T„Wir sind Top-Favorit“: So selbstbewusst gibt sich D/A-Trainer Ioannou
Oliver Ioannou arbeitet seit etwas mehr als 1000 Tagen als D/A-Trainer. Von 95 Pflichtspielen hat er 56 gewonnen. Foto: Meyer
D/A-Trainer Oliver Ioannou muss ein Team formen, auf Sicht unangenehme Entscheidungen treffen. Und das mit dem Druck, der auf einem Top-Titelfavoriten lastet.
Drochtersen. Es ist bemerkenswert, wie der Trainer des Fußball-Regionalligisten SV Drochtersen/Assel, Oliver Ioannou, vor den Geldgebern des Vereins spricht. Vor denen, die dem Club jährlich ein paar Tausend Euro überweisen, weil sie es können, weil sie D/A mögen, aber auch, weil sie etwas sehen und erleben wollen. Am liebsten den Aufstieg in die 3. Liga.
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Ioannou macht den Sponsoren Geschmack. Der 37-Jährige ruft als Ziel nichts Geringeres als die Meisterschaft aus. „Im besten Fall den Aufstieg“, sagt er. Meisterschaft bedeutet nicht gleich Aufstieg am Ende der Saison. Der Beste der Regionalliga Nord spielt eine Relegation gegen den Besten aus Bayern um den Aufstieg in die 3. Liga.
Erstes Pflichtspiel im Pokal gegen Delmenhorst
Ioannou ist nicht ganz unbeteiligt daran, dass neun Neuzugänge den Drochterser Kader fluten. In der Quantität eine nie dagewesene „Blutauffrischung“, wie es Vereinspräsident Rigo Gooßen nennt. Das bereitet Arbeit, das verlangt von Ioannou nicht nur den Trainer, sondern auch den Psychologen. Spätestens vor dem ersten Pflichtspiel, die Pokalpartie gegen Aufsteiger Atlas Delmenhorst am 25. oder 26. Juli.

Trainer Oliver Ioannou wollte personell frische Impulse, Vereinschef Rigo Gooßen (links) eine "Blutauffrischung". Foto: Jörg Struwe
Neun Neuzugänge bekommen zwar keine Startelfgarantie, aber alle neun würden wahrscheinlich in fast jeder anderen Regionalligamannschaft in der Startelf stehen. Da stehen dem Cheftrainer womöglich unangenehme Entscheidungen ins Haus. Wie unangenehm könnte es für Ioannou werden, alteingesessene und verdiente Spieler plötzlich auf die Bank zu setzen?
Neuer Podcast „D/A sind wir zuhaus“
„Wir können am Ende nur mit elf Spielern spielen“, sagt Ioannou in der aktuellen Folge des Podcasts „D/A sind wir zuhaus“, einer Gemeinschaftsproduktion von D/A und dem TAGEBLATT.

D/A-Trainer Oliver Ioannou spricht mit TAGEBLATT-Sportchef Daniel Berlin im Podcast. Foto: Rambow
Alle Spieler hätten jetzt die Möglichkeit zu zeigen, dass sie auch spielen wollen und können. Ioannou wird immer die aufstellen, die die größtmögliche Möglichkeit auf einen Sieg haben. Ioannou weiß, dass er „harte Entscheidungen treffen muss“.
D/A verspielte die Meisterschaft im letzten Drittel
Das gehöre zum Fußball dazu. „Die Gespräche werden nicht schön und angenehm“, sagt der Trainer. Aber D/A habe aus der vergangenen Saison gelernt, dass „jeder Spieler eine Wichtigkeit“ habe.
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Lange spielte D/A in der vergangenen Saison um die Meisterschaft. Im letzten Drittel der Spielzeit konnte der Verein Ausfälle nicht mehr kompensieren und büßte Punkte ein. Dass der Kader jetzt breiter aufgestellt ist und 25 Prozent mehr Geld kostet, ist eine Konsequenz daraus.
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Ioannou will den Spielern viel erklären, seine Sicht der Dinge aufzeigen. Warum einer spielt, der andere nicht. „Jeder soll wissen, woran er ist. Nur ich erwarte dann auch, wenn er reinkommt, dass er mir zeigt, dass er es besser machen will“, sagt Ioannou. Jeder werde im Laufe der Saison seine Chance bekommen.
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Am Ende soll der Titel stehen. „Ich glaube, wir sind der Top-Favorit“, sagt Ioannou. Zum erlauchten Kreis zählt der Coach außerdem den VfB Oldenburg, Kickers Emden, Phönix Lübeck und eine U-Mannschaft wie Hannover 96 II. Ioannou sagt, es wäre nicht glaubwürdig, wenn der Verein geringere Ziele ausgebe. „Das ist auch nicht mein Anspruch“, sagt der Coach.
Hat der Coach Stanislawski im Nacken?
Jetzt sei D/A an einem Punkt angekommen, an dem die Chance noch einmal höher sei, ganz oben zu landen. Ioannou erklärt fast schon euphorisch, wie hoch seine Eigenmotivation ist, jedes Spiel zu gewinnen. In diesem Sommer hat der Verein ihm mit Ex-Bundesligatrainer Holger Stanislawski einen Berater an die Seite gestellt, der das Ganze noch forcieren soll. Bei solch einem prominenten Personal kommen die ersten Unkenrufe fast automatisch.

Holger Stanislawski ist seit diesem Sommer Berater bei D/A. Foto: Jörg Struwe
Was passiert, wenn sich der sportliche Erfolg nicht einstellt? Wie ist es, einen wie Stanislawski im Nacken zu haben? „Gut“, sagt Ioannou. Der Coach denkt nicht daran, was wäre wenn. Die Aufgabenverteilung sei klar. Ioannou versteht die Personalie als Impuls. Stanislawski soll ihn als Trainer besser machen. Und Stanislawski soll die Mannschaft besser machen.
Im Team bilden sich neue Hierarchien
Das Team findet sich in diesen Tagen. Ioannou schaut sich das entspannt an. Er wirkt daran mit, dass sich die Gruppe schnell findet und die Gemeinschaft entsteht. Ioannou hat im Blick, wie sich die Spieler entwickeln. Ob es funktioniert, wenn neun neue Spieler auf einen eingeschworenen Haufen treffen, wenn neue Hierarchien entstehen.
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„Einige neue Spieler haben das Gefühl, schon ein Jahr bei D/A zu sein“, sagt Ioannou. „Rein menschlich“ sei ein „guter Charakter in der Gruppe“. Sportlich entstehe Konkurrenz, eine hohe Intensität und mehr Qualität. „All das macht meine Arbeit leichter“, sagt Ioannou.
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