

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Von Daniel Berlin
Montag, 25.05.2026, 15:54 Uhr

Barsinghausen. Die silbernen Medaillen sind ein schwacher Trost. Wahrscheinlich werden die meisten D/A-Spieler dieses Ding irgendwo in einer untersten Schublade verschwinden lassen. Wer will schon ständig an eine Niederlage erinnert werden. D/A-Torwart Patrick Siefkes hängt seine Medaille seinem Sohn um. Der freut sich.

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Die Unterlegenen stehen im August-Wenzel-Stadion in Barsinghausen am Sonntagnachmittag Spalier für die Sieger. Artig beklatschen die D/A-Spieler die Konkurrenz vom SSV Jeddeloh auf dem Weg zur Siegerehrung nach dem Niedersachsenpokalfinale. Jeddeloh darf den Pokal in der Heimat des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) vor 1565 Zuschauern in die Höhe strecken. „Zusehen tut weh“, sagt D/A-Mittelfeldspieler Dennis Rosin.

DFB-Pokal: D/A entgeht ein lukratives Geschäft

Der SSV Jeddeloh darf nun in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals auf ein Traumlos hoffen. D/A hatte das schon drei Mal erlebt. Gladbach, Bayern, Schalke - alles Hochkaräter des deutschen Fußballs. Das bringt Ruhm und Ehre. Und das Finanzielle ist auch nicht zu verachten. D/A hätte die gut 200.000 Euro, die solch ein Topspiel in die Vereinskasse spülen, sehr gern mitgenommen. Jetzt klingelt es in Jeddeloh.

Liam Giwah geht enttäuscht an der Trophäe vorbei. D/A verliert verdient gegen den SSV Jeddeloh.

Liam Giwah geht enttäuscht an der Trophäe vorbei. D/A verliert verdient gegen den SSV Jeddeloh. Foto: Struwe

Nach dem Abpfiff schleichen einige Drochterser vom Platz. Einige sinken auf den Rasen, fallen auf den Rücken und blinzeln traurig in die Sonne über Barsinghausen. Entkräftet, enttäuscht. Ein paar Spieler weinen. D/A-Sportdirektor Sören Behrmann steht ein wenig abseits. „Die Enttäuschung ist sehr groß. Wir haben absolut verdient verloren“, sagt er.

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D/A weiß, wie Jeddeloh zum Erfolg kommen will. Und kann es trotzdem nicht unterbinden. Innenverteidiger rauslocken, lange Bälle hinter die Kette. Ein einfaches Rezept. „Es war einfach schlecht, dass du nach drei, vier Minuten 1:0 zurückliegst“, sagt Behrmann. D/A habe „komplett die erste Halbzeit verschlafen“.

Chancen kreiert D/A erst nach der Pause

In der vierten Minute können Nico von der Reith und Tjorve Mohr den schnellen Jeddeloher Ebrima Ndure nach einem hohen Ball in den Strafraum nicht entscheidend stören. Ndures Flachschuss schlägt im Jeddeloher Tor ein. Erst nach der Pause kommt D/A zu Chancen.

Jorik Wulffs Schuss pariert Jeddelohs Keeper Moritz Onken. Haris Hyseni hält bei einer Flanke den Fuß rein und schießt drüber. Nikola Serra köpft den Ball in Onkens Arme. Viel mehr passiert im Jeddeloher Strafraum allerdings nicht. „Wir hatten 15, 20 gute Minuten, in denen wir Druck gemacht haben“, sagt Sören Behrmann.

Dann zerstört Jeddelohs Pascal Steinwender auch noch die letzten Drochterser Pokalträume. Erst kommt er in der 78. Minute von der linken Seite, umkurvt Patrick Siefkes und schiebt zum 2:0 ein. Dann trifft er in der Nachspielzeit nach einem sehenswerten Angriff auch noch zum 3:0.

Wie einst Franz Beckenbauer in Rom

Noch bevor die Jeddeloher den echten Pokal in die Hand gedrückt bekommen, feiern und singen sie mit aufblasbaren Trophäen auf dem Rasen. Jeddeloh war offensichtlich gut vorbereitet und optimistisch. Das war D/A vor dem Spiel auch.

Vereinspräsident Rigo Gooßen fragt ein paar Minuten vor dem Anpfiff auf der Tribüne in die Runde, wonach es hier riechen würde. „Es riecht nach Pokalsieg“, antwortet der Clubchef gleich selbst. Dann geht er auf den Rasen und schlendert im Stile eines Franz Beckenbauers nach dem WM-Sieg der Deutschen 1990 im Stadio Olimpico in Rom ganz allein und gedankenverloren über das Spielfeld.

Gooßen zückt sein Handy und fotografiert die Tribüne. 700 Fans sind aus Drochtersen angereist. Einige mit dem Auto, viele in den fünf Bussen, die D/A gechartert hatte. Unter dem Dach des August-Wenzel-Stadions dominiert Blau-Rot. „Die Fans waren überragend“, sagt später auch Sportdirektor Sören Behrmann.

D/A verpasst seine Saisonziele

Nach dem ersten Frust nach dem Abpfiff klatschen die Schlachtenbummler lange. Ziemlich bedröppelt stehen die Drochterser Fußballer in einer Linie und bedanken sich. Später gehen sie an die Werbebanden und lassen sich von ihren Freunden oder der Familie trösten.

Der Saisonabschluss

D/A ist in der Regionalliga Nord nach 34 Spielen Vizemeister und im Pokalwettbewerb unterlegener Finalist. Kaufen kann sich der Verein davon nichts. „Wir haben unsere Ziele verpasst. Wir müssen jetzt wieder aufstehen“, sagt Sören Behrmann.

Frustbewältigung betreibt ein Teil der Mannschaft bei der traditionellen Saisonabschlussreise nach Mallorca. Der Flieger ging schon Montagmittag. Aber die Stimmung, sagt Behrmann, sei „natürlich im Eimer“.

"Überragende Fans": 700 Menschen begleiteten D/A nach Barsinghausen.

"Überragende Fans": 700 Menschen begleiteten D/A nach Barsinghausen. Foto: Struwe

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