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TVideo mit Nagelsmann: D/A-Kicker Matti Cebulla lernt von den Besten

In dieser Saison stehen in Matti Cebullas Statistik bislang 16 Einsätze in der Regionalliga Nord.

In dieser Saison stehen in Matti Cebullas Statistik bislang 16 Einsätze in der Regionalliga Nord. Foto: Struwe (nomo)

D/A-Kicker Matti Cebulla hat mit 24 viel erlebt. Rangnick und Nagelsmann bei RB Leipzig, ein Tief in Aachen. Im Podcast „D/A sind wir zuhaus“ erzählt er von seinem Weg.

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Von Daniel Berlin
Donnerstag, 12.03.2026, 11:25 Uhr

Drochtersen. 13 Minuten vor dem Abpfiff des Spiels gegen Phönix Lübeck wechselt D/A-Trainer Oliver Ioannou auf Rechtsaußen Matti Cebulla für Robin Kölle ein. Nach einem Freistoß von Jorik Wulff fällt wenig später das 2:0 für D/A. Tjorve Mohr lässt D/A jubeln. Cebulla jubelt mit. Er hat seinen Job gemacht. Wenn auch nur 13 Minuten.

16 Mal stand Matti Cebulla in dieser Saison in einem Regionalligaspiel auf dem Platz. Im Schnitt spielte er 24 Minuten pro Partie. Reservespieler? Bankdrücker? Matti Cebulla mag diese Wörter nicht und sagt etwas, das seine aktuelle Rolle bei D/A besser beschreibt. „Ich würde mich als Feuerwehrmann darstellen, der in brenzligen Situationen eingesetzt wird und dann aber auch gute Leistungen bringt“, sagt Cebulla. Der 24-Jährige reflektiert seine Rolle in ziemlich reifer Manier und kann damit leben.

Cebulla macht Kölle und Elfers Druck

Der interne Konkurrenzkampf bei D/A ist groß. Der Kader ist in der Breite gut besetzt. Das, was Cebulla kann, können Robin Kölle und Jannes Elfers auch ziemlich gut. Der Trainer setzt derzeit auf dieses Duo auf den Außenbahnen. „Wir unterstützen uns gegenseitig. Wir sind nicht gegeneinander, sondern fast schon Freunde“, sagt Cebulla. Er versuche, den beiden „Druck zu machen“.

2023 kam Matti Cebulla von Alemannia Aachen nach Drochtersen.

2023 kam Matti Cebulla von Alemannia Aachen nach Drochtersen. Foto: Struwe (nomo)

Natürlich will Cebulla mehr Minuten auf der Spieluhr. Genauso glücklich sei er aber auch über 13 Minuten gegen Phönix Lübeck und darüber, „dass wir das Spiel 2:0 gezogen haben“. Cebulla spielt seit seinem 14. Lebensjahr auf professionellem Niveau Fußball. Er kennt das Geschäft. Er weiß, wann er eine Lage akzeptieren muss.

Cebulla hat bei den besten Trainern Deutschlands gelernt. Als er 15 Jahre alt war, klingelte während seines Schulunterrichts das Telefon der Internatsleitung bei RB Leipzig. Der damalige RB-Trainer Ralf Rangnick wollte Cebulla beim Training der Profis dabei haben. „Es war verrückt, wie schnell beim Training alles ging“, sagt Cebulla. Rangnick sei ein Menschenfänger, ein sympathischer Mann, respektvoll und Respektsperson. Später, in der Corona-Zeit, lernte Cebulla einen heute noch prominenteren Coach kennen.

Kann dauern: Videoanalyse mit Julian Nagelsmann

Cebulla trainierte unter dem heutigen Bundestrainer Julian Nagelsmann. Unter dem Taktiker. Nagelsmann gab seinen Spielern nicht nur Plan A an die Hand. Auch Plan B, C und D. „Eine Videoanalyse hat gut und gerne mal anderthalb Stunden gedauert“, sagt Cebulla. Der junge Fußballer saß da und war erstaunt, was alles geht. Cebulla startete jüngst selbst mit seiner Ausbildung für seine Trainerlizenz. Das, was Leute wie Rangnick, Nagelsmann oder heute Ioannou im beibrachten und beibringen, hilft Cebulla beim Lehrgang.

Im Schnitt spielt Matti Cebulla 24 Minuten. Zwei Mal stand er in der Startelf.

Im Schnitt spielt Matti Cebulla 24 Minuten. Zwei Mal stand er in der Startelf. Foto: Struwe (nomo)

In der neusten Folge des Podcasts „D/A sind wir zuhaus“ beantwortet Matti Cebulla die Frage, ob sein heutiger Trainer Oliver Ioannou schon genauso gut ist, wie Rangnick und Nagelsmann. „Das sieht man an der Tabelle“, sagt Cebulla. D/A jagt als Tabellenzweiter Spitzenreiter SV Meppen. Die letzten Jahre unter Ioannou seien erfolgreich gewesen. „Und es bringt Spaß“, sagt Cebulla. D/A spiele erfolgreich. Das sei das Wichtigste. Cebulla hatte eben jenen Spaß am Fußball mal verloren.

Wenn der Trainer dich nicht auf dem Zettel hat

Cebulla wechselte aus dem einigermaßen behüteten Nachwuchsleistungszentrum in den Herrenfußball nach Aachen. In ein Haifischbecken. Oder wie Cebulla sagen würde: „Dort ging es um Existenzfußball.“ Jede Saison gehe es darum, in der Liga zu bleiben oder oben mitzuspielen. In seiner Aachener Zeit erlebte Cebulla sieben verschiedene Trainer und drei Sportdirektoren. Die, die Cebulla mit einem klaren Plan holten, waren drei Tage später nicht mehr da.

Irgendwann kam ein Trainer, der Cebulla gar nicht mehr auf dem Zettel hatte. Ein Spiel ohne Einsatz, eine Partie auf der Tribüne, ein Training ohne Belohnung. Angst vor der Zukunft hatte Cebulla zwar nicht. Aber seine Sorgen nahm er am Abend mit - in seine Wohnung. Ausdrücklich nicht nach Hause. Denn Cebullas Zuhause lag 468 Kilometer entfernt.

Cebulla will zurück in die Heimat

Cebulla wollte zurück nach Rosengarten. Familie ist ihm wichtig. Er wollte den Kopf wieder frei kriegen. Wieder Spaß am Fußball haben. Egal, in welcher Liga. Sportlich ging er beim Heeslinger SC einen Schritt zurück. Aber er spielte wieder. Und hatte nach einer 20-minütigen Autofahrt seine Lieben an seiner Seite.

Drochtersen nennt Cebulla einen Glücksfall. Er kickt. Er lässt sich parallel in Stade zum Automobilkaufmann ausbilden. Die Familie ist immer noch in der Nähe. Fußball beherrscht zwar sein Leben. Er hat große Ziele und will mit D/A in die 3. Liga. Aber Cebulla lebt nicht nur in dieser einen Welt.

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