TKlage droht: Sportplatzstreit in Steinkirchen geht weiter
Blick auf den Sportplatz Striep in Steinkirchen: Am Sonntag, 15 Uhr, tritt die SG Lühe gegen die FSV Bliedersdorf/Nottensdorf an. Foto: Vasel
Der Nachbar hat Widerspruch gegen die Baugenehmigung für den Sportplatz in Steinkirchen eingereicht, eine Klage steht im Raum. Trotzdem: Am Sonntag steht die SG Lühe auf dem Platz.
Steinkirchen. Im Dezember 2025 hatte der Landkreis Stade der Samtgemeinde Lühe die Baugenehmigung für den Sportplatz Striep in Steinkirchen erteilt. Seitdem ist dort der Vereinssport legal. Fußballer der Spielgemeinschaft Lühe und anderer Vereine können am Striep wieder trainieren und Punktspiele austragen - so wie am Sonntag, 15 Uhr, gegen die FSV Bliedersdorf/Nottensdorf.
Ausweitung der Nutzung erreicht
In der ersten Fassung war die Nutzung eingeschränkt, nur von 19 Uhr bis 21.30 Uhr und sonn- und feiertags von 12 bis 17 Uhr wollte das Kreishaus den Betrieb zulassen - zuzüglich je 30 Minuten für Zu- und Abgangsverkehr. Samtgemeindebürgermeister Timo Gerke und der Vorsitzende der SG Lühe, Heiko Baumgarten, erreichten schließlich, nach einem Telefonat mit Kreisbaurätin Madeleine Pönitz, eine Ausweitung der Nutzung.

Schilder stehen bereit: 200 Zuschauer sind erlaubt, auch das Parken müssen die Altländer bei Punktspielen am Striep in Steinkirchen regeln. Foto: Vasel
Die Nutzung der Schulsportanlage durch Sportvereine wie die SG Lühe ist für Trainingszwecke sowie für Freundschafts-/Punktspiele seitdem montags bis freitags von 16 Uhr bis 22 Uhr und sonnabends sowie sonn- und feiertags von 10 Uhr bis 22 Uhr zulässig. Kicker und Fans haben die Sportanlage und die Parkplatzflächen bis spätestens 23 Uhr zu verlassen. „Grillhütte und Vereinshausanbau sind noch gesondert zu genehmigen“, sagt Kreissprecher Daniel Beneke.
Rechtsstreit geht nach Baugenehmigung weiter
Eigentlich hatten die Sportler gehofft, dass nun die Vereinsnutzung endgültig gesichert ist. Doch der Nachbar reichte Widerspruch ein. Johannes Cordes stellt die Nutzung nicht grundsätzlich infrage. Die beauftragte Kanzlei HSA Rechtsanwälte aus Potsdam kritisiert wesentliche Grundlagen der erteilten und ausgeweiteten Baugenehmigung als rechtsfehlerhaft, zum Beispiel Lärmschutzgutachten und Parkplatzkonzept.
Hätten Gerke & Co. die Kritik ernst genommen, wäre der Betrieb „bereits 2025 rechtlich abgesichert gewesen“, so die Argumentation. Cordes verweist auf seinen Wunsch nach einer Lärmschutzwand. Das hält er immissionsrechtlich für geboten. Er verweist auf Urteile von Bundesgerichtshof und Bundesverwaltungsgericht.
Verhandlungserfolg
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Der Widerspruch von Cordes sowie der 54 Seiten starke Eilantrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung des Widerspruches werde vom Amt Bauen und Wohnen laut Beneke bereits bearbeitet. Formal handele es sich um einen Antrag auf Aussetzung der Vollziehung der Genehmigung. Die Samtgemeinde will erst zum 27. April Stellung nehmen. „Ursprünglich hatten wir um eine Stellungnahme bis zum 23. März gebeten“, so der Kreissprecher.
„Unnötige Kosten vermeiden“
Das bestätigte Bürgermeister Gerke dem TAGEBLATT auf Anfrage. Bislang habe die Legalisierung für den Vereinssport fast 40.000 Euro gekostet. Die Hälfte war im Haushalt eingeplant. Der Planer musste seine Unterlagen wiederholt überarbeiten. Das alles stellte dieser später in Rechnung. Hinter verschlossenen Türen gab es Ärger, die Politik wurde erst spät über die Kostensteigerung informiert. „Wir stehen in engem Kontakt mit dem Kreis Stade“, sagt Gerke und betont: „Wir wollen verhindern, dass die Baugenehmigung gefährdet wird.“ Ob der Planer mit der Stellungnahme beauftragt wird, werde geprüft. Es gelte, „unnötige Kosten“ zu vermeiden.
Der Nachbar schließt den Gerichtsweg nicht aus, noch ist keine Klage beim Verwaltungsgericht eingegangen. Die Sportanlage war 1989 nur für Schulsport genehmigt worden. 2021 beschwerte sich der Nachbar, doch Kreis- und Rathaus duldeten die illegale Nutzung. Im Oktober 2024 schritt das Verwaltungsgericht Stade ein. In der Folge stellte die Samtgemeinde den Bauantrag.
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