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Wirtschaft

TKönig bohrt für die Deutsche Post AG tief im Altländer Untergrund

Blick von der L140 in Richtung Norden auf die Baustelle des neuen Zustellstützpunktes der DHL-Group in Hollern im Gewerbegebiet Speersort.

Blick von der L140 in Richtung Norden auf die Baustelle des neuen Zustellstützpunktes der DHL-Group in Hollern im Gewerbegebiet Speersort. Foto: Vasel

Die Bauarbeiten für den neuen Zustellstützpunkt für Pakete und Briefe der DHL-Group in Hollern haben begonnen. Im Jahr 2027 soll er eröffnet werden.

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Von Björn Vasel
Dienstag, 14.04.2026, 08:50 Uhr

Hollern. Die Deutsche Post AG hat im Gewerbegebiet Speersort an der L140 in Hollern mit dem Bau des Zustellstützpunktes begonnen. Der Bodenaustausch läuft. Das 35 Meter hohe und 120 Meter lange Bohrgerät von König Pfahlgründung aus Stade ist weithin sichtbar.

Gründungsarbeiten haben begonnen

Damit der Neubau nicht im Marschboden versinkt, „werden 137 Pfähle gesetzt“, sagt der König-Bauleiter. Der Neubau der DHL-Group wird auf 13 bis 17 Meter langen Bohrpfählen stehen.

Die Gründung erfolgt, insbesondere mit Blick auf das angrenzende Autohaus, erschütterungsfrei und lärmarm. Fachleute sprechen von sogenannten Vollverdrängungsbohrpfählen. Wie läuft das eigentlich ab? Ein dickwandiges Stahlrohr mit Spitze wird in den Marschboden gedrückt und gedreht. Dann wird die statisch erforderliche Bewehrung aus Stahlgitter eingestellt.

Der Beton für die Pfähle wird angeliefert.

Der Beton für die Pfähle wird angeliefert. Foto: Vasel

Der Hohlraum wird mit Beton verfüllt - knapp zwei Kubikmeter reichen (bei einem Durchmesser von 38 Zentimetern) bei einem der längeren Betonpfähle in Hollern aus. Durch Ziehen des rotierenden Bohrrohres tritt der Beton seitlich aus und verzahnt sich mit dem umliegenden, verdrängten Boden. Die gegossene Spitze verbleibt im Untergrund und bildet den Pfahlfuß. Nach dem Aushärten des Betons ist der Pfahl belastbar.

Ab 2027 arbeiten 85 Post-Mitarbeiter in Hollern

Nach der Gründung beginnt der Bau des Zustellstützpunktes. Es handelt sich laut des im Sommer 2025 geänderten Bebauungsplans Nr. 14 „Gewerbegebiet Speersort II“ um eine eingeschossige Lagerhalle - mit den Beladeplätzen für die Fahrzeuge der DHL-Group und einem Verwaltungstrakt mit den Personalräumen. Außerdem entsteht eine Stellplatzanlage für 75 Zustellfahrzeuge sowie circa 85 Mitarbeiterparkplätze. Im nordwestlichen Bereich des Grundstücks entstehen eine nicht öffentlich zugängliche Grünfläche sowie ein Regenrückhaltebecken. Ende Dezember 2025 ist die Baugenehmigung erteilt worden.

Ausschnitt aus dem Bebauungsplan: So soll der Zustellstützpunkt der DHL-Group in Hollern am Obstmarschenweg (L140) 2026/2027 aussehen.

Ausschnitt aus dem Bebauungsplan: So soll der Zustellstützpunkt der DHL-Group in Hollern am Obstmarschenweg (L140) 2026/2027 aussehen. Foto: Planungsbüro Elbberg

Im Vorfeld der Ansiedlung hatte die Gemeinde Hollern-Twielenfleth den B-Plan von 1996 ändern müssen. Eigentlich sollten auf der 7800 Quadratmeter großen Fläche zwischen Stromtrasse und Autohaus Vollmers mehrere Firmen im Gewerbegebiet Speersort in Hollern angesiedelt werden. Samtgemeindebürgermeister Timo Gerke (parteilos) hatte die Ansiedlung eingefädelt.

Neubau ersetzt Standort in Stade

Im Laufe des Jahres 2027 soll der Zustellstützpunkt in Hollern in Betrieb gehen. Die DHL-Group-Sprecherin Maike Wintjen sagte dem TAGEBLATT auf Anfrage: „Die Fertigstellung ist für das vierte Quartal 2026 geplant. Die Umzüge planen wir für Anfang 2027.“ Zum Investitionsvolumen wollte sich der Konzern nicht äußern.

Vollgestellt: Der Zustellstützpunkt in Stade an der Altländer Straße ist zu klein.

Vollgestellt: Der Zustellstützpunkt in Stade an der Altländer Straße ist zu klein. Foto: Vasel

Der Neubau ersetzt zwei Standorte - den in Stade und den bereits aufgegebenen in Steinkirchen. Seit 2012 sitzt die Post in Stade in der Altländer Straße als Mieterin im Ex-Pressevertrieb Mügge. Die Immobilie ist durch den Boom im Onlineversandhandel zu klein geworden.

Hinzu kommt: Im Sommer 2023 schloss die Deutsche Post nach Auslaufen des Mietvertrages bereits ihren Zustellstützpunkt an der Landesstraße 140/Ecke Postweg in Steinkirchen. Hier baute die Lindemann-Gruppe aus Stade ein Mehrfamilienhaus. Die Altländer Zusteller sind vorübergehend am Schwingedeich in Stade untergekommen.

Vergleichbar: Blick auf den Zustellstützpunkt der DHL-Group in Buxtehude.

Vergleichbar: Blick auf den Zustellstützpunkt der DHL-Group in Buxtehude. Foto: Ina Frank

Nach Einweihung des neuen Standortes sollen die Sendungen für das Alte Land, Stade sowie Fredenbeck in dem 2000 Quadratmeter großen Gebäude in Hollern vorsortiert und von dort aus zugestellt werden. Die Lage ist laut DHL-Group ideal, insbesondere durch die Nähe zur A26 und den Landesstraßen L111 und L140.

2025 beförderte die DHL-Group 9,4 Milliarden Briefe und 4,5 Milliarden Pakete in Deutschland. Der weltweit aktive Konzern, knapp 20 Prozent der Anteile hält weiterhin der Bund über die KfW-Bankengruppe, betreibt deutschlandweit 2600 regionale Zustellstützpunkte für Briefe und Pakete. In den vergangenen Jahren hat der Konzern bereits kräftig in Horneburg, Harsefeld und Buxtehude investiert und neue Zustellstützpunkte errichtet.

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