TWieso, weshalb, warum: Was die Fähr-Passagiere über die Oste wissen wollen
Die Prahmfähre Brobergen ist mehr als 100 Jahre alt. Foto: Klempow
15.000 Fahrgäste sind in der Saison an Bord der Fähre Brobergen. Darunter viele Touristen. Ihr Interesse an Land, Leuten und Fluss ist groß - das sind ihre häufigsten Fragen.
Brobergen.
Wie tief ist die Oste?
Es soll Stellen geben, an denen die Oste zwischen Bremervörde und der Mündung bis zu acht Meter tief ist. Bei der Fährstelle in Brobergen sollen es bis zum Grund aber nur etwa zwei Meter sein - zumindest bei Niedrigwasser. Bei normal hoch auflaufend Wasser ist die Oste an der Fährstelle etwa drei Meter tief. „Aber in ihrer Kraft und mit der Strömung nie zu unterschätzen“, warnt der Vorsitzende des Fährvereins, Günther Schimkatis.
Was hat es mit der Tide auf sich?
Ebbe und Flut bestimmen den Rhythmus am Fluss bis hinauf nach Bremervörde. Wer die Dalben an der Fährstelle beobachtet, stellt einen Tidenhub in Ausnahmefällen von sogar bis zu drei Metern fest. Normal beträgt der Unterschied zwischen Ebbe und Flut zwischen 1,5 und zwei Metern.
Immer häufiger ist bei Ebbe der Wasserstand besonders niedrig und bei Flut auch mal sehr viel höher als gewohnt. Warum das so ist, ist derzeit nicht geklärt. Die Auswirkungen der Elbvertiefung, meinen die einen. Der Bau der Pütten an der Oste und dass der Fluss mehr Platz hat, glauben andere.
Ist der Wasserstand besonders niedrig, kann es in Ausnahmefällen schwierig werden, Autos auf die Fähre zu fahren. Wind aus Süd-Ost drückt noch mehr Wasser aus der Oste in die Nordsee. Und laut NLWKN (der zuständige niedersächsische Landesbetrieb) sind die Pegelstände des Oberlaufs in diesem Sommer noch immer so niedrig, dass auch aus dem Oberlauf nicht viel Wasser nachfließt.
Wo ist die Mündung?
Dort, wohin das Wasser fließt. Das trifft auf die meisten Flüsse zu, nicht aber auf die Oste. Kommt die Flut, strömt das Wasser Richtung Quelle. Wer von Brobergen auf die Fähre geht und zum Fährkrug und zum „Bremervörder“ Ufer übersetzt, blickt backbords nach links Richtung Bremervörde und steuerbords nach rechts Richtung Ostemündung - ganz egal, wohin die Oste gerade strömt.
Was ist das für ein Motor?
„Ist das ein Deutz? Das ist doch ein Deutz, das habe ich doch gehört?“ Wer das typische Klopfen eines Jahrzehnte alten Zweizylinders im Ohr hat, erkennt den Fährenmotor schon am Klang. Der Motor gehört typischerweise auch zu alten Deutz-Traktoren. Das Modell A 2 L 314 wurde 1975 auf der Fähre eingebaut.
Wie funktioniert das Seil?
Ein 120 Meter langes Stahlseil liegt am Grund der Oste und ist jeweils an beiden Ufern fest vertäut. Eine elektrische Seilwinde am „Fährkrug-Ufer“ wird per Fernbedienung gesteuert.
Hol över! So klappt es mit dem Führerschein für die Fähre in Brobergen
Liegt die Fähre am Anleger, liegt auch das Seil tief unten im Fluss, damit der Schiffsverkehr auf der Oste unbehelligt passieren kann. Der „Längsverkehr“ hat grundsätzlich Vorfahrt vor der querenden Fähre. Das Seil wird auf der Fähre über Rollen geführt. Die über 100 Jahre alte Fähre hat kein eigenes Steuer, das Seil ist die Führung.
Soll sie ablegen, wird das Seil durch die Winde aufgerollt und damit angehoben. Am Seil quert die Fähre den Fluss, fährt wieder zurück zum Anleger, das Seil wird wieder abgelassen. Etwa alle zwei Jahre muss der Fährverein ein neues Seil anschaffen.
Ist das wirklich alles ehrenamtlich?
Ja. Der gesamte tägliche Fährbetrieb wird durch den Verein und sein Team von ehrenamtlichen Fährleuten gewährleistet. Auch die Instandhaltung der Fähre gehört dazu. „In all den Jahren mussten wir nur drei Tage pausieren, als die Seilwinde defekt war“, sagt Antje Rieckmann vom Vorstand des Fährvereins.

Das Stahlseil ist an beiden Ufern befestigt und führt durch den Fährprahm. Ist das Seil gespannt, treibt der Motor die Fähre von einem Ufer zum anderen. Foto: Klempow
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