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Kommunalwahl

TWieso Bürgermeisterkandidat Uwe Torner für die AfD in Nordkehdingen antritt

Uwe Torner aus Freiburg kandidiert für die AfD.

Uwe Torner aus Freiburg kandidiert für die AfD. Foto: Richter

Uwe Torner aus Freiburg will Bürgermeister in Nordkehdingen werden. Ein Blick auf Punkte des Wahlprogramms - und warum er für die AfD kandidiert.

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Von Grit Klempow
06.09.2026, 17:50 Uhr

Freiburg. Uwe Torner ist 59 Jahre alt, verheiratet, lebt in Freiburg und hat vier erwachsene Kinder. Er kandidiert für eine achtjährige Amtszeit als Bürgermeister in Nordkehdingen. Damit ist der AfD-Bewerber einer von drei Kandidaten - neben Vize-Verwaltungschef Frank Griemsmann (38), der von CDU, SPD und FWG unterstützt wird, und dem Linken Helge Winnat (56).

Die Teilnahme am TAGEBLATT-Talk der Kandidaten in Freiburg hatte die AfD abgesagt, zum Pressegespräch kommt Uwe Torner mit Helmut Wiegers, Sprecher des AfD-Kreisverbandes Stade, ins Pressehaus nach Stade. Die AfD wurde in Niedersachsen durch den Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.

Bürger soll „Auswahl“ haben

Warum tritt Torner an? Er findet, dass der Bürger nicht nur die Wahl, sondern auch die Auswahl haben solle. In den letzten Jahrzehnten sei der Bürgermeister immer nur aus der Verwaltung gekommen.
Verwaltungserfahrung habe er aber letztendlich auch. Er sei zwölf Jahre in der Materialverwaltung der Bundeswehr gewesen, habe mit Rahmenverträgen und Ausschreibungen zu tun gehabt. Er sei seit 17 Jahren „in der Digitalisierung tätig, im Bereich Handwerk und Mittelstand“, arbeite viel im Homeoffice.

Es brauche in Nordkehdingen bezahlbaren Wohnraum für Senioren. Familien sollten zum Beispiel unterstützt werden, der Kindergartenbesuch solle bezuschusst werden, wenn nicht sogar kostenfrei sein, so Torner. „Wenn man aus dem Vollen schöpfen kann“, meint er, „das Geld dafür muss natürlich da sein.“ Allerdings: Beiträge zahlen Familien in Niedersachsen ohnehin nur für Krippenplätze (Kinder im Alter bis drei Jahre).

Blick auf die Finanzen

Torner will andererseits zunächst genau auf die Finanzen sehen. „Das Geld soll nicht rausgeblasen werden.“ Führungsposten seien doppelt besetzt. Dieses Geld könne auch anderweitig ausgegeben werden, findet er. Allerdings: Die Stelle des Bauamtsleiters im Freiburger Rathaus ist planmäßig ohnehin nur bis ins nächste Jahr doppelt besetzt.
Der Blick auf mögliche Einsparpotenziale wäre sein erster Schritt. Das AfD-Programm wirbt gleichzeitig mit dem Schlagwort „Steuern und Abgaben senken“. Wie passt das zusammen? Man sei als Kommune abhängig von den Steuereinnahmen, sagt Torner und verweist auf die allgemeine wirtschaftliche Situation und die Bundespolitik.

Um die „Gesundheitsversorgung zu sichern“, so steht es im Wahlprogramm, würde er Gespräche führen, den Rat sensibilisieren, sich auch an Hochschulen wenden, um mögliche Landärzte zu finden. Man müsse aktiv akquirieren.

Attraktive Gewerbeflächen brauche es, sagt Torner, um Handwerk und Mittelstand zu stärken. Und Zufahrten, die Schwerlastverkehr aushielten. Bei der ländlichen Lage Nordkehdingens brauche es aber auch den „willigen Handwerker, der das Leben auf dem Land liebt“. Der finde dann seine Kunden direkt vor Ort und müsse nicht kilometerweit fahren.


Die AfD und die Zuständigkeiten

Wirklich zuständig ist die Samtgemeinde nicht, dennoch nennt die AfD Themen wie Deicherhöhung oder „Migrationskosten reduzieren“ in ihrem Nordkehdingen-Programm. Letzterer Punkt sei in Nordkehdingen eigentlich kein Thema, so Torner. Aber es gebe Kommunen, die Leerstände verwalteten und Wohnraum vorhielten. Da müsse man genau drauf gucken, so Torner auf Nachfrage. Er spreche nur die „Sorgen der Bürger“ an.

Warum Torner für die AfD antritt? „Weil ich mich fürchterlich über die anderen Parteien aufgeregt habe.“ Er sei nicht derjenige, der arbeite, „um das ganze Geld zu verteilen, dass ich meine Sozialkosten nach oben geschossen bekomme, damit - überzogen gesagt - andere in Saus und Braus leben“. Diese „Umverteilung“ sei unfair dem gegenüber, der Leistungsträger sei.

Für den Samtgemeinderat und späteren Gemeinderat Nordkehdingen kandidieren für die AfD außerdem Michael von Allwörden (Berufskraftfahrer), Uwe Feick (Rentner) und Thorsten Bartz (selbstständig).

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