TTHW Buxtehude hält an Neubau im Gewerbegebiet fest
So wie beim Ortsverband Fallingbostel-Walsrode sehen die aktuell bundesweit geplanten 60 Baukasten-THW-Neubauten aus. Buxtehude hofft im August auf einen Planungsstart - für eine individuelle Planung. Foto: Goldbeck/THW
Carsten Minnerup vom Technischen Hilfswerk hat seinen Optimismus noch nicht verloren. Er hofft auf den Planungsstart des 19-Millionen-Euro-Projekts im August.
Buxtehude. Seit drei Jahrzehnten hoffen die 221 Helfer des THW-Ortverbands Buxtehude auf einen Neubau. Die Regionalstelle Buxtehude und der Ortsverband Buxtehude des Technisches Hilfswerks (TWH) sind in der zu kleinen, sanierungsbedürftigen Tischlerei der Ex-Bundeswehrkaserne in Altkloster am Helga-Wex-Platz untergebracht. Aber bislang war für einen Neubau kein Geld da.
Das THW-Gebäude in Buxtehude-Altkloster ist zu klein und sanierungsbedürftig. Foto: Vasel
Die Stadt Buxtehude hält im Gewerbegebiet an der Philipp-Reis-Straße bereits seit 2019 ein Grundstück am Regenrückhaltebecken, einen Steinwurf vom Roten Kreuz entfernt, für das Vorhaben zurück. Die Krux: Ende 2025 lief die Reservierungszusage aus dem Stadthaus ursprünglich aus.
Buxtehude stellt sich hinter das THW
„Wir werden die Reservierung verlängern“, unterstrich der Erste Stadtrat Ralf Dessel bei der ersten Jahreshauptversammlung nach der Corona-Pandemie in der Fahrzeughalle des Ortsverbands im Gespräch mit dem TAGEBLATT. Politik und Verwaltung seien sich einig, ergänzte der Vorsitzende des Fachausschusses für Sicherheit, Ordnung und Feuerschutz, Christian Krüger (SPD).

Es bröckelt von der Decke der Fahrzeughalle des THW Buxtehude, Netze schützen die Ausrüstung. Foto: Vasel
Während aufgespannte Netze die Fahrzeuge und Anhänger der Zivil- und Katastrophenschützer des Bundes und die Versammlung vor dem maroden Bröckeldach schützen, schöpften die Helfer bei dem Bericht des Ortsbeauftragten des Technischen Hilfswerks in Buxtehude, Carsten Minnerup, wieder etwas Hoffnung. Minnerup rechnet „im August“ mit der Mitteilung, dass „die Planung für einen Neubau in Buxtehude in Angriff genommen wird“. Im Gespräch sei aktuell ein Gebäude mit elf Stellplätzen. Aktuell gehen die THW-Führungskräfte von einer Investition in Höhe von rund 19 Millionen Euro aus.
Regionalstelle zieht ins Ex-Rotring-Haus
In Buxtehude sind neben dem Zugtrupp und der Bergungsgruppe die Fachgruppen Notversorgung & Notinstandsetzung und Elektroversorgung stationiert. Zum aktiven Kern gehören 80 Helferinnen und Helfer - allesamt ehrenamtlich. Insgesamt zählt der Ortsverband Buxtehude 196 Helfer und 25 Junghelfer. In der Regionalstelle Buxtehude sind 17 Hauptamtliche beschäftigt. Diese sind zuständig für die acht Ortsverbände Buxtehude, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Rotenburg/Wümme, Stade, Stelle-Winsen und Uelzen - mit fast 1400 Helfern.

Die THW-Regionalstelle Buxtehude zieht ins Ex-Bilfinger Rotring Engineering-Gebäude an der Rudolf-Diesel-Straße in Buxtehude. Foto: Vasel
Für die Regionalstelle ist bereits ein neuer Standort gefunden worden: das Ex-Bilfinger Rotring Engineering-Haus in der Rudolf-Diesel-Straße - unmittelbar neben Skin-Gin. Die THW-Buchstaben stehen bereits hinter der Glasfassade des Eingangs. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben will dieses Gebäude noch sanieren, dann stehe der Umzug an - inklusive der Atemschutzwerkstatt.
Bundesanstalt investiert kräftig in Neubauten
Infolge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine investiert der Bund wieder kräftig in den Zivil- und Katastrophenschutz. Davon profitiert jetzt vielleicht auch Buxtehude. Die schwarz-rote Koalition hat mit dem Bundeshaushalt 2026 ein Neubau- und Sanierungsprogramm für das Technische Hilfswerk auf den Weg gebracht - ausgestattet mit 2,7 Milliarden Euro. Damit seien alle 200 vorgesehenen Unterkünfte im Bauprogramm bis 2030 gesichert, heißt es. Die Buxtehuder tauchten bislang in den Listen nicht auf.
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Sechs Einsätze im vergangenen Jahr
Im 18. Dezember 2023 waren bereits 60 identische THW-Neubauten in Systembauweise wie aus einem Baukasten an das Bielefelder Unternehmen Goldbeck vergeben worden. „Das Bauprogramm trägt dazu bei, das ehrenamtliche Engagement zu stärken und gleichzeitig die Einsatzbereitschaft des THW langfristig zu sichern“, sagt THW-Präsidentin Sabine Lackner.
Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben tritt als Bauherrin auf, die Realisierung übernehmen die Länder - hier also das Staatliche Baumanagement Niedersachsen. Beim THW-Ortsverband Fallingbostel-Walsrode gab es bereits am 10. Februar 2026 einen Spatenstich mit Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD). Dort wird es einen Neubau mit acht Stellplätzen aus dem Goldbeck-Baukasten geben. „In Buxtehude wird es ein Individualbau“, sagt Minnerup. Zwischen Planung und Bau könnten aber einige Jahre, möglicherweise fünf, ins Land gehen.
Sechs Einsätze verzeichnete die Statistik für 2025. Die Buxtehuder waren unter anderem bei Starkregen und einem zusammengebrochenen Hochregallager im Einsatz, 2026 unterstützten sie die Feuerwehr beim Schneelast-Einsatz auf dem Toom-Dach. Landrat Kai Seefried unterstrich die Wichtigkeit des THW für den Zivil- und Katastrophenschutz vor Ort. Ein Stichwort: Blackout. Das THW Buxtehude erhält ein 200-KVA-Notstromaggregat.

Ausgezeichnet und berufen bei der Jahreshauptversammlung des THW-Ortsverbands Buxtehude. Foto: Vasel
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