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Straßensanierung

T„Existenzbedrohend“: Apenser Unternehmer fürchten Verluste durch Vollsperrung

Befürchten durch die Vollsperrung große Einbußen: Das Betreiberpaar der Classic-Tankstelle Imke und Arno Eckstein.

Befürchten durch die Vollsperrung große Einbußen: Das Betreiberpaar der Classic-Tankstelle Imke und Arno Eckstein. Foto: P. Meyer

Mit der baldigen Sperrung des Apenser Kreisels soll die Verkehrssicherheit verbessert werden. Leidtragende sind gerade die Geschäfte, die vom Durchfahrtsverkehr leben.

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Von Pauline Meyer
22.09.2026, 13:55 Uhr

Apensen. „Das ist existenzbedrohend“, sagt Arno Eckstein über die bevorstehende Vollsperrung, die in einigen Wochen das Erreichen seiner Tankstelle in Apensen erheblich erschweren wird. Er ist nicht der einzige, dem die Pläne der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) sauer aufstoßen dürften.

Unternehmer rechnen mit Einbußen

Seit 2013 betreibt Arno Eckstein gemeinsam mit Ehefrau Imke die Classic-Tankstelle im Herzen von Apensen. Vom regen Verkehr durch den Ort profitiert er, ebenso wie die vielen anderen Geschäfte in Apensen. Sperrungen oder Umleitungen des Durchgangsverkehrs im Ortskern seien daher schnell zu spüren. „Wir hatten hier schon einmal für sechs bis acht Wochen eine Teilsperrung“, erinnert sich Arno Eckstein. „30 bis 40 Prozent Umsatz haben da am Ende schon gefehlt.“

Der Apenser Kreisel soll Ende Oktober gesperrt werden. Besonders die Geschäfte sind Leidtragende.

Der Apenser Kreisel soll Ende Oktober gesperrt werden. Besonders die Geschäfte sind Leidtragende. Foto: P. Meyer

Umso größer die Sorge jetzt. „Wir könnten die zwei Wochen eigentlich gleich zu machen“, sagt Eckstein. Schließlich würde kaum jemand eine lange Umleitung nutzen, um an einer bestimmten Tankstelle zu tanken. „Gerade bei der aktuellen Preisentwicklung fährt niemand den extra Umweg“, sagt auch Imke Eckstein.

Vollsperrung in Apensen: Was ist genau geplant?

Aufgrund der starken Straßenschäden im Bereich des innerörtlichen Kreisverkehrs (L127/L130) plant die NLStBV, den maroden Asphalt sowie einzelne Bordsteine und Rinnenanlagen zu erneuern, erklärt Pressesprecherin Carolin Selle. Das sei nötig, um die Verkehrssicherheit weiterhin gewährleisten zu können.

Die Vollsperrung im Bereich des Kreisverkehrs ist aktuell für zwei Wochen anberaumt und soll Ende Oktober beginnen. Im Anschluss ist eine Teilfreigabe des Kreisels vorgesehen. Die Strecke Buxtehuder Straße zur Stader Straße soll dann befahrbar sein, so Carolin Selle. „Dann wird von dort aus bis zur Kreuzung Zevener Straße/Beckdorfer Straße auf der Seite der Classic Tankstelle, für circa eine Woche unter Vollsperrung weitergearbeitet.“

Die Fahrbahnoberfläche der Landesstraße muss dringend saniert werden.

Die Fahrbahnoberfläche der Landesstraße muss dringend saniert werden. Foto: P. Meyer

Dass die Arbeiten in diesem Fall nicht in einer Teil- sondern einer Vollsperrung durchgeführt werden, habe in erster Linie mit dem Arbeitsschutz für die Bauarbeiter zu tun. Außerdem könne die Maßnahme so deutlich - etwa um die Hälfte - schneller beendet werden, erklärt die Pressesprecherin.

Eine Verbesserung der Straßen ist grundsätzlich auch im Sinne der Apenser Geschäfte. Anni Helene Richter von der Unternehmenskommunikation der Rewe Group betont stellvertretend für den Rewe-Markt Burmeister: „Wir sind uns bewusst, wie wichtig Investitionen in die örtliche Infrastruktur sind und dass die damit verbundenen Arbeiten mitunter unausweichlich sind.“ Das Geschäft werde trotz allem wie gewohnt öffnen. Geschäftsführer Kristof Burmeister hofft auf klare Beschilderungen und eine verständliche Verkehrsführung während der Bauphase. Umleitungen sind über Beckdorf, Goldbeck und Nindorf vorgesehen.

Verwirrung beim Starttermin

Dass das Ehepaar Eckstein überhaupt davon erfuhr, dass in Apensen eine Vollsperrung geplant ist, sei ein Zufall gewesen. Bis vergangene Woche kursierte auf der Webseite des Landkreises noch die Information, dass die Sperrung bereits ab 28. September in Kraft treten würde. Umso größer war zunächst die Empörung der Apenser Unternehmer, nicht gezielt über die Maßnahme in Kenntnis gesetzt worden zu sein. Mittlerweile habe es einen Austausch mit der Behörde gegeben.

Gegenüber dem TAGEBLATT erklärt Carolin Selle, dass die Maßnahme zwar ursprünglich für Ende September geplant war - und dementsprechend dem Landkreis kommuniziert wurde - der Startzeitpunkt allerdings im Austausch mit der zuständigen Baufirma aus Kapazitätsgründen angepasst werden musste. „Sowas ist nicht unüblich, allerdings natürlich für Betroffene irritierend“, erklärt Selle.

Auch direkt am Ortseingang von Apensen sind mehrere Geschäfte ansässig.

Auch direkt am Ortseingang von Apensen sind mehrere Geschäfte ansässig. Foto: P. Meyer

Als auftraggebende Behörde werde die NLStBV die Öffentlichkeit erst informieren, sobald die verkehrsbehördliche Anordnung vorliege und ein genauer Starttermin feststehe. Das werde bei „kleineren Maßnahmen und den verhältnismäßig geringen Beeinträchtigungen für die anliegenden Geschäfte“ so gehandhabt. Die Informationen werden über eine offizielle Pressemitteilung sowie vor Ort durch Wurfzettel verbreitet.

Was die Zufahrt zu den Apenser Geschäften angeht, habe die Behörde im Vorfeld sichergestellt, dass alle Gewerbetreibenden stets zu erreichen sind. In den ersten beiden Wochen der Arbeiten sei dies im Kreisel der Fall, da die örtlichen Geschäfte mehr als eine Zufahrt aufweisen können, erklärt Carolin Selle.

„Es wird zu keiner Zeit ein Zugang versperrt sein“

In der dritten Woche bei den Arbeiten in der Beckdorfer Straße seien die betroffenen Geschäfte durch die ausgewiesenen Umleitungen erreichbar. „Kurzfristig vernehmbare Beeinträchtigungen werden sich leider nicht vermeiden lassen. Es wird aber zu keiner Zeit ein Zugang versperrt sein“, so die Pressesprecherin. Für Unternehmer wie Arno Eckstein bleibt das Problem allerdings bestehen -sein Geschäft lebt vom Durchfahrtsverkehr.

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