TTrinkwasser knapp: Bewässerungsverbot im Landkreis Stade
Der Trinkwasserverband Stader Land (TWV) setzt aufgrund des hitzebedingten hohen Wasserverbrauchs ein Beregnungs- und Bewässerungsverbot in Kraft. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Die Wasserwerke arbeiten am Limit. Der Trinkwasserverband schlägt Alarm und verhängt Verbote - selbst die Fußball-WM wirkt sich aus.
Dollern. Warum der Trinkwasserverband Stader Land (TWV) am Freitag die Notbremse ziehen musste, erklärt TWV-Geschäftsführer Ralf Burghartz: Aufgrund der Hitze sei der Wasserverbrauch stark angestiegen. 20.000 Kubikmeter seien es an normalen Tagen. „31.000 Kubikmeter haben wir am Donnerstag abgegeben“, rechnet Burghartz vor.
Aufgrund der anhaltenden Trockenheit, der hohen Temperaturen und des extrem gestiegenen Wasserverbrauchs - insbesondere durch Gartenbewässerung und Poolbefüllungen - arbeite die Trinkwasserversorgung derzeit an ihrer Leistungsgrenze.
Wasserwerke arbeiten am Limit
„Zeitweise werden die verfügbaren Aufbereitungs- und Förderkapazitäten der drei Wasserwerke erreicht oder überschritten“, so Burghartz. Die Mitarbeiter seien rund um die Uhr im Einsatz und schöpften alle technischen Möglichkeiten aus, um die Versorgung aufrechtzuerhalten.
Um Engpässe unter anderem in Harsefeld zu verhindern, habe der Trinkwasserverband bereits den Druck in den Leitungen etwas reduziert. Außerdem konnten die Dollerner auf die Solidarität der Stadtwerke Stade bauen. Die Stader hätten die Versorgung eines Teils des Verbandsgebietes übernommen. „In der Stadt Stade gibt es nicht so viele Gärten und Grünflächen“, erklärt Burghartz.

Wasserversorgung hitzebedingt am Limit: TWV-Geschäftsführer Ralf Burghartz steht in der Pumpenhalle des 1959 erbauten Wasserwerks in Dollern. Foto: Vasel
Fußballweltmeisterschaft verschärft Hitzefolgen
Eigentlich fülle der Verband spätestens ab 21 Uhr seine Wasserspeicher nachts wieder auf. Durch das WM-Fußballspiel Deutschland - Ecuador geschah das in der Nacht zu Freitag erst ab 0.30 Uhr.
Die Wasserwerke in Dollern, Himmelpforten und Heinbockel versorgen 136.000 Menschen im Kreis Stade, mit der Ausnahme der Kernbereiche der Hansestädte Stade und Buxtehude, mit Trink- und Betriebswasser. Die Speicher decken etwa die Hälfte des Tagesbedarfs, so der Geschäftsführer. Der Füllstand sollte nicht unter drei Meter fallen. Ein Wasserwerk dürfe nicht leerlaufen. Im Notfall müsste der TWV letztlich die Versorgung einstellen.
„An diesem Punkt sind wir noch nicht“, betont TWV-Geschäftsführer Burghartz. Doch das Ziel der Versorgungssicherheit könne nur gewährleistet werden, wenn sich jetzt alle „konsequent an das angeordnete Beregnungs- und Bewässerungsverbot halten“. Ohne die Einschränkungen bestehe „die reale Gefahr, dass die Versorgungssicherheit gefährdet wird“.
Was ist ab sofort verboten?
Was ist ab sofort verboten? Trinkwasser aus dem öffentlichen Netz darf bis auf weiteres nicht für die Beregnung und Bewässerung von Gärten, Rasenflächen und Grünanlagen, die Befüllung von Pools und Schwimmbecken oder für das Autowaschen verwendet werden. Erlaubt sei lediglich die sparsame Nutzung mit Handgefäßen wie der Gießkanne.
Ohne dieses Verbot könne es zu Engpässen in der Trinkwasserversorgung kommen. Der TWV sei rund um die Uhr im Einsatz und schöpfe alle technischen und betrieblichen Möglichkeiten aus, um die Versorgung aufrechtzuerhalten. Verstöße gegen das Beregnungs- und Bewässerungsverbot können mit ordnungsrechtlichen Maßnahmen und mit Bußgeldern geahndet werden. Im Einzelfall könne ein Verstoß bis zu 50.000 Euro kosten.

Das Verbot soll die Versorgung mit Trinkwasser sichern. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Die Wasserwerke des Trinkwasserverbandes Stader Land stellen jährlich mehr als 7,3 Millionen Kubikmeter Wasser zur Verfügung. Davon nutzt jeder Einwohner im TWV-Gebiet durchschnittlich 153 Liter täglich. Über das rund 1600 Kilometer lange Rohrleitungsnetz gelangt das Wasser zu den 47.000 Hausanschlüssen.
Burghartz‘ Appell: „Nur gemeinsam kann sichergestellt werden, dass alle Haushalte jederzeit mit ausreichend Trinkwasser versorgt werden.“

Der Trinkwasserverband Stader Land (TWV) setzt aufgrund des hitzebedingten hohen Wasserverbrauchs ein Beregnungs- und Bewässerungsverbot in Kraft. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
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