TDarum muss der Asphalt auf der A26 saniert werden
Die Straßenbauer geben Gas: Die Asphaltierung an der Anschlussstelle Jork - in Fahrtrichtung Stade - kommt gut voran. Foto: Vasel
Autofahrer könnten sich fragen: Jetzt schon? Die Autobahn ist doch noch gar nicht so alt? Zwei Experten erklären die Arbeiten an der Anschlussstelle Jork. Und sie haben gute Nachrichten.
Jork. Es geht voran auf der A26-Baustelle an der Anschlussstelle Jork. Rund 150.000 Euro hat die Autobahn GmbH des Bundes in die Hand genommen, um die marode Deckschicht zu sanieren. Deshalb ist die Auffahrt in Richtung Stade seit Montag voll gesperrt.
Die Walze im Hintergrund bringt 12 Tonnen auf die Waage. J.C.Witt-Straßenbauer Holger Hoth und Islam Kica haben alles im Blick (von links). Foto: Vasel
Doch wie geht das? Das TAGEBLATT hat zwei Menschen gefragt, die es wissen müssen. Holger Hoth vom Straßenbauunternehmen J.C.Witt aus Hamburg und Veronika Boge von der Autobahn GmbH des Bundes sind Experten für den Bau und die Sanierung von Straßen.
Meißel zertrümmern marode Deckschicht
Frühmorgens haben die Straßenbauer am Montag losgelegt. Rotierende stählerne Meißel einer Fräse haben die Asphaltdeckschicht auf einer Fläche von 3000 Quadratmetern zertrümmert. Die Meißel werden dabei so heiß, dass sie regelmäßig mit Wasser gekühlt werden. Knapp 15 Meter schafft eine Fräse in der Minute. Lkw fuhren die Reste ab. Knapp vier Zentimeter kamen runter.
Straßenbauer setzen auf speziellen Haftkleber
Hand in Hand ging es am frühen Dienstagmorgen weiter. Auf die nackte Asphalttragschicht kam ein Haftkleber. Der wirkt „wie ein Haftmittel für die Zahnprothesen“, erklärt J.C.Witt-Straßenbauer Holger Hoth. Die spezielle Bitumenemulsion dient als Haftbrücke „zwischen der alten und neuen Asphaltschicht“, sagt Hoth. Er und seine Kollegen sprechen kurz und knapp von Colas, das ist Pattex für Straßenbau. Der Hersteller heißt so, ergänzt sein Kollege Islam Kica.
Heißer Asphalt wird bei 180 Grad Celsius verbaut
Unaufhörlich brachten Kipper am Dienstag den heißen Asphalt zur Anschlussstelle - aus dem Mischwerk Pinkertweg in Hamburg. Knapp 25 Tonnen können diese huckepack nehmen. „Wir verbauen fast 300 Tonnen“, rechnet Hoth vor. Sie mögen es heiß. Der Asphalt wird „bei einer Temperatur von 180 Grad“ eingebaut.

Der Lkw-Fahrer kippt Asphalt in den Fertiger. Foto: Vasel
Der Lkw-Fahrer kippt den Asphalt in den Schlund des „nagelneuen“ Raupenfertigers - ein Super 1800-5 X von Vögele. Das Material wird über ein Band aus dem Aufnahmebehälter, einer sogenannten Thermomulde, weiter zum Einbau transportiert. Schnecken verteilen es.

Trennmittel gegen Asphalt-Verstopfung. Foto: Vasel
Konstant 4,5 Zentimeter bringt die Maschine auf der Fahrbahn aus. Der Fertiger baut die Masse gleichmäßig und präzise ein. „Wir arbeiten mit GPS“, sagt Hoth. Während auf der Autobahn A26 die Pkw vorbeidüsen, gibt es weitere Daten. Etwa vier bis sechs Meter pro Minute arbeite sich der Fertiger vor, so der Straßenbauer. Regelmäßig wird die Mulde mit Trennmittel eingesprüht. Alles soll auf der Straße landen. Ein verstopfter Fertiger wäre fatal.

J.C.Witt-Straßenbauer Holger Hoth arbeitet mit GPS. Foto: Vasel
Dann rollt auch schon die Walze. Die ist fast zwölf Tonnen schwer. Der Asphalt dampft - fast wie Lava. Unter dem Gewicht des Ungetüms schrumpft die Asphaltschicht von 4,5 bis 5 Zentimeter auf die gewünschte Dicke von 4 Zentimetern. Der Experte spricht von Verdichten. Jetzt muss die neue Deckschicht 12 bis 24 Stunden auskühlen. Dann ist sie befahrbar, aber noch warm wie an einem Sommertag. Wenn Hoth und seine Kollegen ihre harte Arbeit vollendet haben, folgt das nächste Gewerk: die Straßenmarkierung.
Verkehrsfreigabe möglicherweise etwas früher
Veronika Boge von der Autobahn GmbH des Bundes freut sich über Wetter und Baufortschritt. „Sie geben ordentlich Gas. Möglicherweise können wir bereits im Laufe des Mittwochs die Sperrung aufheben“, sagt sie.
Das werde die Autobahn GmbH zeitnah mitteilen - auch über www.tageblatt.de. Eigentlich hatte der Bund eine Sperrung bis Freitag, 5. Juni, 18 Uhr, angekündigt. Das Zeitfenster dient der Sicherheit. Witterungsbedingt hätten sich die Arbeiten an der Anschlussstelle Jork verzögern können.
Radwegeverkehrskonzept
T Vorfahrt für Radler: Altländer setzen auf Fahrradstraßen und Tempo 30
Die Sanierung der Deckschicht auf der Auffahrt in Richtung Stade war aufgrund der Schäden durch die „ganz normale Abnutzung“ notwendig geworden, erklärt Veronika Boge von der Niederlassung Nord. Die Regie führte die Autobahnmeisterei Othmarschen/ Horneburg.
Der Stau hielt sich in den vergangenen Tagen in Grenzen. Halbseitig wurde der Verkehr - mit Hilfe einer Ampelanlage - im Wechsel vorbeigeführt. Ein Grund: Die Asphaltkipper brauchten Platz, um rückwärts das Material anzuliefern.

Weiter geht es an der A26-Baustelle im Bereich der Anschlussstelle Jork. Foto: Vasel
Die Anschlussstellen Horneburg und Jork wurden am 28. November 2011 zunächst in Fahrtrichtung Stade und am 17. Juli 2015 in Fahrtrichtung Hamburg freigegeben. Die 4,4 Kilometer lange Strecke kostete seinerzeit 61 Millionen Euro.
In den Osterferien hatte die Autobahn GmbH bereits die Altländer Straße (K 36) saniert - an der Anschlussstelle Horneburg. Im Herbst 2025 waren bereits die Auf- und Abfahrten des Zubringers der A26 in Horneburg/Neuenkirchen saniert worden.
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