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TVfL Fredenbeck holt sich Spieler von den Hamburger Profis

Der VfL Fredenbeck hat einen neuen Rückraumspieler verpflichtet: Handballchef Lars Müller (links) und Neuzugang Ben Lewermann unterzeichnen den Vertrag.

Der VfL Fredenbeck hat einen neuen Rückraumspieler verpflichtet: Handballchef Lars Müller (links) und Neuzugang Ben Lewermann unterzeichnen den Vertrag. Foto: Thiele

Der Handball-Drittligist streckt seine Fühler nach Hamburg aus. Ein Transfer ist schon perfekt. Die Zusammenarbeit mit den Bundesliga-Profis geht aber noch weiter.

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Von Wilhelm Thiele
Donnerstag, 19.02.2026, 13:35 Uhr

Fredenbeck. Beim Handball-Drittligisten VfL Fredenbeck dreht sich in Vorbereitung auf die Saison 2026/27 das Personalkarussell. Nachdem der Verein zuletzt die Vertragsverlängerungen mit einigen Außen- und Kreisspielern verkündet hatte und mit Jonas Gerkens vom SV Beckdorf und Noah Schwenke vom Drittligisten TSV Altenholz zwei Nachwuchstalente für den Rückraum verpflichtet hatte, ist jetzt der nächste Coup gelungen.

Aus dem Profikader des Bundesligisten HSV Hamburg wechselt Ben Lewermann zu den Fredenbeckern in die Dritte Liga. Der 19-jährige und 1,95 Meter große Rückraumlinke mit Erstligaerfahrung wird mit einem Doppelspielrecht ausgestattet und soll wegen der großen Konkurrenz auf dieser Position beim HSV bei den Fredenbeckern ab Sommer 2026 Spielpraxis sammeln.

Das sagt der Ex-Weltmeister zum Transfercoup

HSVH-Sportdirektor Johannes Bitter dazu in einer Pressemitteilung: „Ben hat immer wieder sein großes Potenzial gezeigt. Die Station in der 3. Liga gibt ihm Spielzeit, ein festes Zuhause im Männerbereich und gleichzeitig die Möglichkeit, weiterhin auf höchstem Niveau zu trainieren.“

Ben Lewermann stammt aus Tornesch im Kreis Pinneberg und begann dort beim TuS Ensingen seine Laufbahn als Handballer. In der Jugend wechselte er zum THW Kiel, bevor er zur Saison 2024/25 zum HSV Hamburg kam und seitdem sowohl in den Nachwuchsmannschaften als auch im Profikader zum Einsatz kam.

„Ich freue mich auf den VfL. Ich möchte Erfahrungen sammeln und gemeinsam mit dem VfL Stück für Stück nach oben wachsen“, sagt Lewermann. Er habe das letzte Heimspiel des VfL gegen Eintracht Hagen in der Halle erlebt. Sein Eindruck sei „mega“. Die Halle, die Fans und die Stimmung haben ihn „einfach gecatcht“. „Es hat mich daran erinnert, warum Handball so geil ist.“ Man merke, dass der Verein Tradition habe. „Ich habe Lust auf mehr“, sagt Lewermann.

So arbeiten der HSV und Fredenbeck zusammen

„Ben ist mein Wunschspieler“, sagt Fredenbecks Trainer Matthias Steinkamp. Er sei „sehr spielintelligent in Abwehr und Angriff, torgefährlich aus dem Rückraum. Außerdem ein guter Junge, der optimal ins Mannschaftsgefüge passen wird“.

Für den VfL Fredenbeck ist mit der Verpflichtung von Ben Lewermann auch ein erster sichtbarer Schritt in eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Handballregion Hamburg gelungen, die Fredenbecks Handball-Geschäftsführer Lars Müller im Frühjahr 2025 mit der Verpflichtung von Trainer Matthias Steinkamp eingeleitet hatte.

Zur Zusammenarbeit mit dem HSV gehört die gezielte Einbindung Fredenbecker Talente in das Training des Hamburger Profikaders. So konnten Nils Schröder und Daniel Polak den Profikader im Training bereits ergänzen. Schröder trainiert auch zukünftig regelmäßig einmal wöchentlich mit den Hamburgern. Polak wird auf Abruf eingebunden. Sein Arbeitgeber in Dollern stellt ihn dafür frei, erklärt der VfL.

Diese Spieler verlassen den VfL Fredenbeck

Auch Abgänge gab der Verein jetzt bekannt. Neben Lauro Strothmann, dessen Wechsel zum TSV Altenholz bereits bekannt war, werden Chris-Ole Brandt und Jelmer de Vries den Verein zum Saisonende verlassen. Trainer Steinkamp: „Der Abgang von Jelmer und Chris tut menschlich weh. Charakterlich zwei tolle Jungs.“ Sportlich hätten sie dem VfL geholfen. Die Konstanz habe ab und zu etwas gefehlt. „Ich freue mich auf die restliche Saison mit den beiden“, sagt Steinkamp.

Jelmer de Vries zieht es in die Niederlande zurück. Die handballerische Zukunft von Chris-Ole Brandt ist nicht bekannt.

Nach der Verschnaufpause am letzten Wochenende steht für den VfL Fredenbeck am Sonnabend die Reise zum TuS Spenge an (Anwurf 19.15 Uhr). Im Hinspiel triumphierte Fredenbeck gegen den Tabellenvierten. „Die werden Messer zwischen den Zähnen haben“, sagt Steinkamp.

Diese Handballer fehlen im Spiel gegen Spenge

Der Trainer muss auf einige erkrankte und verletzte Spieler verzichten. Weiter fehlt Mannschaftskapitän Pelle Fick, dessen Genesung nach seiner Fußverletzung länger dauert, als erwartet. Auch Danny Müller laboriert weiter an einer Fußverletzung und wird vermutlich erst zur neuen Saison wieder einsatzbereit sein. Erkrankt sind Michel Sumfleth und Laurenz Reiners. Ihr Einsatz ist fraglich.

Nach dem Spenge-Spiel liegt das Hauptaugenmerk von Trainer und Mannschaft auf dem folgenden Heimspiel gegen den TSV GWD Minden II. Die Fredenbecker kassierten im Hinspiel gegen den derzeitigen Abstiegskandidaten eine 27:36-Klatsche. Mit einem Sieg gegen die Mindener wäre der Klassenerhalt für die Fredenbecker so gut wie perfekt und das Saisonziel frühzeitig erreicht.

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