TAltländer suchen Anstifter: Namenswettbewerb für neue Bürgerstiftung
Die noch namenlose Bürgerstiftung soll nicht nur den Denkmalschutz in der Gemeinde Jork sichern und Eigentümer historischer Bauten unterstützen, sondern auch Sport und Soziales fördern. Foto: Vasel
Unter dem Dach der Stiftergemeinschaft „LebensWerte“ haben Sparkasse Stade-Altes Land und Gemeinde Jork eine Bürgerstiftung auf den Weg gebracht. Sie suchen einen Namen.
Jork. Im Jahr 2015 hatte die Sparkasse Stade-Altes Land die Stiftergemeinschaft „LebensWerte“ auf die Beine gestellt. Mit dieser Stiftung wollte die Sparkasse zu einer Anstifterin werden. Die Idee: Wer Gutes tun will, kann sich stifterisch unter diesem Dach engagieren. Und auch Steuern sparen.
Die Stiftung übernimmt unter anderem anderem die Organisation - ganz im Geiste der Zustifter, also derjenigen, die Geld oder Sachwerte als Einlage dauerhaft in die Stiftung einbringen. Hier liegt der Unterschied zu Spenden: Letztere können sofort verbraucht werden, während das andere Grundkapital darstellt.
Bürgermeister Matthias Riel und Sparkassen-Vorstand Michael Senf suchen einen Namen für die Bürgerstiftung. Foto: Sparkasse
Der Zweck der Stiftung ist weit gefasst und auf vielen Feldern möglich: Sport, Soziales, Gesundheit, Kultur, Bildung, Heimatpflege, aber auch Natur-, Umwelt-, Tier- oder Denkmalschutz zählen unter anderem dazu. „Wir investieren in Menschen, Gemeinschaft und Geschichte“, bringt es Rathauschef Matthias Riel auf den Punkt. „Wir wollen letztlich auch das Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement fördern und „unter anderem die Vereine stärken“.
Vereine stärken und Kulturerbe sichern
Die Stiftung kann allerdings auch die Trägerschaft unselbstständiger Stiftungen und die Verwaltung von selbstständigen Stiftungen übernehmen. Sparkassenvertreter übernehmen ehrenamtlich alle Pflichten in den Stiftungsorganen und aus der Satzung. „Wir könnten das nicht leisten“, sagt Riel.
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Und hier kommen der Bürgermeister der Gemeinde Jork, Matthias Riel, und der Vorsitzende des Finanzausschusses, Alfred Behnke (BVJ), ins Spiel. „Wir hatten die Idee, eine Bürgerstiftung auf den Weg zu bringen“, sagt Riel. Die sollte keine Konkurrenz zur Kulturstiftung Altes Land werden. „Zu Beginn hatten wir den Denkmalschutz im Fokus“, sagt der Bürgermeister. Denn Privateigentümer erhielten das reiche Kulturerbe des Alten Landes, doch ihre finanzielle Last sei hoch. Unterm Strich seien Steuervorteile und öffentliche Förderung zu gering.
Letztlich seien Politik und Verwaltung zu dem Schluss gekommen, dass auch Jugend, Soziales, Kultur, Völkerverständigung, Sport und vieles mehr gefördert werden sollte. So, wie es bereits in Paragraf 2 der Stiftergemeinschaft „LebensWerte“ festgesetzt worden sei.
Sparkasse und Gemeinde bringen sich finanziell ein
Die Kommune beschloss bereits im Verwaltungsausschuss, gemeinsam mit der Sparkasse unter dem Dach eine Namensstiftung auf den Weg zu bringen - als Zustiftung. „Das wird keine Stiftung der Gemeinde Jork, sondern eine für Bürger von Bürgern“, bringt es Riel auf den Punkt.
Die Sparkasse Stade-Altes Land und die Gemeinde Jork bringen je 12.500 Euro als Mindestkapital ein. Privatpersonen und juristische Personen können sich mit ihrem Geld als Zustifter und/oder als Zuwender einbringen. Auch könnten sie ihr Vermögen im Todesfall der Namensstiftung vererben. Ob groß oder klein, jedes Engagement werde willkommen sein.
Die Gemeinde Jork werde einen Vertrag mit der Stiftergemeinschaft abschließen. Das hat vor allem steuerliche Gründe. Damit werde laut Bürgermeister Riel sichergestellt, dass alle gemeinnützigen Verwendungszwecke nach der Abgabenordnung bedient werden können. Die Gemeinde werde ganz bewusst lediglich beratend und empfehlend tätig.
Altländer loben Namenswettbewerb aus
In dieser Woche lobt die Sparkasse Stade-Altes Land mit der Kommune einen Namenswettbewerb aus. „Wer gewinnt, darf 500 Euro an einen gemeinnützigen Verein seiner Wahl aus der Gemeinde Jork weiterreichen“, erklärt Riel. In den sozialen Medien werden Sparkassenvorstand Michael Senf und Bürgermeister Matthias Riel für den Wettbewerb werben. Dort gibt es den Link. Wer einen Vorschlag hat, kann diesen auch direkt an buergermeister@jork.de mailen. Bis zum 15. April läuft der Wettbewerb. Vorschläge sollen in der Direktnachricht oder im Kommentar auf Instagram oder in der E-Mail begründet werden. „Warum passt der Namensvorschlag perfekt zu Jork?“, lautet die Frage.
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Für den 1. Juni, 18.30 Uhr, ist eine Informations- und Gründungsveranstaltung geplant. Der Ort ist noch offen. Unter anderem sollen Vereine und Kitas eingeladen werden, eine Postwurfsendung an alle Haushalte sei geplant.
Ab dem Sommer können Unterstützer ihre Zustiftungen oder Spenden einbringen. Ohne weitere Mittel kann die Stiftung nicht loslegen. Denn sie darf ihr Grundstockvermögen nicht aufzehren. Nur Kapitalerträge dürfen ausgeschüttet werden.
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