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Pferdesport

TThomas Rüsch ist neuer Vorsitzender des größten Reitvereins im Kreis

Thomas Rüsch (45) ist neuer 1. Vorsitzender des RV Fredenbeck. Der Verein von der Geest ist mit 750 Mitgliedern der größte Reitverein im Landkreis Stade.

Thomas Rüsch (45) ist neuer 1. Vorsitzender des RV Fredenbeck. Der Verein von der Geest ist mit 750 Mitgliedern der größte Reitverein im Landkreis Stade. Foto: Fehlbus

750 Mitglieder haben ein neues Oberhaupt. Thomas Rüsch aus Schwinge ist der Nachfolger von Klaus Hauschild beim Reitverein Fredenbeck. Ein Riesenjob.

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Von Miriam Fehlbus
Dienstag, 21.04.2026, 14:25 Uhr

Fredenbeck. „Das ist ein historischer Moment“, hallt es durch die Lautsprecher über den Turnierplatz in Fredenbeck. „Der neue 1. Vorsitzende des Reitvereins wird jetzt seine erste Siegerehrung vornehmen“, erklärt Turniersprecher Johann Holst.

Thomas Rüsch hat zu diesem Zeitpunkt schon einige Stunden Platzdienst auf dem Trecker hinter sich. Die ehrenhafte Aufgabe geschieht vor gut gefüllten Zuschauerrängen: Vom Schleifenbrett greift sich der neue Vereinschef die goldene Rosette und heftet sie einem großen Schimmel an.

Hannoveraner-Züchter aus Fredenbeck-Schwinge

Auch wenn er nicht aktiv reitet: Angst vor Pferden hat Thomas Rüsch definitiv nicht. Die Familie aus Schwinge züchtet seit Generationen erfolgreich Hannoveraner.

Historischer Moment: Thomas Rüsch steckt seine erste Siegerschleife als 1. Vorsitzender des RV Fredenbeck an. Geehrt wird hier die Siegerin des A-Stilspringens, Antonia Rössler vom RV Zeven.

Historischer Moment: Thomas Rüsch steckt seine erste Siegerschleife als 1. Vorsitzender des RV Fredenbeck an. Geehrt wird hier die Siegerin des A-Stilspringens, Antonia Rössler vom RV Zeven. Foto: Fehlbus

Das Besondere an dem Amt des 1. Vorsitzenden in Fredenbeck: Drei Jahre lang war der Posten beim Reitverein unbesetzt geblieben. Nachdem Klaus Hauschild nach mehr als 20 Jahren Vorstandsarbeit und 16 Jahren im Amt des 1. Vorsitzenden 2023 nicht erneut zur Kandidatur stand, hatte sich kein Nachfolger gefunden.

Ein eingespieltes Team um den 2. Vorsitzenden Martin Otten-Willers ließ die Lücke an der Spitze fast vergessen. Nun aber konnte Thomas Rüsch gewählt werden.

Der Vater von zwei Töchtern, die im Voltigiersport aktiv sind, weiß um den „Riesenposten“, den er da angenommen hat. „Es ist viel mehr als ein Verein, es ist Nachbarschaftspflege, Reitunterricht und Ponyclub, Turniere und die Herausforderung, immer genügend Ehrenamtliche für die Veranstaltungen zu haben“, sagt Rüsch, beruflich Tierzuchttechniker bei Masterrind.

Der Reitverein ist mit 750 Mitgliedern der größte Reitverein im Landkreis Stade. Zum Vergleich: Der Verein mit dem größten Reitturnier, der RV Harsefeld, hat rund 450. Fredenbecks Altersdurchschnitt bei den Mitgliedern dürfte aber niedriger sein.

Reitschule und Voltigieren mit Vereinspferden

Der Fredenbecker Verein, der international erfolgreiche Fahrsportler und Voltigierer, erfolgreiche Springreiter und Dressurreiter hat, bietet eine besondere Jugendarbeit: Allein 130 Voltigierer von den Jüngsten bis zu Weltcup- und Nationenpreissiegern trainieren in den Hallen. Dazu kommen Ponyclub-Kinder, die noch vor dem ersten Reitunterricht im Offenstall den richtigen Umgang mit dem Pferd lernen.

Auch Reitunterricht auf vereinseigenen Schulpferden ist ein Baustein in Fredenbeck: Rund 100 Reitschüler bekommen regelmäßig Unterricht.

Eigenes Vereinsgelände mit zwei Hallen für den Sport

20 Pferde hat der Verein. Untergebracht sind sie auf der eigenen Anlage. 2007 konnte der Verein das Areal mit Reithalle, Reitplatz und Ställen kaufen - seinerzeit noch hinter der inzwischen abgerissenen Gaststätte Niedersachsenschänke, für die an dieser Stelle jetzt eine Kita gebaut wird.

2017 wurde die neue Voltigierhalle eingeweiht. Gerade erst wurde der Abreiteplatz für die Springreiter grundlegend erneuert. Das gibt beim Turnier viel Lob von den Aktiven.

Ponys besuchen Senioren in der Nachbarschaft

Der Verein bemüht sich um gute Nachbarschaft. Vom Sonnenkamp ist das Neubaugebiet bis auf Sichtweite herangerückt. Vor der Reithalle entsteht gerade die neue Kindertagesstätte der Gemeinde. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet steht eine Senioren-Wohnanlage.

Die Nachbarn sollen den direkten Kontakt zu den Tieren regelmäßig genießen können. „Unser Ponyclub besucht immer wieder mit den Tieren die Senioren“, erklärt Thomas Rüsch. Dann gibt es Möhrchen für die kleinsten Vierbeiner unter den Vereinspferden.

Ehrenamt: 120 Posten beim Turnier zu vergeben

Für Thomas Rüsch ist es am dritten Aprilwochenende das erste Turnier, das er als Vorsitzender begleitet. Stolz schaut er auf den Einsatz der Ehrenamtlichen: 120 Posten mussten für die zwei Tage Reitturnier besetzt werden.

Manche Freiwillige übernahmen gleich mehrere Schichten. „Aber alle sind besetzt“, sagt Rüsch. Und das, obwohl erst vor einer Woche das Voltigierturnier in Fredenbeck stattfand.

Larissa Bartels und Verena Heitmann leiten das Turnier. Dafür, das alles auf der Anlage funktioniert, sorgt Lars Thomee. Die Verpflegung liegt in den Händen von Uta Linde. „Sie ist die gute Seele des Vereins“, sagt Rüsch und will kurz bei der Kollegin des erweiterten Vorstands vorbeischauen. „Die ist gerade nicht da“, heißt es aus dem Kuchenzelt, „Nachschub holen.“ Zuspruch und Nachfrage von Aktiven und Zuschauern sind dieses Jahr noch einmal angestiegen.

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