TSurfpark: Stade kann die Welle reiten – Das sagen Kritiker und Befürworter
Eine Surferin reitet eine künstlich erzeugte Welle - wie es in dem geplanten Surfpark in Stade mal möglich sein soll. Foto: Sven Hoppe/dpa
Das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg zu den Stader Surfpark-Plänen spricht eine deutliche Sprache. Das Projekt kann gebaut werden. Die Reaktionen.
Das hat das Gericht in Sachen Surfpark beschlossen
Der von ihm 2024 selbst verhängte Baustopp ist aufgehoben: Für den neuen Surfpark in Stade können die Bauarbeiten beginnen. Damit gab das Gericht einer Beschwerde des Investors und der Stadt statt. Zuvor hatte der Umweltverband BUND einen Baustopp erwirkt. Das Projekt läuft als Sondergebiet „Surfpark und freizeitbezogenes Gewerbe“ zusätzlich mit einem Gewerbegebiet.
Das sagt der Projektentwickler: „Halten am Projekt fest“
„Wir freuen uns natürlich riesig über das Urteil des OVG Lüneburg und dass es jetzt weitergehen kann“, sagt Ideengeber und Projektentwickler Jan Podbielski aus dem Alten Land. Generell fühlten er und sein Team sich bestätigt, dass die „groteske Argumentation“ des BUND „pro Großindustrie“, um ein emissionsarmes Gewerbe zu verhindern, vor dem OVG nicht verfangen hat.
Weiter sagt Podbielski: „Wir blicken jetzt positiv in die Zukunft und freuen uns auf das, was kommt: ein einmaliges Sportangebot für die Region.“ Er halte weiterhin am Projekt fest.
Das sagt die Stadt Stade: „Jüngere ansprechen“
„Wir begrüßen die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts sehr. Sie schafft für das Vorhaben eine wichtige Grundlage, um nun weiter voranzukommen“, sagt Lars Kolk, Erster Stadtrat der Hansestadt Stade. „Wir hoffen, dass der Investor seine Planungen jetzt zügig fortsetzen kann und der Surfpark in Stade realisiert wird.“

Die Fläche für den Surfgarten aus der Luftperspektive. Foto: Martin Elsen
Die Hansestadt Stade unterstütze das Vorhaben auch mit Blick auf die touristische Entwicklung der Stadt. Der Surfpark soll das bestehende touristische Angebot um eine Attraktion ergänzen und zugleich eine jüngere Zielgruppe ansprechen.
Das sagt der BUND: „Diese Geschichte ist zu Ende“
Ex-BUND-Kreisvorsitzender Heiner Baumgarten sagt, mit dem Urteil aus dieser Woche „ist diese Geschichte für uns zu Ende. Wir werden keine weiteren rechtlichen Schritte gehen.“ Wer vor Gericht ziehe, wisse, dass er scheitern kann. Ob das Projekt tatsächlich realisiert wird angesichts gestiegener Baukosten, müssten die Investoren entscheiden.
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Nach wie vor sieht Baumgarten die Planung im Süden Stades auf freiem Feld skeptisch: „An dieser Stelle sollte keine stadtplanerische Entwicklung stattfinden.“ Es sei schade, dass es jetzt so kommt. Baumgarten: „Die Landwirte hätten gern die Flächen unterm Pflug gehabt.“ Für die Bürgerinitiative gegen den Surfpark tue es ihm leid.
Das sagt die BI „Surfpark? Nein Danke!“
„Wir werden das Projekt weiterhin kritisch begleiten“, heißt es auf ihrem Instagram-Account. Sie befürchten, „dass es sich in ein paar Jahren zeigen wird, wie erfolgreich ein aufgesetztes, unsoziales, künstliches Wellenbecken heute noch sein kann“.
Das sagt die IHK: „Stade reitet die Welle“
„Endlich Rückenwind für den Surfpark“, sagt Christoph von Speßhardt als Hauptgeschäftsführer der IHK Elbe-Weser. Die Aufhebung des Baustopps schaffe die notwendige Umsetzungssicherheit und sei ein wichtiges Signal für Investitionen und die Entwicklung einer modernen Freizeit- und Tourismusinfrastruktur in unserer Region.
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Den Investoren gebühre Anerkennung dafür, dass sie auch in schwierigen Phasen an ihrem Projekt festgehalten und es mit „großem Engagement“ weiter vorangetrieben hätten. Diese Ausdauer zahle sich nun aus. Speßhardt: „Jetzt kann Stade die Welle reiten.“
Das soll gebaut werden: Surfpark und noch mehr
Der Surfpark soll auf einer Fläche von knapp 17 Hektar entstehen. Bisher wird das Gebiet landwirtschaftlich genutzt. Der „Surfgarten“ verspricht bis zu 1000 Wellen pro Stunde und soll auch Anfänger anlocken. Die ungefähren Investitionskosten belaufen sich auf gut 20 Millionen Euro.

So soll der Surfpark in Stade aussehen. Foto: Surfgarten
Die Investoren nennen ihr Projekt Surfgarten. Es soll ein Sport- und Freizeitareal werden auf 60.000 Quadratmetern. Zentrale Einrichtung ist eine 20.000 Quadratmeter große „Surf-Lagune“, wie sie es nennen. Profis und Nachwuchssportler sollen hier ebenso surfen und trainieren können wie Einsteiger - je nach einzustellender Wellenhöhe von einem halben bis zu zwei Metern.
Bis zu 90 Surfer könnten gleichzeitig im Wasser sein, bis zu 1000 Sportler an einem Tag auf ihre Kosten kommen. 70 bis 90 Arbeitsplätze würden entstehen. Der Surfgarten soll aber noch mehr bieten. Angedacht sind Felder für Beachvolleyball, Streetball oder Basketball sowie ein Skaterpark und Fitnesskurse, ein Abenteuerspielplatz, viel Grün zum Erholen, ein Restaurant oder auch eine Kletterwand.
Außer dem Surfpark wird auch ein gemischtes Gewerbegebiet erschlossen mit etwa einem Dutzend Baugrundstücken.
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