Zähl Pixel
Hafen

TUS-Militär in Bremerhaven – Größte Verschiffung seit Ukraine-Kriegsbeginn

Die „Red Cloud“ mit der taktischen Bezeichnung T-AKR 313 gehört zur sogenannten „Watson-Klasse“.

Die „Red Cloud“ mit der taktischen Bezeichnung T-AKR 313 gehört zur sogenannten „Watson-Klasse“. Foto: Eckardt

Drei US-Schiffe im Hafen und zahlreiche Militärfahrzeuge auf der Autobahn 27: Seit Jahresbeginn ist der Militärgüterumschlag wieder gestiegen. Eine Spurensuche.

Von Christian Eckhardt 23.01.2025, 12:10 Uhr

Bremerhaven. Seit Jahresbeginn ist wieder ein verstärkter Umschlag von rollenden US-amerikanischen Militärgütern an der ABC-Halbinsel im Bremerhavener Überseehafen festzustellen. Dazu sind auch wieder viele Transporte von Militärfahrzeugen per Tieflader über die A27 aus Richtung Bremen kommend und dann durch das Überseehafengebiet in Bremerhaven zu beobachten. Nacheinander machten drei unterschiedliche Transportschiffe des US-Military Sealift Command in Bremerhaven fest, die zuvor in Polen Militärgüter gelöscht hatten.

Über den Umfang der Ladungsübernahme in Bremerhaven und die Zielhäfen der Transportschiffe liegen keine Informationen vor.

Größte Verschiffungsaktion seit Beginn des Ukraine-Krieges

Laut Informationen der „Kieler Nachrichten“ haben die USA in nur zehn Tagen sieben schwimmende Militärtransporter in die Ostsee mit Kurs auf Danzig geschickt. Dabei soll es sich um die größte Verschiffungsaktion durch die Ostsee für US-Militärausrüstung seit Beginn des Ukraine-Krieges handeln. Drei Transportschiffe nahmen nun anschließend von Polen aus Kurs auf den Bremerhavener Kaiserhafen. Unklar ist derzeit, ob in der nächsten Zeit noch weitere Schiffe hier erwartet werden.

Vor rund zwei Wochen machte die 212 Meter lange Ro-/Ro-Schiff „Cape Kennedy“ aus der sogenannten Cape K-Klasse in Bremerhaven fest und lud eine nicht näher bekannte Anzahl an rollenden Boden- und Kettenfahrzeugen. In der vergangenen Woche nahm dann die 290 Meter lange und 32,2 Meter breite USNS „Red Cloud“ aus Polen kommend Kurs auf die Seestadt, wobei das Schiff per Dockschleusung über die Kaiserschleuse den Liegeplatz an der ABC-Halbinsel erreichte. Bei diesem Transportschiff handelt es sich um eine Einheit einer Gruppe von neunzehn großen mittelschnellen Roll-on/Roll-off-Schiffe (LMSR) des Military Sealift Command. Die „Red Cloud“ mit der taktischen Bezeichnung T-AKR 313 gehört dabei zur sogenannten „Watson-Klasse“. Diese speziellen großen RoRo-Frachtschiffe werden von den Streitkräften der Vereinigten Staaten zur Vorpositionierung von Bodenfahrzeugen wie Panzer, Lastwagen und andere verschiedene Radfahrzeuge eingesetzt, die zur Unterstützung einer schweren Armeebrigade benötigt werden.

Bis zu 900 Fahrzeuge können auf den Frachtdecks befördert werden

Auf den Frachtdecks können bis zu 900 Fahrzeuge befördert werden. Die Watson-Klasse umfasst acht der 19 großen, mittelschnellen Roll-on/Roll-off-Schiffe des Military Sealift Command. Die „Red Cloud“ wurde im Jahr 2000 von der National Steel and Shipbuilding Company in San Diego, erbaut und nach dem Korporal Mitchell Red Cloud, Jr. einem Träger der Medal of Honor, benannt.

Inzwischen machte nun ebenfalls aus Polen kommend die 200 Meter lange „Cape Edmont“ an der ABC-Halbinsel fest. Hierbei handelt es sich um ein mittlerweile 55 Jahre alten ehemaligen schwedischen RoRo-Frachter, der in Göteborg als „Paralla“ an die Rederi AB TransAtlantic geliefert wurde. Mit zwei weiteren Schwesterschiffen, die mittlerweile schon verschrottet wurden, verkehrte es zwischen der US-Westküste und Australien. Nach einem Verkauf im April 1987 ging die ehemalige „Paralla“ als „Cape Edmont“ unter der taktischen Kennung T-AKR-5069 an das Military Sealift Command. Während eines Einsatzes im ersten Golfkrieg 1991 kam es nach einem Brand zu einem Untergang des Schiffes. Später konnte es geborgen und wieder repariert werden. (ce/bel)

Weitere Themen

Die Redaktion empfiehlt
Weitere Artikel

VW ruft weltweit mehr als 70.000 E-Autos zurück

Der Rückruf von Millionen Fahrzeugen wegen einer fehlerhaften Schraube liegt noch nicht lange zurück. Nun muss Volkswagen erneut einen Mangel ausräumen. Auch in Deutschland sind viele Autos betroffen.

Verschuldung der Hochbahn ist gestiegen

Finanzvorständin Schmidt-Brunn unterstützt zwar den Investitionskurs des Unternehmens, mahnt aber gleichzeitig zum Schuldenabbau. Auf das Thema müsse geschaut werden.