Verdi will mit „Wellenstreiks“ Druck machen
Mit „Wellenstreiks“ will Verdi den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen und die Fahrgäste möglichst wenig belasten. (Archivbild) Foto: Gregor Fischer/dpa
Verdi ruft erneut zu Warnstreiks bei der Hamburger Hochbahn und den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein auf. Wo genau Busse und U-Bahnen betroffen sein werden, wird erst kurzfristig mitgeteilt.
Hamburg. Mit sogenannten „Wellenstreiks“ bei Hochbahn und den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein (VHH) will die Gewerkschaft Verdi in der kommenden Woche den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen - und die Fahrgäste möglichst wenig davon spüren lassen. „Mit diesem bewusst als Wellenstreik angelegten Vorgehen werden nicht alle Beschäftigten gleichzeitig zur Arbeitsniederlegung aufgerufen, sondern ausgewählte Bereiche“, teilte die Gewerkschaft mit.
Details zu Warnstreiks werden kurzfristig bekanntgegeben
„Mit dieser Streikstrategie nehmen wir Rücksicht auf die Fahrgäste und erhöhen zugleich den Druck auf die Arbeitgeber und den Hamburger Senat, in den laufenden Verhandlungen endlich Angebote vorzulegen, die substanzielle Verbesserungen enthalten“, sagte der für die Hochbahn zuständige Gewerkschaftssekretär Gabriel Arndt.
Warnstreiks soll es demnach bei der Hochbahn am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag geben, bei den VHH am Mittwoch in der nächsten und übernächsten Woche.
Wo genau gestreikt werden soll, werde der Hochbahn jeweils tags zuvor und den VHH „rechtzeitig“ mitgeteilt, hieß es.
Verdi-Ankündigung stößt bei Hochbahn auf Unverständnis
Wenig Verständnis zeigte Hochbahn-Personalvorständin und Arbeitsdirektorin Saskia Heidenberger. Laut dem mit der Gewerkschaft vereinbarten Verhandlungsfahrplan würden die nächsten Gespräche kommenden Freitag und am darauffolgenden Dienstag stattfinden. „Ein Streik vorher ist unnötig und nicht konstruktiv“, sagte sie. Eine tragfähige Lösung könne nur am Verhandlungstisch erzielt werden.
Da Verdi erst kurzfristig über die Arbeitskampfmaßnahmen informieren wolle, werde sich erst am Vortag des jeweiligen Streiktags zeigen, welche Betriebshöfe und damit Linien betroffen sind, hieß es.
Hochbahn-Kunden wurde aber schon einmal vorsorglich geraten, wenn möglich, an den Streiktagen auf S-Bahnen umzusteigen. Auch die Hadag-Fähren seien nicht vom Arbeitskampf betroffen.
Verdi fordert bei Hochbahn 7,5 Prozent mehr
Verdi fordert in den laufenden Tarifverhandlungen bei der Hochbahn unter anderem 7,5 Prozent mehr Lohn mit einer sozialen Komponente für die unteren Entgeltgruppen sowie einen 200-Euro-Mietkostenzuschuss für Auszubildende.
Für die Busfahrer der VHH fordert die Gewerkschaft unter anderem die Einführung einer 35-Stunden-Woche und Urlaubsgeld in Höhe eines halben Monatslohns. Hier soll am 26. Februar weiterverhandelt werden.