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Nahversorgung

TTante Enso: 24/7-Supermarkt in ehemaliger Volksbank in Elm geplant

Die Arbeitsgruppe Enso der Elmer Bürgerstiftung hofft auf weitere Beteiligung für einen Tante-Enso-Laden in ihrem Dorf.

Die Arbeitsgruppe Enso der Elmer Bürgerstiftung hofft auf weitere Beteiligung für einen Tante-Enso-Laden in ihrem Dorf. Foto: Elmer Bürgerstiftung

Weit und breit kein Supermarkt - das soll sich in Elm ändern. Die Bürger haben es jetzt selbst in der Hand. Welche Hürde es bei der Realisierung noch gibt.

Von Susanne Laudien Mittwoch, 06.05.2026, 05:50 Uhr

Landkreis Rotenburg. In dem kleinen Dorf Elm bei Bremervörde unweit von Mulsum und Kutenholz ist die Umnutzung des ehemaligen Volksbank-Gebäudes in einen Tante-Enso-Markt in Planung. Das Einzugsgebiet des Marktes und damit auch die Möglichkeit entsprechende Genossenschaftsanteile zu zeichnen, reicht bis Behrste, Gräpel und Estorf – und damit auch in den Landkreis Stade hinein. Die Bürger haben es jetzt selbst in der Hand, ob in Elm ein 24/7-Supermarkt entsteht.

Seit 18 Jahren gibt es in dem Dorf keinen Nahversorger mehr. Daher geht es jetzt um die Nachnutzung der leer stehenden Volksbankfiliale in einen modernen Tante-Enso-Markt. Ziel der Bürgerstiftung ist, die Nahversorgung mit Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs in Elm langfristig zu sichern und gleichzeitig einen lebendigen Treffpunkt im Ort zu schaffen. Mit dem innovativen Enso-Konzept soll ein Supermarkt entstehen, der nicht nur ein umfassendes Sortiment bietet, sondern auch neue Wege im gemeinschaftlichen Einkaufen geht.

500 Menschen müssen sich mit 100 Euro beteiligen

Damit der Supermarkt kommt, müssen 500 Teilhaberinnen und Teilhaber aus dem Einzugsgebiet Elm, Behrste, Gräpel und Estorf Anteile für jeweils 100 Euro kaufen.
321 Personen beteiligen sich bereits (Stand vom 30. April). Der aktuelle Stand wird am 6. Mai bekanntgegeben. „Die Zahlen werden wöchentlich aktualisiert“, erkärt Sönke Kosicki vom Elmer Ortsrat. Kosicki hat das Vorhaben von Anfang an aktiv begleitet.

Elmer Bürgerstiftung kauft das Gebäude

Die Elmer Bürgerstiftung, die traditionelles Brauchtum- und Heimatpflege, Sport und Sportstätten, Jugend- und Altenhilfe, Hilfe in Notsituationen, Bildung und Erziehung sowie Kunst und Kultur im Dorf fördert, wird das Volksbankgebäude kaufen und dann an Tante Enso vermieten. „So ist der Plan“, sagt Kosicki. „Es wäre ein doppelter Gewinn für die Bürgerstiftung.“

Das Vorhaben steht und fällt mit der Beteiligung der Bürger: Kommen die 500 Genossenschaftsanteile mit je 100 Euro zusammen, kommt der Enso-Markt nach Elm – andernfalls nicht.

Diese Bedingung dient dazu, die wirtschaftliche Tragfähigkeit und die lokale Verwurzelung des Marktes sicherzustellen. „Wir haben es jetzt in der Hand, die Nahversorgung in Elm gemeinsam zu gestalten und dauerhaft zu sichern. Diese einmalige Gelegenheit sollten wir unbedingt nutzen“, betont der Vorstand der Elmer Bürgerstiftung.

Paten bieten Sprechstunden für Bürger an

Wer sich an dem Projekt beteiligen möchte, kann die Genossenschaftsanteile online erwerben, aber auch bei den Sprechstunden, die eigens von Enso geschulte Paten aus Elm anbieten. Die Paten unterstützen bei den notwendigen Formalitäten und liefern umfassende Informationen zum Konzept des 24-Stunden-Supermarkts.

Die Sprechstunden finden alle zwei Wochen statt - die nächste am Sonntag, 10. Mai, von 10 bis 12 Uhr im Elmer Bürgerhaus. „Jeder kann kommen“, sagt Kosicki. Er ist einer der sieben Paten, die mit Informationen sowie auch bei der Zeichnung eines Genossenschaftsanteils behilflich sind.

24-Stunden-Supermarkt: Vollsortiment zu Rewe-Preisen

Der geplante Markt wird ein Vollsortiment mit über 3000 Artikeln zu Preisen auf dem Rewe-Preisniveau bieten. Mit einer Enso-Bezahlkarte können Kundinnen und Kunden dort rund um die Uhr 24 Stunden am Tag, an 365 Tagen im Jahr einkaufen. Zusätzlich wird an vier Tagen pro Woche Personal vor Ort sein, um persönliche Beratung und auch Barzahlungen zu ermöglichen.

Das Unternehmen Enso

Enso ist ein Bremer Unternehmen mit mehr als 400 Beschäftigten, das 2016 von Norbert Hegmann und Thorsten Bausch gegründet wurde. Zunächst ist es als Online-Shop myenso mit eigener Logistik an den Start gegangen. Seit 2019 wird die Idee des stationären Tante-Enso-Marktes auf dem Land vorangetrieben.

Eröffnung eines Tante-Enso-Ladens in Spieka. Es ist die vierte „Filiale“ ihrer Art im Landkreis Cuxhaven. Neu ist die Kooperation mit dem Raiffeisen-Markt.

Eröffnung eines Tante-Enso-Ladens in Spieka. Es ist die vierte „Filiale“ ihrer Art im Landkreis Cuxhaven. Neu ist die Kooperation mit dem Raiffeisen-Markt. Foto: Dührkop

2024 wurde aus myenso Tante Enso. Ende 2024 wurde die 60. Filiale eröffnet. 2025 waren es 80 Filialen. Enso ist das japanische Wort für Kreis und soll laut des Unternehmens die Gemeinschaft symbolisieren – mit dem Menschen im Mittelpunkt, als Mitgestalter einer gemeinsamen, demokratischen Sache.

Der Tante-Enso-Laden in Moisburg (Landkreis Harburg) wurde im November 2023 eröffnet.

Der Tante-Enso-Laden in Moisburg (Landkreis Harburg) wurde im November 2023 eröffnet. Foto: Laudien

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