T„War ein Schreck“: Bülkauer Rentner irrtümlich für tot erklärt
Seine Krankenkasse hatte den Rentner für tot erklärt. Foto: dpa
Es ist kein Einzelfall: Jüngst berichtete eine 65-jährige Staderin im TAGEBLATT über einen Brief, in dem sie von der Schufa als verstorben gemeldet wurde. Ähnlich erging es auch einem 71-Jährigen im Hadelner Land.
Bülkau. Es ist bereits 15 Jahre her, dass der Bülkauer Rentner (Name der Redaktion bekannt) von seiner Krankenkasse für tot erklärt wurde. Allerdings war der heute 71-Jährige noch gar nicht verstorben. Ab diesem Moment begann für ihn und seine Ehefrau eine nervenaufreibende Zeit.
Ebenso war es auch für eine Staderin, wie das TAGEBLATT berichtete. „Gerichtet ist das Schreiben an sie beziehungsweise ihre Erben. Die Rentnerin ist entsetzt. Sie recherchiert im Internet. Was sie liest, macht ihr Angst: gesperrte Konten, abgestellter Strom, ausbleibende Rentenzahlungen.“
Der Bülkauer hingegen bekam seine Rentenzahlungen weiterhin problemlos auf sein Konto, konnte darauf zugreifen und auch der Strom blieb nicht aus. Dafür erlebte er anderes.
Krankenkassenkarte konnte nicht eingelesen werden
Der Rentner erinnert sich: „Es fing alles ganz merkwürdig an. Ich war in Behandlung bei verschiedenen Ärzten und diese konnten meine Krankenkassenkarte plötzlich nicht mehr mit ihren Geräten lesen.“ Als die Medizinischen Fachangestellten dann die Daten per Hand in das System eingaben, war wieder alles in Ordnung - jedenfalls vorerst. Denn es dauerte nicht lange, da trat das Problem erneut auf. Hinzu kamen dann Rechnungen der Ärzte, die der Rentner selbst zahlen sollte. Denn seine Krankenkasse wollte diese Zahlungen nicht mehr übernehmen. Die Ärzte hatten dafür allerdings Verständnis und warteten auf die ausstehenden Zahlungen, bis der Rentner alles mit seiner Krankenkasse geklärt hatte.
„Die Ärzte rieten mir, dass ich bei der Krankenkasse anrufen soll. Ein Mitarbeiter sagte mir dann am Telefon, dass ich in dem System als tot eingetragen worden sei“, erklärte der 71-Jährige. Seine Ehefrau denkt nicht gerne an die Situation zurück: „Es war ein Schock, wir wussten nicht, was wir tun sollten und wie lange es dauern würde, die Krankenkasse davon zu überzeugen, dass mein Mann noch lebt.“ Die Zahnärztin des Bülkauers konnte das Ehepaar etwas beruhigen und versicherte, dass es solche Situationen schon öfter gegeben habe. Wie sie die Krankenkasse davon überzeugen konnten, dass der Rentner lebt, blieb allerdings ein Rätsel.
Namensvetter in Amerika und Bremerhaven
Der Bülkauer telefonierte immer wieder mit seiner Krankenkasse und erklärte ihr, dass er noch lebe - allerdings ohne Erfolg: „Es dauerte ein Vierteljahr, bis sie mir endlich geglaubt haben.“ Bei den Telefonaten wurde dem Rentner schließlich gesagt, dass er einen Namensvetter in der Nähe von Las Vegas habe, der auch fast am selben Tag wie der Bülkauer Geburtstag habe. Später fanden sie allerdings heraus, dass der amerikanische Namensvetter doch nichts mit dem Vorfall zu tun hatte: „Ich entdeckte, dass ich noch einen zweiten Namensvetter in Bremerhaven habe. Ich vermute, dass dieser vielleicht verstorben ist und seine Kundendatei mit meiner verwechselt wurde. Gewissheit habe ich allerdings nicht“, spekuliert der Rentner.
Angesichts der zähen Verhandlungen mit der Kasse habe er dieser sogar angeboten, persönlich vorbeizukommen, das sei allerdings dann doch nicht nötig gewesen. Schließlich überzeugte er sie mit Worten, bekam eine neue Krankenkassenkarte und war auch in dem System wieder lebendig.