TStreit um Schulschließung in Buxtehude: Es gibt eine alternative Lösung
Rund 60 Zuhörer nahmen an der Ortsratssitzung in der Pfarrscheune in Neukloster teil. Fachbereichsleiterin Gaby Wehrens verteidigte den Masterplan Grundschulen. Foto: Wisser
Kontroverse in Neukloster: Mitglieder des Buxtehuder Schulausschusses präsentieren eine unkonventionelle Idee zur Rettung der Grundschule.
Buxtehude. Mitglieder des Buxtehuder Schulausschusses haben einen Vorschlag zur Rettung der Grundschule Neukloster vorgelegt. Sie präsentierten den Plan erstmals in der Ortsratssitzung in Neukloster. Der Hintergrund: Der Masterplan Grundschulen sieht langfristig keine Grundschule in Neukloster vor. Doch im Ort regt sich Widerstand.
Neukloster kann den Buxtehuder Norden entlasten
Eltern, Lehrer und Schüler im Schulausschuss entwickelten die Idee, die Grundschulen Neukloster und Hedendorf zu einem gemeinsamen Standort zusammenzulegen. Hedendorf solle als Zweigstelle fungieren. Neukloster solle ausgebaut und um die Kinder aus Dammhausen erweitert werden. Neue Einzugsbereiche könnten den Standort stärken und gleichzeitig die Grundschule Am Rotkäppchenweg im Norden der Stadt entlasten. Dort müssen Unterrichtscontainer aufgestellt werden, da das Gebäude für fünf Klassen pro Jahrgang zu klein ist.
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Marc Höper, Elternvertreter im Schulausschuss, erklärte: „Die Kirchenkreise Neukloster, Hedendorf und Dammhausen sind bereits vereint und die Kinder werden gemeinsam konfirmiert. Viele Kinder aus Dammhausen treiben zudem Sport beim VSV Hedendorf/Neukloster.“ Auch die überlastete Grundschule Altkloster könnte entlastet werden, wenn weitere Buskinder aus südlichen Ortschaften von Buxtehude nach Neukloster fahren würden. Höper ergänzte: „Man könnte auch über die Kinder aus dem Baugebiet Gieselbertstraße sprechen.“
So bräuchte Buxtehude keine neue Schule
Noch in der Nacht informierte Höper die Ortsbürgermeisterinnen von Neukloster und Hedendorf, Anja Heckert (SPD) und Birgit Butter (CDU), sowie Heinrich Bröhan (CDU), Ortsvorsteher in Dammhausen, per E-Mail über den Vorschlag. Mit einer Zweizügigkeit in Neukloster und einer Einzügigkeit in Hedendorf entstünde eine neue dreizügige Grundschule. Aus Höpers Sicht würde dadurch der Bau einer neuen Grundschule in Ottensen überflüssig.
Kommunalpolitik
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In der Ortsratssitzung stellte sich Gaby Wehrens, Fachbereichsleiterin für die Buxtehuder Schulen, den Fragen und der Kritik aus Neukloster. Sie erklärte, dass die Schließung von Neukloster laut Masterplan erst 2038 vorgesehen sei, nach der Sanierung in Hedendorf.
Der Masterplan soll am Dienstag, 5. Mai, in einer gemeinsamen Sitzung von Schul- und Bauausschuss beraten werden. Dabei sollen die Starterprojekte festgelegt werden. Die Verwaltung schlägt vor, mit der Sanierung der Schulen Am Rotkäppchenweg und Stieglitzweg zu beginnen. Die Sitzung beginnt um 18.15 Uhr im Stadthaus in der Bahnhofstraße.
Die Neuklosteraner bleiben skeptisch
Wehrens betonte: „Alles, was nach diesen beiden Projekten kommt, werden wir erneut prüfen.“ Sie versuchte, die Sorgen der Neuklosteraner zu zerstreuen. Höhere Schülerzahlen könnten den Masterplan beeinflussen. „Die Schließung ist nicht endgültig beschlossen“, sagte sie. Auch die Befürchtung, dass kein Geld mehr in die Schule fließe, wies sie zurück: „Wir bleiben Schulträger und erfüllen unsere Pflichten.“ Doch die Skepsis der Zuhörer blieb.
Marcus Schulz, CDU-Fraktionsvorsitzender, sagte: „Alle 10 bis 15 Jahre führen wir diese Diskussion um die Schule. Ich habe darauf keinen Bock mehr.“ Er sprach damit vielen aus der Seele. Der Ortsrat hält an seiner Position fest: Der Eingemeindungsvertrag von 1972 schließe eine Schließung ohne Zustimmung des Ortsrats aus. Im Zweifel will das Gremium die Kommunalaufsicht einschalten und notfalls juristisch gegen die Schließung vorgehen.
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