TWann bekommt Agathenburg endlich eine neue Sporthalle?
Eine Visualisierung des ersten Bauentwurfs 2023 legte Wert auf viel Platz in der Halle, auch für Zuschauer. Foto: Arbeitsgemeinschaft ARGE B8 KFA
Eigentlich wollte die Gemeinde nur 4,2 Millionen Euro für die neue Mehrzweckhalle ausgeben. Doch die Lightvariante überzeugte nicht. Jetzt soll mehr Geld fließen.
Agathenburg. Der Bau einer neuen Mehrzweckhalle beschäftigt die Agathenburger schon seit vielen Jahren. Zuletzt kam die Planung nur schleppend voran, da der millionenschwere Neubau die Gemeindekasse sprengte. Doch nach langwierigen Beratungsrunden kommt jetzt wieder Bewegung in das Projekt.
Derzeit laufen alle notwendigen Vorbereitungen, um bis Ende März 2026 den Bauantrag zu stellen, sagt der stellvertretende Gemeindedirektor Timo Kilian. Anfang Dezember hatte der Agathenburger Rat die Verwaltung damit beauftragt, einen Förderantrag für Bundesmittel zu stellen.
Bund stellt eine Milliarde Euro für Sportstätten bereit
Hintergrund: Der Bundestag hatte jüngst für das Programm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ beschlossen, bis 2029 Fördergelder in Höhe von bis zu einer Milliarde Euro bereitzustellen. So sollen Kommunen Sportstätten „von besonderer regionaler und überregionaler Bedeutung“ erhalten und modernisieren.
5,7 Millionen Euro stehen für Neubau bereit
Sollte der Förderantrag Erfolg haben, können die Agathenburger bis zu 45 Prozent der anrechnungsfähigen Kosten einsparen. Doch auch ohne Förderung wolle man den Neubau durchziehen, sagt Kilian. Zuletzt kalkulierten die Planer mit Gesamtkosten von 5,7 Millionen Euro, um die neue Mehrzweckhalle am Ortseingang neben dem bestehenden Sportplatz zu bauen.

Die ursprünglich geplante Naturbühne soll eingespart werden (Visualisierung). Foto: Arbeitsgemeinschaft ARGE B8 KFA
Die Großinvestition ist bereits im Agathenburger Haushaltsplan eingepreist. Im nächsten Jahr stehen 2 Millionen Euro bereit, 2027 nochmals 3,7 Millionen Euro. Der Kämmerer habe ebenfalls sein Okay gegeben, sagt Kilian.
Die Kosten für den Neubau bereiteten der Kommune während der bisherigen Planungsphase immer wieder Bauchschmerzen. Der erste Entwurf der Arbeitsgemeinschaft ARGE B8 KFA aus Hamburg hatte die Politik beim Architektenwettbewerb 2023 überzeugt.
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Die 1,5-Feld-Sporthalle soll für verschiedene Sportarten genutzt werden, auch mithilfe von Trennwänden. Weiterhin sollten eine Empore im Innenraum mit Blick auf den hinteren Sportplatz sowie eine Naturtribüne in Form einer Rasenschräge vor dem vorderen Sportplatz Zuschauer zu Veranstaltungen einladen.
Gemeinderat mit „Sporthalle light“ unzufrieden
Ursprünglich plante die Kommune mit einem Kostenrahmen von 4,2 Millionen Euro. Doch die Pläne wuchsen weiter an, sodass Ende 2024 plötzlich 5,7 Millionen Euro im Raum standen. Um den Kostenrahmen zu halten, forderte der Gemeinderat eine Umplanung des Projekts.
Die Planer reduzierten die Neubaupläne radikal, um Kosten zu sparen. So sollte etwa die Hallenhöhe niedriger ausfallen, das Obergeschoss mit der Empore wäre weggefallen. Auch die Naturtribüne vor der Halle wäre weggespart worden, erklärt Kilian. Im Sommer 2025 stand eine „Sporthalle light“ im Rat zur Diskussion.

Die Mehrzweckhalle im Ortskern ist nicht nur ein Ort für Sport, sondern auch für die Dorfgemeinschaft. Foto: Archiv
Letztlich habe sich der Rat jedoch entschieden, mehr Geld in die Hand zu nehmen, so Kilian. Einige Reduzierungen gebe es trotzdem: So soll das Gebäude nicht in den Boden eingelassen werden, und die Naturtribüne wurde gestrichen, um teure Erdarbeiten zu sparen. Die Halle selbst soll jedoch zuschauergeeignet werden.
Derzeit stehe noch die Genehmigung des vorgelegten Haushalts durch den Landkreis Stade aus. Derweil führe man wieder Gespräche mit den Architekten und Fachplanern, um das Bauprojekt 2026 endlich anzugehen.
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