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Bagaluten-Weihnacht

TVolle Granate Torfrock: Wie das Stader Publikum die Kultband gefeiert hat

Torfrock in Stade: Sänger und Band-Urgestein Klaus Büchner lässt es mit Gitarrist Volker Schmidt, Bassist Sven Berger und Schlagzeuger Stefan Lehmann im Stadeum einfach noch mal weihnachten.

Torfrock in Stade: Sänger und Band-Urgestein Klaus Büchner lässt es mit Gitarrist Volker Schmidt, Bassist Sven Berger und Schlagzeuger Stefan Lehmann im Stadeum einfach noch mal weihnachten. Foto: Weselmann

Torfrock ist Kult. Die Bagaluten-Band macht im Stadeum ordentlich Stimmung - und ist hier voll und ganz familientauglich.

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Von Fenna Weselmann
Sonntag, 25.01.2026, 14:50 Uhr

Stade. Bei Torfrock wird gefeiert, wie es sich gehört. Das ist am Sonnabend in Stade nicht anders. Die vier Musiker haben das Stadeum schnell auf Temperatur, und die 700 angereisten Konzertgänger sind bester Laune.

Bei den Hits wird kräftig mitgegrölt. Im Saal ist locker Platz zum Tanzen. Und Mähneschütteln zu Rockmusik geht selbst mit Krückstock.

Torfrock zieht Alt und Jung ins Stadeum

Die meisten Fans in der Menge waren Kinder oder Teenager, als die norddeutsche Kultband einst gegründet wurde. Fast 50 Jahre ist das her, und im nächsten Jahr steht das Bühnenjubiläum an. Torfrock-Urgestein Klaus Büchner ruft in der aktuellen Besetzung mit Gitarrist Volker Schmidt, Bassist Sven Berger und Schlagzeuger Stefan Lehmann längst nicht nur Ü 50 zum Feiern auf den Plan.

Zum Auftakt zückt Torfrock-Urgestein Klaus Büchner gleich mal die Bassblockföte.

Zum Auftakt zückt Torfrock-Urgestein Klaus Büchner gleich mal die Bassblockföte. Foto: Weselmann

Das Publikum an diesem Abend ist bunt gemischt. Im Stadeum-Saal tummeln sich Alt und Jung - ob nun als Ehepaar, im Familienverbund oder als Wikinger-Horde. Von Lüneburg bis Bremerhaven sind die Leute angereist. Viele haben Torfrock schon live erlebt.

Die gehörnten Fans sind in Stimmung

Sarah und Oliver Waschkewitz aus Geestland sind regelmäßig bei den Konzerten der selbsternannten Bagaluten-Band. „Den Spaß muss man unbedingt mal miterleben“, sagt der 50-Jährige. In Worpswede, wo die Torfrock-Touren traditionell starten, waren die beiden auch schon.

Auf dem Kopf trägt Oliver Waschkewitz einen leuchtenden Wikingerhelm. Im Stader Publikum sind vergleichsweise wenige „Gehörnte“. „In Worpswede ist es wilder“, sagt seine Frau.

Martin Fischer (Mitte) feiert mit seinen Freunden von der Komagrotte Assel.

Martin Fischer (Mitte) feiert mit seinen Freunden von der Komagrotte Assel. Foto: Weselmann

Außer ihm schwirren noch einige gut gelaunte Gruppen mit Helmen durch den Saal. Die einen kommen aus Lüneburg, die anderen aus Kehdingen. Dazu gehören Martin Fischer und seine Freunde von der „Komagrotte Assel“, die sich vor dem Konzert zum Gruppenfoto aufstellen. „Ich habe die Schallplatten von meinen Eltern bekommen. Torfrock und ihre Klassiker sind einfach Kult“, sagt Martin Fischer.

Stefan Jungclaus ist ebenfalls mit Musik von Torfrock aufgewachsen. Der 59-jährige Stader hat die Begeisterung für die Band an seine Söhne Philip und Daniel weitergegeben. Die sind sonst gerne bei Wacken, Elbriot und Co. anzutreffen, rocken jetzt aber auch im Stadeum die erste Reihe. Sein erstes Torfrock-Konzert in Stade - 1997 am alten Holzhafen - hat Daniel noch in Erinnerung: „Da war ich vier Jahre und saß auf Papas Schultern.“

In Stade wird volle Granate gefeiert

An diesem Abend erlebt Torben die Band nun das erste Mal auf der Bühne. Der Elfjährige aus Rosengarten hat seine Eltern Claudia und Torsten Lorenzen an der Seite. Für sie ist es ebenfalls Premiere bei Torfrock.

Zwei Generationen Torfrock-Fans: Claudia und Torsten Lorenzen aus Rosengarten freuen sich auf ein gemeinsames Konzerterlebnis mit ihrem elfjährigen Sohn Torben.

Zwei Generationen Torfrock-Fans: Claudia und Torsten Lorenzen aus Rosengarten freuen sich auf ein gemeinsames Konzerterlebnis mit ihrem elfjährigen Sohn Torben. Foto: Weselmann

Alle drei sind große Torfrock-Fans und freuen sich über die gute Gelegenheit in Stade. Denn bei der bekannten Bagaluten-Wiehnacht in der Alsterdorfer Sporthalle geht es immer wild zu. „Aber wir wurden schon gebrieft, dass es feucht werden könnte“, sagt Torsten Lorenzen.

Torfrock im Stadeum

Foto: Weselmann

Torfrock machen Stimmung im Stadeum.
Torfrock machen Stimmung im Stadeum. Foto: Weselmann

Foto: Weselmann

Wikinger-Helme stehen beim Torfrock-Publikum hoch im Kurs.
Wikinger-Helme stehen beim Torfrock-Publikum hoch im Kurs. Foto: Weselmann

Foto: Weselmann

Torfrock in Stade: Sänger und Band-Urgestein Klaus Büchner lässt es mit Gitarris...
Torfrock in Stade: Sänger und Band-Urgestein Klaus Büchner lässt es mit Gitarrist Volker Schmidt, Bassist Sven Berger und Schlagzeuger Stefan Lehmann im Stadeum einfach noch mal weihnachten. Foto: Weselmann

Foto: Weselmann

Torfrock in Stade: Sänger und Band-Urgestein Klaus Büchner lässt es mit Gitarris...
Torfrock in Stade: Sänger und Band-Urgestein Klaus Büchner lässt es mit Gitarrist Volker Schmidt, Bassist Sven Berger und Schlagzeuger Stefan Lehmann im Stadeum einfach noch mal weihnachten. Foto: Weselmann

Foto: Weselmann

Mitten im Bühnengeschehen sitzen Weihnachtswichtel.
Mitten im Bühnengeschehen sitzen Weihnachtswichtel. Foto: Weselmann

Foto: Weselmann

Hilde Büter aus Drochtersen ist mit Begleitperson Kurt Hoffmann beim Torfrock-Ko...
Hilde Büter aus Drochtersen ist mit Begleitperson Kurt Hoffmann beim Torfrock-Konzert. Sie lobt die guten bedingungen für Rollstuhlfahrer im Stadeum. Foto: Weselmann

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Torfrock holt nicht nur die alten Fans vor die Bühne: Die zwölfjährige Madita au...
Torfrock holt nicht nur die alten Fans vor die Bühne: Die zwölfjährige Madita aus Neu Wulmstorf mag ihre Musik genauso. Foto: Weselmann

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Tim und Agnieszka Viebrock aus Hesedorf haben schon einige Torfrock-Konzerte erl...
Tim und Agnieszka Viebrock aus Hesedorf haben schon einige Torfrock-Konzerte erlebt und den besten Platz direkt vor der Bühne. Foto: Weselmann

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Leuchtendes Beispiel für Torfrock-Begeisterung: Sarah und Oliver Waschkewitz aus...
Leuchtendes Beispiel für Torfrock-Begeisterung: Sarah und Oliver Waschkewitz aus Geestland sind regelmäßig auf den Konzertenn und wollen auch im Stadeum "Beinhart" und "Volle Granate" feiern. Foto: Weselmann

Im Stadeum bleibt es handzahm. Klar, der Bölkstoff fließt, aber beinharte Trunkenbolde sind in Stade nicht am Start. Die braucht es nicht für ordentlich Stimmung. „Volle Granate“ wird trotzdem gefeiert.

Die Bagaluten wollen wiederkommen

Nach einer Stunde und 20 Minuten mit Liedern von „Rollo der Wikinger“ und „Wildsau“ über „Hey Joe“ bis „Presslufthammer B-B-Bernhard“ gönnt das aufgeheizte Publikum den Musikern nur eine kurze Verschnaufpause. Der Gitarrist kesselt weiter aus dem Off und drei Minuten später legt Torfrock noch mal nach.

Die Fans wollen Torfrock am liebsten gar nicht gehen lassen. Nach jeder Zugabe wird sofort nach mehr gerufen. Mit einem großen Dank an das Stader Publikum, der Aussicht auf ein baldiges Wiederkommen und glitzerndem Konfetti-Finale ist dann aber endgültig Schluss.

Beseeltes Publikum und frostige Überraschung

Die Besucher loben die gelungene Sause. Familie Lorenzen ist rundum begeistert. Dass „Trunkenbold“ und „Schimmelreiter“ nicht auf der Setlist standen, können sie verschmerzen.

Der Stader Stefan Jungclaus hat die Begeisterung für Torfrock an seine Jungs weitergegeben: Philip und Daniel rocken mit ihrem Vater in der ersten Reihe.

Der Stader Stefan Jungclaus hat die Begeisterung für Torfrock an seine Jungs weitergegeben: Philip und Daniel rocken mit ihrem Vater in der ersten Reihe. Foto: Weselmann

Für Stefan Jungclaus und seine Jungs hat einfach alles gepasst. Die Stimmung war so, wie sie es sich für ein gutes Torfrock-Konzert gewünscht haben. „Wenn ich an Torfrock denke, denke ich an Familie“, schwärmt Philip Jungclaus am Ende ganz beseelt. Tim und Agnieszka Viebrock aus Hesedorf finden: „In Stade könnte es noch mehr solcher Konzerte geben.“

Und wie könnte es anders sein - wenn Torfrock in Stade mit Gedichten und Wichteln zum „31. Weihnachtstag“ einlädt, dann stehen am Ende doch noch weiße Weihnachten vor der Tür. Während drinnen laut gesungen wird, rieselt draußen tatsächlich leise der Schnee.

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