TWarum ein Pokalspiel in Deinste in die Fußball-Geschichte eingeht
Die JSG Geest liegt gegen den TSV Apensen 3:1 in Führung. Dann wird es kurios. Foto: Uli Deck/dpa/Symbolbild
Mauschelei im Jugendfußball? Ein verschobenes Pokalspiel? Was war da los bei diesem denkwürdigen Spiel in Deinste?
Deinste. Ob dieses Spiel mit einem Rekord in die Geschichte des Jugendfußballs im Landkreis Stade eingehen wird, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden. Aber die 3:4-Pleite der U18 der JSG Geest gegen die U18 des TSV Apensen gilt mindestens als eine der wohl ungewöhnlichsten Niederlagen in der Region.
Die Dritte Halbzeit
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Die JSG Geest führt im Kreispokal-Halbfinale bis zur 83. Minute mit 3:1 gegen Apensen. Was dann kommt, wirft Fragen auf. Hat die JSG Geest keine Lust auf das Endspiel oder keine Zeit am Finaltag? Die Szene munkelt. Die Gerüchteküche brodelt. Ein U18-Spiel verschoben? Floss da Geld? Oder zumindest ein paar Kisten Getränke?
Da fragt sogar der Verband nach
Der TSV Apensen dreht die Partie mit freundlicher Mithilfe des Gegners. Drei Eigentore in wenigen Minuten lassen Apensen am Ende doch noch jubeln. Keine Ahnung, ob es so etwas im Kreisfußball schon mal gegeben hat. Auch die Funktionäre des NFV-Kreis Stade wollten wissen, was da los war. TSV-Trainer Reza Wafi sollte an höchster Stelle und intern im eigenen Verein das Wunder von Deinste erklären.
Die Unabsteigbaren
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Ganz neu sind solche Eigentor-Orgien natürlich nicht. Den Bundesliga-Rekord stellte Hannover 96 bei der 3:5-Niederlage in Mönchengladbach am 12. Dezember 2009 mit drei Eigentoren in einem Spiel auf. Den Weltrekord hält SOE Antananarivo.
Die Dritte Halbzeit
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Gegen AS Adema schoben die Madegassen den Ball am 31. Oktober 2002 149 Mal! ins eigene Netz. Angeblich aus Protest gegen den Schiedsrichter. Jamie Carragher vom FC Liverpool traf häufiger ins eigene Tor (7) als ins gegnerische (4). Und HSV-Legende Manni Kaltz und Nikolce Noveski (Mainz, Rostock) halten gemeinsam den Bundesliga-Rekord mit sechs Eigentoren während der aktiven Karriere. Aber Schluss mit dem Kneipenquiz-Wissen.
So dreht Apensen das Spiel
Zurück zur JSG Geest: Deren Trainer Tobias Rohleder beteuert, dass da nichts gemauschelt war. „Wir hatten schon Bock auf das Finale“, sagt er. Er habe fleißig durchgewechselt in der Schlussphase. Hier ein missglückter Klärungsversuch, da ein Torwart, der nicht aufgepasst hat. So nahm die ungewöhnliche Wendung ihren Lauf.
Die dritte Halbzeit
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„Ich war selbst baff, dass das passiert ist“, sagt Apensens Coach Reza Wafi. Er hatte „nicht das Gefühl, dass die JSG das extra gemacht“ hatte. Er sagt, dass sein Team in der Schlussphase den Druck erhöht habe. „Pressing mit Wut und Frust“ führten den TSV ins Finale gegen den JFV Buxtehude.
Kurios ja. Abgekartet nein. Die Köche in der Gerüchteküche können den Herd wieder ausstellen.
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