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Gastronomie

TVollmers öffnen ihr Gartencafé in Himmelpforten zur letzten Saison

Angelika und Hans-Heinrich Vollmers laden zur letzten Saison in ihr Gartencafé in Himmelpforten.

Angelika und Hans-Heinrich Vollmers laden zur letzten Saison in ihr Gartencafé in Himmelpforten. Foto: Klempow

Angelika und Hans-Heinrich Vollmers öffnen ihr Gartencafé in Himmelpforten wieder für ihre Gäste. In die Vorfreude der beiden mischt sich aber ein Hauch Melancholie.

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Von Grit Klempow
Samstag, 02.05.2026, 05:50 Uhr

Himmelpforten. Es soll die letzte Saison im Gartencafé Hof Vollmers sein. Nach 17 Jahren wollen die beiden kürzer treten. Es bleibt auch ohne die lieb gewonnenen Gäste noch genug auf dem Hof zu tun.

„Das hier ist mein Elternhaus“, sagt Angelika Vollmers. Die Inschrift im Balken über der ehemaligen Grootdör zeigt das Baujahr 1878. Aber umgezogen ist das alte Schulhaus aus Düdenbüttel erst im Jahr 1928. Es ersetzte damals wohl das kleinere auf der Hofstelle, sagt Hans-Heinrich Vollmers.

Ein Stück Dorfgeschichte

Der Hof am Stubbenkamp ist ein Stück altes Himmelpforten. Am Stubbenkamp stehen noch ehemalige Bauernhäuser, manchmal etwas versteckt durch Neubauten. Der Hof Vollmers ist gesäumt von alten Bäumen, das riesige Grundstück mit der kleinen Scheune bietet heutzutage vor allem viel Platz für die gemeinsame Leidenschaft der beiden: den Garten.

Garten Vollmers in Himmelpforten

Garten Vollmers in Himmelpforten Foto: Klempow

Der ist schlicht umwerfend. Angelika Vollmers hat ihn mit Liebe zu Pflanzen und Details geplant, Beete gibt es rundherum und mittendrin. „Blau und Weiß sind eigentlich meine Farben“, sagt sie. Aber es gibt auch den gelben Garten oder den Kräutergarten. In einer anderen Ecke blüht es weiß. Was und wann, wie hoch und an welchem Standort gedeiht, hat die Stauden-Expertin ausgeklügelt arrangiert. Sie war lange im Vorstand der Staudengesellschaft.

Der Lerchensporn ist ihre Lieblingspflanze

Ihre Liebe zum Detail blüht an allen Ecken und Enden gerade erst richtig auf. Ihre Lieblingspflanze Lerchensporn hat in aller Zartheit schon die Blütezeit in rosa, rot oder weiß hinter sich. „Das ist meine Pflanze. Sie blüht schon im Januar, Februar, wenn die Lenzrosen kommen.“ Da bräuchte es nur ein paar Zwiebeln, sagt Hans-Heinrich Vollmers. Den Rest machten die Ameisen und die Blüte. „Dann ist der ganze Hof voll.“

Täglich acht Stunden verbringen die beiden in ihrem Garten. Kanten schneiden, Hof fegen, die Beete in Schuss halten, immer ist etwas zu tun. Beim Tag des offenen Garten waren sie viele Jahre dabei. Jedes Mal besuchten gut 1000 Menschen ihr Himmelpfortener Staudenparadies. Aber es brauchte zwei Anläufe, um aus ihrem Lebenstraum ein Gartencafé zu machen.

Café in der Gartenremise

Angelika Vollmers arbeitete früher im Einzelhandel in Stade. Als eine neue Chefin das Modegeschäft in der Innenstadt übernahm, war das ein erster Anstupser. „Jetzt mache ich das, was ich immer wollte - ein Café“, sagte sie sich. Weil der Landkreis damals zu viele Auflagen für ein Café auf der Diele hatte, musste sie doch wieder umdisponieren.

In der grünen Remise und dem ehemaligen Hühnerstall links daneben können Gäste gemütlich kaffeesieren.

In der grünen Remise und dem ehemaligen Hühnerstall links daneben können Gäste gemütlich kaffeesieren. Foto: Klempow

Als sie sich dann ein Bein gebrochen hatte, stand der Entschluss fest. Nach der Genesung legten sie los. „Wir bauten dieses Häuschen“, sagt sie und blickt sich um. Das dunkelgrün gestrichene Café-Häuschen lädt zum Verweilen ein. Durch die großen, alten Sprossenfenster strömt das Licht. Zu bauen oder Altes in Szene zu setzen und für die Gartengestaltung zu nutzen, liegt Hans-Heinrich Vollmers.

Passend zum alten Reetdachhaus legen Vollmers viel Wert auf passende Gartendekoration.

Passend zum alten Reetdachhaus legen Vollmers viel Wert auf passende Gartendekoration. Foto: Klempow

Von vorneherein war er ganz mit im Boot. Er schnackt gerne mit den Gästen, am liebsten auch Platt. Die Stammgäste kommen aus der ganzen Region, „bis nach Bremerhaven, Cuxhaven oder Rotenburg runter“. Die Gäste müssen vorher reservieren.

Kaffee und Kuchen im ehemaligen Hühnerstall

„Das Wetter spielt hier meistens mit“, sagt er. Dann sitzen die Gäste nicht nur in der grünen Remise und im ehemaligen Hühnerstall, sondern auch mitten im Garten unter den 100 Jahre alten Apfelbäumen. So lange und gemütlich, bis es sie dann doch nicht mehr auf den Stühlen hält. „Zu 99 Prozent gehen alle noch mal durch den Garten“, sagt Vollmers.

Alle Torten und Kuchen backt Angelika Vollmers selbst, zum Beispiel Fränkische Apfeltorte Maria, Gartenrhabarberstreusel, Amerikatorte, Johannisbeerquarktorte oder Donauwellen.

Käsekuchen ist ein Dauerbrenner

„Ich backe, was die Leute wollen“, sagt sie. Die Johannisbeertorte mit dem Mandelboden ist ihr eigener Favorit. „Käsetorte müssen wir jedes Mal haben“, sagt ihr Mann. Ein bisschen Gartengenuss steckt auch im Kuchensortiment: Erdbeeren, Rhabarber, Johannis- oder Stachelbeerbüsche gedeihen im Bauerngarten schließlich auch.

Angelika und Hans-Heinrich Vollmers.

Angelika und Hans-Heinrich Vollmers. Foto: Klempow

Kuchen außer Haus gibt es bei Vollmers nicht. Aber wie in jedem Jahr bieten sie auch Stauden an. Die Gäste können damit ein kleines Stück vom Gartenglück mit nach Hause nehmen.

Jedes Jahr zum Saisonabschluss sahen Angelika und Hans-Heinrich Vollmers der Ruhe im Garten mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Der endgültige Abschied vom Café - er wird im Herbst schwer fallen. Aber ihren Lebenstraum haben sie sich 17 Jahre lang erfüllt.

Gartencafé Vollmers - nur mit Voranmeldung unter 04144/230091 oder per E-Mail unter hof-vollmers@web.de

Das Café ist jedes erste und dritte Wochenende im Monat von 13.30 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet: 2. und 3., 16. und 17. Mai; 6. und 7., 20. und 21. Juni; 4. und 5., 18. und 19. Juli; 1. und 2., 15. und 16. August; 5. und 6. , 19. und 20. September.

In allen Ecken des Gartens gibt es farblich und thematisch passende Dekorationen.

In allen Ecken des Gartens gibt es farblich und thematisch passende Dekorationen. Foto: Klempow

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