Waldbrand in Zeven: Polizei warnt, Landwirte erfinderisch
Weit mehr als 100 Rettungskräfte waren in Zeven im Einsatz. Foto: Soeren Stache/dpa
Brände und Feuer vielerorten: Im Landkreis Rotenburg starteten Rettungskräfte einen Großeinsatz. Im Kreis Harburg musste am Vortag bereits die A1 gesperrt werden. Die aktuelle Lage.
Nordwestlich von Zeven im Landkreis Rotenburg ist ein Waldbrand ausgebrochen. Rund zwei Hektar Wald und Felder seien von dem Feuer betroffen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Verletzt worden sei niemand.
Geschätzt weit mehr als 100 Kräfte sind seinen Worten zufolge im Einsatz. Die Feuerwehr stoppte die weitere Ausbreitung des Brandes. Das Feuer sei unter Kontrolle, sagte der Sprecher.
Derzeit liefen die Nachlöscharbeiten, sagte der Feuerwehrsprecher. Neben Tanklöschfahrzeugen waren auch Landwirte mit Güllefässern, die mit Wasser gefüllt waren, zur Unterstützung dabei. Wie es zu dem Brand kam, war zunächst unklar.
Die Polizei warnte Autofahrer, den Bereich des Einsatzes zu umfahren.
Hohe Waldbrandgefahr auch im Landkreis Stade
Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge gibt es in ganz Niedersachsen eine hohe Waldbrandgefahr. Im Landkreis Stade sowie den Nachbarkreisen gilt die zweithöchste Warnstufe des Waldbrandgefahrenindexes. Dieser schwächt sich erst am Sonnabend und Sonntag auf „mittlere Gefahr“ ab.
Waldbrand im Harz noch nicht gelöscht
Derzeit ist es laut Land im Wald und in der freien Landschaft verboten, ein Feuer anzuzünden oder zu rauchen. Grillen ist nur an dafür vorgesehenen Grillplätzen erlaubt und Autos mit Katalysatoren sollten nicht über trockenem Gras abgestellt werden.
Böschungsbrand in Rade – A1 gesperrt
Mehrere Verkehrsteilnehmer meldeten am Donnerstagnachmittag gegen 16.45 Uhr das Feuer. An der A1, in Fahrtrichtung Bremen, kurz vor der Anschlussstelle Rade, war die Böschung in Brand geraten.
„Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, brannte die Grasnarbe neben der Fahrbahn bereits auf einer Länge von rund 200 Metern“, berichtet der Sprecher der Polizeiinspektion Harburg, Jan Krüger. Das Feuer breitete sich in Richtung eines angrenzenden Waldes aus.
Insgesamt waren rund 150 Rettungskräfte an der A1 im Einsatz. „Durch den Brand war eine Fläche von rund 5000 m² betroffen“, teilt Krüger mit.
Lange Staus auf der Autobahn
Für die Löscharbeiten musste die Autobahn in Richtung Bremen ab 17 Uhr voll gesperrt werden. Ab 19.10 Uhr wurde der Verkehr dann einspurig an der Einsatzstelle vorbei geführt. Die Sperrungen wurden nach dem Ende des Löscheinsatzes, gegen 21 Uhr, aufgehoben.
Auf der A1 sowie auf der A261 kam es zu Rückstaus von jeweils mehreren Kilometern Länge. „Was das Feuer ausgelöst hat, ist noch unklar“, sagt der Sprecher der Polizeiinspektion Harburg. Die Autobahnpolizei Maschen habe die Ermittlungen übernommen.
Waldbrandgefahr: Kommunen wollen mehr Geld vom Bund
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) hat wegen der steigenden Waldbrandgefahr mehr Geld von Bund und Ländern für Kommunen gefordert. Die Bedrohungslage durch Waldbrände spitze sich derzeit in mehreren Regionen zu und erfordere einen Paradigmenwechsel bei der Prävention von Bränden, sagte DStGB-Präsident Ralph Spiegler der „Rheinischen Post“. „Die Finanzierung dieser Aufgaben übersteigt die Möglichkeiten der Kommunen. Bund und Länder müssen deshalb dauerhaft finanziell unterstützen, denn es ist eine gesamtstaatliche Aufgabe, die Anpassung an den Klimawandel zu meistern.“
Die neue Bedrohungslage sei eine „sichtbare Folge des durch den Menschen verursachten Klimawandels“, so Spiegler. Die Anpassung an den Klimawandel und die Prävention von Bränden betreffe „sowohl die Ausstattung der Feuerwehren mit den notwendigen technischen Mitteln zur Waldbrandbekämpfung, aber auch den sukzessiven Umbau der Wälder.“ Vorausschauende Investitionen seien kostengünstiger als erst dann zu handeln, wenn der Wald schon brenne. (set/dpa)
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