Freie Fahrt im Elbtunnel – Stillstand bei Hamburgs U-Bahnen und Bussen
Zuletzt am vergangenen Wochenende wurden Tunnelröhren auf der A7 bestreikt. Foto: Bodo Marks/dpa
Warnstreiks hatten zuletzt den Elbtunnel noch einmal mehr zum Nadelöhr gemacht. Diese sind nun vom Tisch. Allerdings droht eine neue Streikwelle – bei der Hamburger Hochbahn und den VHH-Bussen.
Hamburg/Berlin. Nach Warnstreiks bei der Autobahn GmbH in Hamburg hat sich die bundeseigene Gesellschaft mit den Gewerkschaften Verdi und Beamtenbund in Tarifgesprächen geeinigt. Das teilten die Tarifparteien mit. Die Einigung ist vorläufig.
Verdi hatte mehrfach die Beschäftigten der Tunnelbetriebszentrale in Hamburg-Othmarschen zu Warnstreiks aufgerufen. Die Aktionen führten zu stockendem Verkehr im und am Elbtunnel auf der A7, weil Fahrbahnen gesperrt wurden.
Laut Beamtenbund sieht das Ergebnis eine Steigerung der Einkommen in drei Schritten um insgesamt 7,8 Prozent vor. Die Beschäftigten sollen insgesamt mindestens 360 Euro mehr bekommen. Der Vertrag laufe 26 Monate.
Die Gewerkschaften hatten einen deutlich kürzeren Vertrag von zwölf Monaten gefordert und mindestens 300 Euro mehr im Monat verlangt.
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Warnstreik bei der Hamburger Hochbahn und VHH
Kunden von Hochbahn und Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (VHH) müssen zwei Tage lang auf andere Verkehrsmittel ausweichen. Seit dem Morgen sind bei der Hochbahn unter anderem die Bus- und U-Bahnfahrer zu einem 48-stündigen Warnstreik aufgerufen. „Aktuell rechnet die Hochbahn nicht damit, am heutigen Freitag den Bus- und U-Bahn-Betrieb aufnehmen zu können“, teilte das städtische Verkehrsunternehmen auf seiner Website mit.
Der Warnstreik dauert voraussichtlich bis Sonntagmorgen, 1. März, um 3 Uhr. Fahrgäste sollten, wenn möglich, auf die S-Bahn umsteigen. Ob während des Warnstreiks einzelne Fahrten stattfinden, entscheide die Hochbahn je nach Lage, hieß es. Auf den Buslinien X22, 16, 43, 114, 155, 161, 180 und 561 sei ein Teilbetrieb möglich, da diese von Subunternehmen betrieben werden. Auf anderen Linien soll ein Notbetrieb im 20-Minuten-Takt stattfinden: Dies betrifft die Linien 4 und 5, 17, 7, 24, 23, 13 und 150.
Schulbusse und Konzert-Shuttles nicht betroffen
Der Schulbusverkehr am Freitag sowie die Arenen-Shuttle-Verkehre am Freitag und Samstag sollen jedoch fahren. Das ist wichtig, da in der Barclays Arena an beiden Tagen Konzerte geplant sind. Der HSV spielt am Sonntagabend zu Hause – nach Ende des Warnstreiks.
Beim VHH fahren einige Busse trotz Warnstreiks
Nachdem auch in der vierten Verhandlungsrunde keine Einigung für die Beschäftigten der VHH erzielt werden konnte, rief Verdi auch dort die Busfahrer zum Warnstreik auf. Die Arbeitsniederlegung dauert ebenfalls ab Freitagmorgen bis Sonntagfrüh, 3.00 Uhr. Laut der Website des Unternehmens fänden jedoch einzelne Fahrten auf einigen Linien statt.
Die Hamburger S-Bahn, die von der Deutschen Bahn betrieben wird, und die Fähren der Hochbahn-Tochter Hadag sind von dem Warnstreik nicht betroffen. Zudem werde der Stadtverkehr in Ahrensburg und Bargteheide (Kreis Stormarn) nicht bestreikt.
Forderungen der Gewerkschaft
Hintergrund der Arbeitskampfmaßnahmen sind die laufenden Tarifverhandlungen bei Hochbahn und VHH. So fordert die Gewerkschaft für die Beschäftigten der Hochbahn 7,5 Prozent mehr Lohn im Monat als bislang. Der Vertrag solle 12 Monate laufen.
Bei dem Busunternehmen VHH will die Gewerkschaft einen neuen Manteltarifvertrag, der etwa die Busfahrer entlasten soll, durchsetzen. Verdi will eine 35-Stunden-Woche für die Mitarbeiter erreichen.
Update am 27. Februar um 9.25 Uhr: Details zum Warnstreik hinzugefügt.