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Zeitenwandel

TAlte Villa in Osterjork wird abgerissen: Was passiert mit dem Areal?

Abriss: Ein Bagger nagt sich durch die Villa „Osterjork“ an der L140 in Jork.

Abriss: Ein Bagger nagt sich durch die Villa „Osterjork“ an der L140 in Jork. Foto: Vasel

Wieder fällt ein altes Haus - aus der Kaiserzeit - dem Bagger zum Opfer. Was dort im Alten Land entstehen könnte.

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Von Björn Vasel
Mittwoch, 27.05.2026, 12:10 Uhr

Jork. Das Abbruchunternehmen Meybohm aus Dollern hat am Dienstagmorgen mit dem Abriss der Villa Osterjork 19 in Jork begonnen. Das um 1890 noch in der Kaiserzeit errichtete Haus stand deutlich mehr als zwei Jahrzehnte leer, so Nachbarn. Viele ältere Jorker erinnern sich noch an die Ärzte Dr. Ammer und Dr. Thomas, die in diesem Haus mit ihren Familien wohnten und ihre Hausarztpraxen betrieben.

Mittlerweile ist das Grundstück im Besitz einer Eigentümer-Gemeinschaft, die es von den Erben der Arztwitwe erworben hatten. Zwischenzeitlich wollte der Discounter Lidl hier 2006/2007 bauen, was der Rat der Gemeinde Jork allerdings ablehnte.

Blick auf alte Stuckdecken: Das um 1890 erbaute Wohnhaus war baufällig und asbestbelastet.

Blick auf alte Stuckdecken: Das um 1890 erbaute Wohnhaus war baufällig und asbestbelastet. Foto: Vasel

Es ist nicht der erste Altbau, der in dem Straßenzug abgerissen wird. Die Alte Rektorschule von 1890 auf der anderen Straßenseite war bereits 1995 dem Supermarkt gewichen - erst Extra, heute Rewe. Die Schüler und Lehrer waren bereits 1973 in den Neubau in der Schulstraße gezogen. In einem Nebengebäude östlich der Realschule Altes Land saß einst die Altländer Zeitung, später folgten das Altländer Archiv und das Jugendzentrum. Der gesamte Komplex wurde für den Markt von dem Investor Albrecht abgerissen. Der Giebel an der L140 erinnert an die Rektorschule.

Ein Bagger frisst sich durch das Wohnhaus

Zehn Tage lang werden die Arbeiter für den Abbruch benötigen, hieß es am Dienstagmorgen. Ein Bagger frisst sich aktuell durch das Wohnhaus östlich des Rewe-Marktes an der Ecke Osterjork/Zum Gräfenhof. Zu dem Haus gehört auch ein kleiner Wirtschaftsteil. Das stand nicht unter Denkmalschutz und war baufällig, hieß es.

Mehrfamilienhäuser in der Planung

Die Eigentümer waren nicht zu erreichen. Nach TAGEBLATT-Informationen hat das Buxtehuder Architekturbüro Frenzel & Frenzel einen Entwurf für zwei Mehrfamilienhäuser vorgelegt. Einen Bauantrag gibt es noch nicht, hieß es im Rathaus.

Der Bedarf an Wohnraum ist groß. Es gibt 5.800 Wohnungen in der Gemeinde. Nur 25 Prozent der Wohnungen gehören zu einem Mehrfamilienhaus. Aktuell gibt es noch sieben öffentlich geförderte Wohnungen, im Jahr 2016 waren es noch 225. In sechs Jahren wird es nach dem Auslaufen der Bindung keine Sozialwohnung mehr in der Kommune geben. Der Bedarf an preisgünstigen Wohnungen liege bei 46 Wohneinheiten. Außerdem müssen 275 Wohnungen für die 60-plus-Generation barrierefrei werden.

Die Bevölkerung wird bis 2040 um 1,4 Prozent auf knapp 12.250 Einwohner wachsen. Der Anteil der Älteren und Singles steigt; kurzum: Die Planer vom Büro InWIS gehen von einem Bedarf von 234 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern und 77 Ein- und Doppelhäusern aus.

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