TWeltmeister-Bruder zaubert in Stade - VfL verliert dramatisch
VfL-Basketballer Kerem Baysalli sorgte für die Schlüsselszene eines dramatischen Abends im Sportcampus. Foto: Struwe (Archiv)
Trotz 27 Punkten von Kerem Baysalli reicht es nicht: Der VfL Stade verliert gegen die Aschersleben Tigers. Ein Gegner zeigte sein ganzes Können.
Stade. Mit Riesenschritten stürmte Kerem Baysalli Richtung Korb. Noch 80 Sekunden auf der Uhr, der VfL Stade liegt 84:85 zurück. 27 Punkte hatte der Topscorer bis dahin bereits aufgelegt. 700 Zuschauer im Sportcampus stehen, die Halle hält den Atem an. Dunking oder Korbleger?
Der 21-Jährige entscheidet sich für den vermeintlich sicheren Weg. Doch der Ball rollt über den Ring, statt durchs Netz zu gleiten.
Basketball-Regionalliga
T Erst Standpauke, dann Bergmann-Festspiele: VfL Stade feiert Heimsieg
Es ist die Schlüsselszene eines dramatischen Abends. Ein unnötiger Ballverlust folgt, dann ein Fehlwurf von Baysalli. Die Gäste bleiben eiskalt, treffen und besiegeln die 84:89 (42:51)-Heimniederlage gegen die Aschersleben Tigers, ein Regionalliga-Nachwuchsteam aus der Magdeburger Börde, das mit nur acht Akteuren angereist war.
Fußballer und Baseballer sehen verunsicherte Stader
„Sehr schade“, sagt Jelldrik Dallmann vom Fußball-Regionalligisten Drochtersen/Assel. Der Stürmer hatte zur Pause noch einen Heimsieg prognostiziert. „Der VfL macht es nur spannend und gewinnt am Ende“, so der Blondschopf, der ein echtes Drama erlebte. Der 30-köpfige Kader ist auf Einladung von VfL-Basketballer Adrian Bergmann, Teil des D/A-Physioteams, im Sportcampus.
Auch die Baseballer von den Stader Black Sox wollten den VfL unterstützen und siegen sehen. Was sie zu sehen bekamen, war jedoch ein verunsichertes Team, das von Beginn an mit Fehlwürfen kämpfte – und mit einem agilen, nervenstarken und vor allem zielsicheren Gegner. Das 10:23 nach dem ersten Viertel ließ bereits Böses ahnen. Spätestens beim 24:47 wurde es spürbar ruhiger in der Halle, obwohl extra Klatschpappen ausgelegt waren.
Weltmeister-Bruder zeigt sein Talent
Erstaunte Gesichter auf der Tribüne: 23 Punkte Rückstand vor heimischer Kulisse. Das hatte es in dieser Saison so noch nicht gegeben.
Großen Anteil daran hatte Tiger Joshua Bonga, der eine echte Show ablieferte, selbst punktete und seine Mitspieler immer wieder gekonnt in Szene setzte. Das Talent hat der 22-Jährige zweifelsohne, ähnlich wie sein älterer Bruder, der Welt- und Europameister Isaac Bonga in Diensten von Bayern München.
Der Brustlöser kam zweieinhalb Minuten vor der Pause mit dem 400. Saisonpunkt von Kerem Baysalli. Der Dreier weckte die Halle, die Aufholjagd begann. Adrian Bergmann traf nun, unterstützt von seinem „D/A-Fanclub“, und der weiterhin angeschlagene Ryker Wuttke explodierte förmlich mit zwei Dunkings und wichtigen Defensiv-Rebounds. Das 69:62 nach dem dritten Viertel ließ die Gastgeber wieder hoffen. Vielleicht zu sehr.
Selbst Baysallis 27 Punkte reichen nicht
„Das wäre natürlich ein wichtiger Sieg gewesen für uns. Aber wir können schon stolz sein auf unsere Leistung, wie wir zurückgekommen sind“, sagte ein sichtlich enttäuschter Baysalli. Selbst seine starken 27 Punkte reichten am Ende nicht für den Tabellenfünften.
VfL-Punkte: Baysalli 27, Bergmann 22, Wuttke 13, Iturria 7, Drochner 6, Angelats 5, Spree 2, von Allwörden 2.
Nächstes Spiel: Freibeuter Berlin - VfL Stade (So., 15. Februar, 16 Uhr). (rt)
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