TUrlaub in der Hitze? Deshalb sind hier kaum Camper da
Verbringen ihren Urlaub auf dem Campingplatz am Silbersee (von links): Kilian Settekorn, Lisa Schriefer und Volker Rickert. Foto: Pfaff
Grillduft, Schattenplatz, Badegefühl: Während ein Paar beim Camping am Wehdeler Silbersee entspannt, sind sie hier fast alleine. Diese Gründe stecken aus Sicht der Inhaberin Martina Krämer dahinter.
Schiffdorf. Für Lisa Schriefer ist der Urlaub am Silbersee die reinste Entspannung. Aus Wanna kommt sie hierher, um abzuschalten, wie sie sagt. „Ich mag im Allgemeinen nicht so den Trubel, aber das Camping. Damit bin ich groß geworden.“ Es passt also, dass sie in dieser Woche mit ihrem Freund Kilian Settekorn und Stiefvater Volker Rickert ins Wohnmobil gestiegen ist, um ihre Freizeit in Wehdel zu verbringen. Camping in der Hitze.
Camper am Silbersee: Grillfleisch und Burgerpizza sind sein Gemüse
„Normalerweise essen wir bei diesen Temperaturen etwas Leichtes wie Wassermelone, doch heute gibt‘s Fleisch“, freut sich Kilian aufs Grillen. Und auf die selbstgemachte italienische Spezialität, aus der er sich seine „Vitamine“ zieht, wie er spitzbübisch anmerkt: Burgerpizza.
Zubereiten lässt sich dies alles im Backofen oder auf dem Kochfeld, der Grundausstattung an Bord ihres Campingwagens. Und Volker? Der ist mit seinem „Monti-Mobil“ gut ausgestattet. „Ich habe alles Mögliche an Bord und könnte eine Kompanie für drei Monate versorgen“, lächelt er seine leichte Übertreibung einfach weg.
Mit dem Fahrzeug, das den Namen seines Hundes auf der Motorhaube trägt, ist er am Silbersee Stammgast. „Ich kenne den Platz schon etliche Jahre. Hier ist es sehr schön und die anderen Camper sind wirklich nett.“ Er sei auf und neben dem vier Hektar großen Areal viel mit Monti unterwegs.

Der Campingwagen von Lisa Schriefer bietet neben Schlafgelegenheiten alles, was Urlauber benötigen: ein Bad mit Toilette, Schränke, Bänke, Backofen und ein Kochfeld. Foto: Pfaff
Auf dem Campingplatz sind keine Parzellen vorgeschrieben
Volker genießt es, sich frei bewegen zu können. „Hier sind keine Parzellen vorgeschrieben, was ich super finde.“ Das sieht Lisa genauso. Sie betont, bei der aktuellen Hitzewelle gerne im Schatten zu sein, die offene Wiese aber nach Lust und Laune nutzen zu wollen. „Ich nehme mir die Decke und lege mich dort einfach in die Sonne.“
Unterdessen könnte es sein, dass Kilian den umliegenden Wald inspiziert. So erzählt er der NZ, die entsprechenden Wege bereits mit dem E-Scooter durchfahren zu haben. Die Aktivitäten, die am Silbersee möglich sind – Baden, Minigolf, Fußball oder Volleyball spielen – können die Gäste derweil ganz schön ins Schwitzen bringen. Insbesondere bei der Wärme.

Bei der gegenwärtigen Hitze springen kleine wie große Schwimmer gerne in den Silbersee. Eine Abkühlung muss sein. Foto: Pfaff
„Wir nutzen die Duschen hier jeden Tag“, sagt Lisa über das kühlende und reinigende Element. Dies dürften auch so einige Gäste am vergangenen heißen Wochenende gebraucht haben, nachdem fast 200 Cadillacs, Chevrolets und andere amerikanische Fahrzeuge beim US-Car-Treffen auf dem Areal die Herzen von Auto-Fans höherschlagen ließen.
„Hier standen viele historische Fahrzeuge, auch Polizei- und Krankenwagen. Zudem einige Motorhomes – also bis zu 12 Meter lange Wohnwagen, die eingerichtet sind wie ein Haus“, so Martina Krämer. Die Inhaberin von Campingplatz und Café am Silbersee hat miterlebt, wie groß das Gewusel „bei gefühlten 35 Grad“ war.
US-Car-Treffen am Silbersee macht den Platz am Wochenende voll
Sie berichtet von vollen Parkplätzen sowie einem steten Auf und Ab. Kurze Zeit später, am Montag, ist die Wärme geblieben, nur die Gäste sind gegangen. „Wir haben heute drei oder vier Camper hier. Das ist weniger als auf anderen Wohnmobilstellplätzen der Region“, findet sie nur schwer eine Erklärung für den Sachverhalt.
So halte sie es für möglich, dass die Menschen noch verschreckt sind vom gerade erst zu Ende gegangenen Autotreffen. Auch die noch nicht begonnenen Sommerferien und eine fehlende Rezeption auf dem Gelände können aus ihrer Sicht Gründe für die durchwachsenen Besucherzahlen sein.
Krämer weiß indes, dass der Montag im Allgemeinen nicht gerade zugkräftig ist. „Die meisten Leute kommen am Donnerstag oder Freitag. Am Anfang der Woche kann man eigentlich mit niemandem rechnen.“ Zudem macht sie darauf aufmerksam, dass Dauercamper seit einiger Zeit nicht mehr erwünscht sind: „Das will die Gemeinde nicht mehr, seitdem einige von ihnen ihre Parzellen nicht mehr gepflegt haben.“
Potenziellen Gästen will sie demnächst aber einen gehobeneren Empfang bieten. „Wenn die DLRG zum dritten Quartal aus dem Empfangshäuschen rausgeht, kann ich dies dann als Rezeption nutzen“, blickt sie voraus. Damit Besucher wie Lisa, Kilian oder Volker auch angemessen begrüßt werden.
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