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TStreit um Bahnhofstraße: Mewes kritisiert Verkehrsversuch in Buxtehude

Sie will ins Stadthaus als Bürgermeisterin: Katharina Mewes kandidiert bei der Bürgermeisterwahl in Buxtehude am 13. September.

Sie will ins Stadthaus als Bürgermeisterin: Katharina Mewes kandidiert bei der Bürgermeisterwahl in Buxtehude am 13. September. Foto: Wisser

Buxtehudes Bürgermeisterkandidatin Mewes kritisiert den Verkehrsversuch in der Bahnhofstraße. Ihr Vorwurf: Barrierefreiheit und Kinderbelange werden vernachlässigt.

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Von Karsten Wisser
20.08.2026, 11:55 Uhr

Buxtehude. „Beim Verkehrsversuch in der Bahnhofstraße hat man die Menschen vergessen, die Ärzte oder Banken erreichen wollen“, kritisiert Katharina Mewes (40). Die Ratsfrau der Buxtehuder Bürgergemeinschaft/Freien Wählergemeinschaft kandidiert neben dem parteilosen und von CDU, SPD und FDP unterstützten Ersten Stadtrat Ralf Dessel und dem Linken-Ratsherrn Clemens Ultsch für das Amt des Bürgermeisters in Buxtehude. Die Direktwahl des Bürgermeisters findet am 13. September im Rahmen der niedersächsischen Kommunalwahl statt.

In der Bahnhofstraße gilt jetzt eine Einbahnstraßenregelung für Autos und Tempo 20. Die Einfahrt ist nur noch aus Richtung Bahnhof möglich. E-Scooter und Radfahrer müssen auf der Straße fahren. Busse, Fahrräder und E-Scooter sind von der Einbahnstraßen-Regelung ausgenommen.

Bahnhofstraße: Diese Fehler sieht die Kandidatin

„Das Thema Bahnhofstraße erhitzt die Gemüter in der Stadt“, sagt Mewes dem TAGEBLATT. Sie steht dem Verkehrsversuch skeptisch gegenüber und kündigt im Falle eines Wahlsiegs Änderungen an. „Die Barrierefreiheit wurde vernachlässigt“, bemängelt sie.

Viele Menschen mit Beeinträchtigungen seien auf die Bahnhofstraße angewiesen. „Wer einen Rollator nutzt, hat wegen der hohen Bordsteine zwischen Parkplätzen und Gehweg Schwierigkeiten, zur Arztpraxis zu gelangen“, kritisiert Mewes. Sie hätte sich stattdessen Parkzonen für Taxis und Krankenwagen gewünscht.

Auch die Sicherheit der Kinder, die in der Bahnhofstraße Rad fahren, bereitet ihr Sorgen. Kinder unter zwölf Jahren dürfen weiterhin den Gehweg nutzen, während andere Radfahrende und E-Scooter auf die Straße ausweichen müssen.

„Der frühere Radweg ist so verbarrikadiert, dass ich um die Kinder fürchte“, sagt Mewes. Zudem kritisiert sie die unübersichtliche Beschilderung. Obwohl Bündnis 90/Die Grünen ihre Kandidatur unterstützen, hätte Mewes angesichts der angespannten Haushaltslage keine 220.000 Euro plus Personalkosten für den Versuch ausgegeben.

Deshalb ist der Verkehrsversuch zu teuer

„Wir haben dringendere Probleme, etwa die Sanierung maroder Schulen. Für einen Versuch ist das zu viel Geld“, sagt sie. Auch die baulichen Veränderungen lassen sie daran zweifeln, dass der Verkehrsversuch ergebnisoffen durchgeführt wird.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die politische Entscheidungsfindung. „Der Verkehrsversuch greift massiv in das Leben vieler Buxtehuder ein“, betont Mewes. Daher hätte ihrer Meinung nach der Stadtrat mit seinen 41 Mitgliedern darüber abstimmen müssen. Stattdessen habe der Verwaltungsausschuss hinter verschlossenen Türen entschieden.

„Wenn ich Bürgermeisterin bin, wird es transparenter zugehen und ich werde schnell dafür sorgen, dass die Barrierefreiheit verbessert wird“, sagt Mewes. Informationen zum Verkehrsversuch finden sich unter www.buxtehude.de.

Die Stadt stellt sich der Kritik der Bürger

Am Samstag, 22. August, von 10 bis 14 Uhr, lädt die Hansestadt Buxtehude zu einem weiteren Infotag in die Bahnhofstraße ein. An mehreren Standorten können sich Interessierte informieren. Vor dem Stadthaus erläutern Stadtbaurätin Michaela Springhorn, das Planungsbüro und weitere Mitarbeitende den Verkehrsversuch und beantworten Fragen.

Wer die drei Bürgermeisterkandidaten live erleben möchte, hat dazu am Donnerstag, 3. September, ab 18.30 Uhr Gelegenheit. Beim Bürgermeister-Talk in Höfts Markthaus auf dem Pfingstmarktplatz in Buxtehude-Neukloster stellen sie sich den Fragen der TAGEBLATT-Reporter und der Zuhörer. Tickets sind hier erhältlich.

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