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Ganztagsbetreuung

TZu wenige Kinder, zu teuer: Horneburger Hort steht vor dem Aus

Gerade mal acht Kinder nutzen die Betreuung im Hort „Die Kinderburg“.

Gerade mal acht Kinder nutzen die Betreuung im Hort „Die Kinderburg“. Foto: picture alliance / dpa

Seit Jahren zahlt die Samtgemeinde für die Betreuung im Schulhort „Die Kinderburg“ drauf. Jetzt will die Kommune einen Schlussstrich ziehen - wegen der Ganztagsschule.

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Von Steffen Buchmann
Freitag, 23.01.2026, 10:50 Uhr

Horneburg. Am Dienstag beschlossen die Mitglieder des Sozialausschusses mehrheitlich, eine Beendigung des AWO-Horts „Die Kinderburg“ zu empfehlen.

Das Hortangebot an der Grundschule sei perspektivisch obsolet, begründet Fachgebietsleiterin Tanja Thomfohrde den Antrag. Bisher bot der AWO-Hort montags bis freitags zwischen 15.30 und 17 Uhr eine Betreuung der Schulkinder an.

Zudem schloss der Hort eine Betreuungslücke am Freitagnachmittag, an dem bisher kein Schulangebot stattfand. Dies wird sich mit dem Ausbau zur ganztägigen Schulbetreuung im Laufe des Jahres ändern, so dass Schulkinder an allen fünf Wochentagen auch nachmittags in der Grundschule betreut werden können.

Horneburger Hort seit Jahren nur gering ausgelastet

Ab dem 1. August 2026 haben bundesweit alle Erstklässler einen Rechtsanspruch auf täglich acht Stunden Unterricht und Betreuung in der Schule. Die Länder wollen so eine Betreuungslücke schließen, die meist nach der Kita-Zeit für Familien entsteht. Die Samtgemeinde Horneburg hat zum Erreichen dieses Ziel in den letzten Jahren etliche Millionen Euro in Neubauten, Sanierungen und Erweiterungen von Schulen und Kitas gesteckt.

Die Nachfrage im Horneburger Hort ist seit Jahren gering: Gerade einmal acht Kinder nutzen derzeit das Hort-Angebot, sagt Verwaltungsmitarbeiterin Andrea Hunold. Den Schulhort gründete 2005 die Familieninitiative Kunterbunt, 2018 übernahm die AWO die Trägerschaft der Kinderburg. Die Kinderzahl im AWO-Hort ist jedoch seit Jahren konstant niedrig. Bereits 2019 suchte die Samtgemeinde wegen der geringen Auslastung nach Alternativen, da sie ein jährliches Defizit aus der Gemeindekasse tragen musste.

Samtgemeinde verhandelt mit Landkreis über Ferienbetreuung

Damit die Horneburger Schulen die Ganztagsbetreuung stemmen können, stellt die Samtgemeinde als Schulträger den Schulen einen Zuschuss von bis zu 40.000 Euro jährlich je Klassenzug bereit. Dies sei notwendig, da die Landesmittel etwa für Kooperationsverträge oder Betreuungspersonal nicht ausreichten, wie Andrea Hunold bestätigt.

Wie es für Betreuungsangebote in den Ferien weitergeht, soll sich bald entscheiden. Die Samtgemeinde befinde sich noch in Verhandlungen mit dem Landkreis Stade, eine entsprechende Vereinbarung stehe kurz vor dem Abschluss. Als Nächstes berät der Samtgemeindeausschuss über das Thema, bevor der Samtgemeinderat am 28. Januar den finalen Beschluss fasst.

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