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Städtepartnerschaft

TWie ein Baron aus Harsefeld das französische Asfeld machte

1963 fand der erste Besuch der Asfelder in Harsefeld statt.

1963 fand der erste Besuch der Asfelder in Harsefeld statt. Foto: Samtgemeindearchiv Harsefeld

Seit mehr als sechs Jahrzehnten besuchen sich Harsefelder und Asfelder regelmäßig. Was die Verbindung der Orte mit einer Königin und einem Baron zu tun hat.

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Von Pauline Meyer
Montag, 25.05.2026, 14:50 Uhr

Harsefeld. Was mit einem Zufall und einer Reise nach Paris begann, entwickelte sich zu einer der lebendigsten deutsch-französischen Partnerschaften der Region: Seit mehr als 60 Jahren verbindet eine Städtepartnerschaft das deutsche Harsefeld und die französische Gemeinde Asfeld.

Entstanden sind daraus nicht nur regelmäßige Besuche sondern auch enge Freundschaften, Beziehungen und sogar Ehen. Der diesjährige Jubiläumsbesuch der Gäste aus Asfeld am vergangenen Wochenende stand daher ganz im Zeichen dieser besonderen Verbindung. Gemeinsam wurde gefeiert, erinnert und die Freundschaft weiter gepflegt, die 1966 offiziell besiegelt wurde.

Landfrauen entdeckten historische Verbindung nach Frankreich

Die Wurzeln der Partnerschaft reichen allerdings noch einige Jahre weiter zurück, so beschrieb es der Harsefelder Lehrer Paul Reisener im Heft zum 50-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft: Den Anstoß gaben die Harsefelder Landfrauen, die 1961 eine Reise nach Paris machten. Dort erfuhren sie, dass die Gemeinde Asfeld historische Verbindungen zu Harsefeld hat.

Die Asfeld-Delegation vor dem alten Gemeindebüro in Harsefeld im Jahr 1963.

Die Asfeld-Delegation vor dem alten Gemeindebüro in Harsefeld im Jahr 1963. Foto: Samtgemeindearchiv Harsefeld

Hintergrund ist ein Kapitel aus dem Dreißigjährigen Krieg: Königin Christine von Schweden überließ dem französischen Kaufmann Jean-Jacques Bidal das Gebiet Harsefeld, um Schulden zu begleichen. Der Kaufmann erhielt zudem den Titel „Baron d‘Harsefeld“. Nachdem einer seiner Nachkommen später nach Frankreich zurückkehrte, entwickelte sich aus dem Namen später „Asfeld“ - daher stammt der ähnliche Klang beider Ortsnamen.

Als die Landfrauen von der Verbindung erfuhren, machten sie spontan einen Abstecher in die kleine Gemeinde in den französischen Ardennen. Und sie wurden herzlich empfangen. Dieser Besuch legte den Grundstein für die Städtepartnerschaft. „Harsefelder sind in Asfeld willkommen“, berichteten die Landfrauen später zu Hause.

Fußballer und Schüler reisten nach Frankreich

Besonders der mittlerweile verstorbene Paul Reisener griff diese Idee auf. Gemeinsam mit engagierten Bürgern organisierte er bereits 1963 erste Besuche. Zunächst reisten Fußballer nach Frankreich, ein Jahr später folgten Schülergruppen der Realschule Harsefeld. Die Begegnungen wurden gut angenommen: Die Menschen wurden in Familien aufgenommen, feierten zusammen und lernten die Kultur des Nachbarlandes kennen.

1966 unterzeichneten schließlich Vertreter beider Gemeinden offiziell den Freundschaftsvertrag. „Ratsherren können Verträge schließen, aber Bürger müssen sie mit Leben füllen“, schrieb Reisener vor zehn Jahren. Genau das geschah.

Beim ersten Besuch der Asfeld-Delegation im Jahr 1963: ein Besuch in der Molkerei.

Beim ersten Besuch der Asfeld-Delegation im Jahr 1963: ein Besuch in der Molkerei. Foto: Samtgemeindearchiv Harsefeld

Immer wieder reisten Gruppen aus Harsefeld nach Asfeld und umgekehrt. Sportvereine, Feuerwehren, Musikzüge, Schülergruppen und Familien hielten die Verbindung lebendig. Viele Kontakte bestehen bis heute. Aus einigen Begegnungen entstanden tiefe Freundschaften.

Bei einer gemeinsamen, deutsch-französischen Sitzung 1963 wurden Gastgeschenke ausgetauscht.

Bei einer gemeinsamen, deutsch-französischen Sitzung 1963 wurden Gastgeschenke ausgetauscht. Foto: Samtgemeindearchiv Harsefeld

Vor allem das persönliche Engagement der Asfelder und Harsefelder Bürgerinnen und Bürger hält die Verbindung bis heute aufrecht. Während des aktuellen Jubiläumsbesuchs standen gemeinsame Aktivitäten in den Gastfamilien, ein Ausflug nach Hamburg und ein gemeinsamer Festabend mit Tanz auf dem Programm.

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