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Schiffskunde

TWas Kinder an Bord des Traditionsseglers Elfriede in Freiburg lernen

Die jungen Teilnehmer der Kinder-Uni bekommen einen Einblick in die Welt des über 100 Jahre alten Ewers Elfriede.

Die jungen Teilnehmer der Kinder-Uni bekommen einen Einblick in die Welt des über 100 Jahre alten Ewers Elfriede. Foto: Franziska Felsch

Ein Schiff, zwei Experten, fünf Kinder - und die lernten am Sonntag jede Menge in Sachen Segel setzen und Knoten binden. Zu Besuch bei der Kinder-Uni in Freiburg, an Bord der Elfriede.

Von Franziska Felsch Montag, 29.07.2024, 10:50 Uhr

Freiburg. Auf dem Stundenplan steht zuerst ein Rundgang auf dem fast 15 Meter langen und rund fünf Meter breitenTraditionssegler aus Hamburg. 1904 lief die mittlerweile betagte alte Dame auf der Jacobs-Werft in Moorege bei Uetersen vom Stapel, danach folgten mehrere Umbauten und schließlich die Restaurierung durch den Eigner, die Stiftung Historischer Museen Hamburg, erzählt Ekkehard Büge, Obmann und Leiter der Gruppe.

Zusammen mit Klaus Neumann gehört er zu der ehrenamtlichen Crew, die sich um das Museumsschiff kümmert. Die beiden Schiffbauingenieure leiten auch die Kurse für Kinder von 8 bis 18 Jahre, wie sie die Kinder-Uni Freiburg in diesem Sommer wieder anbietet.

Die Tücken beim Stapellauf

Die Frachttransporte damals auf der Elbe (Obst und Ziegelsteine) sind ein Thema, aber auch der Stapellauf. „Wie kommen die Schiffe eigentlich ins Wasser?“ will Ekkehard Büge von den Jungen wissen. Die sind gut informiert. „Mit dem Heck“, meldet sich Friedrich.

„Das ist richtig, aber möglich ist es auch mit dem Bug“, klärt der 64-Jährige auf. „Wenn das Schiff zuerst vorne eintaucht, ist das sehr schnell und daher kann es passieren, dass das Schiff umkippt. Hat es alles schon gegeben“, fügt er hinzu.

Maschinenausfall im Sturm

Umkippen und sinken könnten Schiffe auch bei Maschinenausfall, weil sie dann manövrierunfähig sind. „Besonders gefährlich bei Schlechtwetter, wenn das Schiff quer zur See schlägt“, erklärt Klaus Neumann.

„Dann machen wir eben das Rettungsboot klar“, denkt Joe laut. „Dafür bleibt meistens keine Zeit mehr“, erwidert Neumann, als er die kleinen Matrosen unter Deck führt.

Selbst gebaute Kisten dienen als Stauraum und Schlafplatz

Eng ist es hier unten, jeder Winkel wird genutzt. In der Ecke steht ein Ofen. Davor die von Neumann gezimmerten Holzkisten. Mit Polstern obendrauf dienen sie am Tag als Sitzfläche und nachts zusammengeschoben als Schlafplatz. In ihrem Inneren sind allerhand Gerätschaften verstaut und die Seekarten.

Die müssen mitgeführt werden, sind aber trotzdem keine Garantie, dass nicht doch irgendwelche Hindernisse unter der Wasserlinie lauern. Was bedeutet, dass die Schiffe auflaufen können, zum Beispiel auf kleine Inseln oder Container, die sich bei Sturm von großen Carriern gelöst haben und unsichtbar unter Wasser treiben.

„Oder sie treffen auf einen Eisberg wie die Titanic“, weiß Friedrich. Von Schiffskatastrophen haben die Jungs alle schon mal gehört. Trotzdem würden sie am liebsten gleich lossegeln. „Bis zu den Malediven“, schlägt der elfjährige Paul vor. Henry (8) reicht Hamburg. Da kommt das Schiff gerade her.

Den Palstek mit geschlossenen Augen binden

Acht Stunden, eine Tagesreise, hat die Elfriede gebraucht bis nach Freiburg. „Aber so war das damals, sehr schnell war man nicht unterwegs“, sagt Neumann und lädt die Teilnehmer zum Großsegelsetzen ein.

Skipper Klaus Neumann kann den Palstek mit geschlossenen Augen binden.

Skipper Klaus Neumann kann den Palstek mit geschlossenen Augen binden. Foto: Franziska Felsch

Mit aller Kraft reißen die Kinder an den Seilen. Doch erst mit der Hilfe der Erwachsenen zieht sich das schwere Tuch in die Höhe. „Jetzt können wir los“, sagt Erik. Immer noch nicht.

Als Nächstes steht Knotenkunde auf dem Programm. Skipper Klaus Neumann macht es vor und beweist, dass er den Palstek, den am meisten verwendeten Knoten in der Seeschifffahrt, mit geschlossenen Augen und hinter dem Rücken beherrscht. Das schaffen die Jungs nicht, haben aber trotzdem Spaß.

Nach gut zwei Stunden ist der vorbei. Dann geht’s von Bord. Mit einer Urkunde, auf der die Teilnahme bestätigt wird.

Schiff ahoi - der achtjährige Friedrich würde am liebsten gleich in See stechen.

Schiff ahoi - der achtjährige Friedrich würde am liebsten gleich in See stechen. Foto: Franziska Felsch

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